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Halter von Schafen sollen Tiere mit geeigneten Zäunen schützen – Präventionsmaßnahmen werden gefördert

Wölfin in der Egge sesshaft geworden

Altenbeken/Lichtenau

Experten gehen davon aus, dass eine Wölfin in der Egge ihr etwa 20.000 Hektar großes Territorium etabliert hat und dort sesshaft geworden ist. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat jetzt zwei weitere Wolfsnach­weise im Kreis Paderborn bestätigt.

Von Matthias Band

Ein junger Wolf durchstreift ein Wolfsgehege (Symbolbild). Foto: dpa

Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, hat das Senckenberg-Forschungsinstitut zwei Wolfskotfunde untersucht, die am 14. März in einem Wald bei Lichtenau gefunden worden waren. Eine der Proben stammt von der Wölfin „GW1897f“, die bereits im Oktober 2020 in einem Wald bei Altenbeken nachgewiesen wurde und die am 8. Januar 2021 in Lichtenau vier Schafe gerissen hatte. GW steht für German Wolf (Deutscher Wolf), die 1897 ist die Individuumsnummer und f steht für female, also weib­liches Exemplar.

Durch diese drei Nachweise innerhalb von sechs Monaten gilt die Wölfin im Eggegebirge als sesshaft. Laut LANUV hat das Tier dort ein Territorium etabliert. Über Alter und Herkunftsrudel seien bislang keine Aussagen möglich. Wolfsterritorien haben in Deutschland eine durchschnittliche Größe von 20.000 Hektar. Wie berichtet, hatten finnische Waldarbeiter vor gut vier Wochen zwischen Willebadessen und Lichtenau einen Wolf gesichtet und mit dem Handy gefilmt.

Den Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Senne und in der umgebenden Pufferzone werde empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie wolfsabweisende Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert.

Das LANUV prüfe derzeit, ob das seit 2018 bestehende Wolfsgebiet in der Senne erweitert wird.

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