Landesumweltamt bestätigt Sichtung von Anfang Mai

Wolf reißt Reh bei Bad Driburg

Bad Driburg/Alten...

In Bad Driburg hat Anfang Mai ein Wolf ein Reh gerissen und in einen Wald bei Altenbeken verschleppt. Das haben Untersuchungen des Landesumweltamtes (LANUV) jetzt ergeben.

Von Marius Thöne 

In Bad Driburg hat ein Wolf ein Reh gerissen (Symbolbild). Foto: dpa

Demnach ist das Tier in den Abendstunden des 7. Mai auf einer Wiese bei Bad Driburg beobachtet und gefilmt worden, wie es das Reh tötete. Bei einer Suche am folgenden Tag wurde der angefressene Rehkörper gefunden und eine Abstrichprobe genommen. „Die genetische Untersuchung dieser Probe durch das Senckenberg-Forschungsinstitut Gelnhausen hat nachgewiesen, dass hier ein junger männlicher Wolf beobachtet worden war“, teilt das LANUV mit. Er trägt die Kennung GW2111m. GW ist die Abkürzung für German Wolf, die 2111 ist sozusagen der Name des Tieres und kennzeichnet sein Geschlecht als männlich.

Ob der Wolf noch da ist, ist unklar

Bei dem in Bad Driburg beobachteten Wolf handelt es sich demzufolge um ein anderes Tier als jenes, das vor wenigen Wochen von finnischen Waldarbeiterin in der Egge bei Willebadessen gefilmt worden war. Dieses Tier ist weiblich. Die Experten haben vielmehr herausgefunden, dass der Bad Driburger Wolf aus einem Rudel Scheeßel in Niedersachsen stammt. Dort sei der Rüde wahrscheinlich im vergangenen Jahr geboren worden. Ob sich der Wolf noch immer im Bereich Bad Driburg/Altenbeken aufhält, ist derzeit unklar. Möglicherweise ist er auch weitergezogen.

„Durch die genetische Identifizierung dieses jungen Wolfsrüden GW2111m konnte erstmals die erfolgreiche Jungenaufzucht im Wolfsrudel Scheeßel in Niedersachsen nachgewiesen werden“, heißt es in der Mitteilung des Landesamtes. Seine Mutter GW1541f stammte aus dem Rudel Babben-Wannichen in Brandenburg. Sein Vater GW1321m stammt aus dem Rudel Schneverdingen in Niedersachen. Informationen über die Wolfsrudel in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden https://dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen.

Sichern mit Wolfszäunen

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Senne und in der umgebenden Pufferzone empfiehlt das Landesamt, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer: https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/herdenschutz/herdenschutz-nrw.htm

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