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Neue Anlaufstellen geschaffen – 15 Steine mit Muschelmotiv sollen Weg weisen

Wo Pilger in Herford einen Stempel finden

Herford

Wanderer, kommst du nach Herford – Pilger, die sich als Nachweis ihren Pilgerstempel abholen wollen, stehen an der Jakobikirche oft vor verschlossenen Türen. Daher gibt es jetzt weitere Stellen in der Stadt, bei denen der Stempel der Pilgerbegierde erhältlich ist.

Von Hartmut Horstmann

Die Muschel an der ehemaligen Pilgerkirche in der Herforder Radewig. Foto: Thomas Dickenbrok

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Zu Anlaufstellen zählen die Buchhandlung Otto und das Kontor-Kaffee/Hansa-Hotel. Dessen Inhaber Henrik Krömker finanziert auch den Pilgerstein, der bei ihm verlegt werden soll. Das Hotel sei deshalb wichtig, so Mathias Polster vom Verschönerungsverein, „weil sich dort auch sonntags Pilger ihren Stempel abholen können“.

Initiator der Aktion ist der Verschönerungsverein. 15 Steine mit dem Motiv der Pilgermuschel sollen als Wegweiser in der Innenstadt dienen. Herfords Highlight des Pilgerwesens ist die Jakobikirche in der Radewig. Sie zähle zu den seltenen erhaltenen Beispielen früherer Pilgerkirchen, sagt Mathias Polster.

Daher lassen sich die Wanderer im Geiste des Herrn gerne auch etwas über die Geschichte des Gotteshauses erzählen. Mit dem Bau sei bereits im 13. Jahrhundert begonnen worden, erläutert Polster. Doch als im Zuge der Reformation das Pilgerwesen in Herford verboten wurde, schien das Aus der Jakobikirche besiegelt zu sein. Im Jahr 1530 wurde sie geschlossen. Allerdings wurde sie 60 Jahre später als Gemeindekirche wieder in Betrieb genommen. Aus der Zeit nach der Pilgerblüte stammt die goldene Muschel in der Außenfassade. Sie ist um 1600 angebracht worden.

Wie hoch der Pilgeranteil in Herford genau ist, vermag Mathias Polster nicht zu sagen. Er selbst komme mit etwa 250 Personen jährlich in Kontakt – wenn nicht gerade Corona sei.

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