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Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Mittwoch, 15. September: Inzidenz gestiegen

Zahl der Intensivpatienten hat deutlich zugenommen

Paderborn

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten im Kreis Paderborn hat deutlich zugenommen. Das Ausbruchsgeschehen sei unterm Strich derzeit diffus, teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch mit.

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Ein Tupfer mit dem Abstrich für einen Coronatest (Symbolbild) Foto: dpa

Für den Zeitraum von Dienstag bis Mittwoch (jeweils 11 Uhr) hat die Kreisverwaltung am Mittwochnachmittag 64 Corona-Neuinfektionen bekannt gegeben. Da 73 weitere Erkrankte als genesen gelten, sind derzeit 700 Menschen offiziell mit Sars-CoV-2 infiziert, neun weniger als am Dienstag.

Die aktiven Fälle verteilen sich wie folgt: Paderborn 305, Delbrück 97, Salzkotten 67, Bad Lippspringe 51, Hövelhof 57, Büren 32, Altenbeken 29, Lichtenau 26, Bad Wünnenberg 24, Borchen 12.

Den Angaben zufolge sind in 59 Schulen derzeit acht Lehrkräfte sowie 127 Schülerinnen und Schüler und in 16 Kindergärten sechs Erzieherinnnen und Erzieher sowie zwölf Kinder positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Zahl der Personen, die sich in Quarantäne befinden, ist gegenüber Dienstag von 2043 auf 2035 gesunken.

27 Corona-Patienten werden im Kreis Paderborn derzeit im Krankenhaus behandelt, 15 von ihnen intensivmedizinisch (Dienstag: 30/09).

15. September 2021: Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn im Überblick. Foto: Kreis Paderborn

Inzidenzwerte

Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) und das Robert-Koch-Institut (RKI) haben am Mittwochmorgen für den Kreis Paderborn eine Wocheninzidenz von 90,2 ausgewiesen (Datenstand: 0 Uhr), was 278 Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen entspricht. Beim LZG sind am Dienstag 53 Corona-Fälle aus dem Kreis Paderborn neu in die Statistik eingeflossen, davon datierte die Landeseinrichtung in Bochum 28 auf den Dienstag selbst (25 Nachmeldungen; siehe unten auch: Melde- und Übermittlungsverzug). Am Dienstag lag der Wert bei 86,3, am Mittwoch vor einer Woche bei 102,8 und vor einem Monat noch bei 61,1 . Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. 160 Tote sind im Kreis Paderborn seit Pandemiebeginn in Verbindung mit einer Infektion zu beklagen. Der letzte Todesfall wurde am 24. August bekannt.

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Mittwoch, 15. September, bei 94,6 (Dienstag: 99,4) und in Deutschland bei 77,9 (81,1). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 90,7 (92,6) – Hochsauerlandkreis 77,2 (78,8) – Höxter 84,4 (88,7) – Lippe 167,5 (168,3) – Soest 51,5 (55,5).

Der Kreis Paderborn veröffentlicht auf seiner Website (hier geht es direkt zum Dashboard) für die Städte und Gemeinden „kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen“ (Stand: Mittwoch, 15. September, 11 Uhr):

Altenbeken 164,7 (Dienstag: 153,8) – Bad Lippspringe 115,8 (103,6) – Bad Wünnenberg 147,5 (147,5) – Borchen 44,5 (44,5) – Büren 69,9 (51,3) – Delbrück 99,9 (87,4) – Hövelhof 215,8 (184,9) – Lichtenau 104,3 (113,7) – Paderborn 90,2 (86,3) – Salzkotten 127,9 (107,9).

Blick auf die Altersverteilung

Nach Angaben des LZG sieht die Inzidenz im Kreis Paderborn wie folgt bei den verschiedenen Altersgruppen aus (Datenstand: Mittwoch, 15.9., 0 Uhr):

0 bis 4 Jahre: 31,9

5 bis 9 Jahre: 193,5

10 bis 14 Jahre: 272,2

15 bis 19 Jahre: 154,6

20 bis 24 Jahre: 114,4

25 bis 29 Jahre: 115,7

30 bis 34 Jahre: 60,1

35 bis 39 Jahre: 96,5

40 bis 44 Jahre: 104

45 bis 49 Jahre: 87

50 bis 54 Jahre: 73,9

55 bis 59 Jahre: 41,9

60 bis 64 Jahre: 18,8

65 bis 69 Jahre: 34,8

70 bis 74 Jahre: 39,9

75 bis 79 Jahre: 30,3

80 bis 84 Jahre: 86,2

85 bis 89 Jahre: 97,8

über 90 Jahre: 150,3

Impfen und Impfzahlen

Das Impfzentrum des Kreises in der Sälzerhalle in Salzkotten hat diese Woche wie folgt geöffnet: Montag, 13. September, bis Freitag, 17., 14-19.30 Uhr; Samstag, 18. September: 8-13 und 14-19.30 Uhr; Sonntag, 19. September: geschlossen. Angeboten werden der Impfstoff von Biontech und vormittags zusätzlich „Johnson & Johnson“). Ein Termin ist nicht erforderlich.

Außerdem werden weitere Impfaktionen im Kreis angeboten (Link zur Übersicht auf der Kreis-Website). Denn der Kreis Paderborn beteiligt sich an der gemeinsamen Impfwoche „HierWirdGeimpft“ von Bund, Ländern und Kommunen. Das Impfen soll so einfach wie möglich gemacht werden. Landrat Christoph Rüther appellierte vergangene Woche an alle, die impffähig sind und noch nicht geimpft sind, jetzt die Chance zu nutzen und für sich und andere die Ärmel hochzukrempeln: „Die Impfung ist zunächst eine persönliche Entscheidung. Sie hat jedoch auch Konsequenzen für andere und letztlich für uns alle. Die Impfung ist der Weg raus aus der Pandemie, zurück in einen verlässlichen Alltag, vor allem auch für unsere Jüngsten.“ Die Impfungen ohne Termin werden an folgenden Orten angeboten: Job-Center Paderborn, Rathenaustraße 96, Paderborn: Dienstag, 14.9., 10-15 Uhr; Berufskolleg-Zentrum Maspernplatz, Paderborn, Mittwoch, 15., und Donnerstag, 16.9., 9-15 Uhr; Gregor-Mendel-Berufskolleg, Paderborn, Freitag, 17.9., 9-15 Uhr; Delbrücker Night-Shopping, Parkplatz Wiemenkamp, Delbrück, Freitag, 17.9., 16-21 Uhr; Gesamtschule Büren, Kleffnerstraße 4, Büren, Sonntag, 19.9., 11-16 Uhr.

Nach Angaben des Kreises Paderborn vom 14.9. sind 64,5 Prozent der Gesamtbevölkerung des Kreises (308.335) vollständig geimpft. Das sind 198.863 Personen.

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es im Kreis bis einschließlich 14.9. folgende Impfungen in Arztpraxen und im Impfzentrum gegeben:

– in den Arztpraxen: 95.077 Erstimpfungen, 79.810 Folgeimpfungen, 86.942 vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen), 792 Auffrischungsimpfung/Booster-Impfungen

– im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle: 82.840 Erstimpfungen, 80.011 Folgeimpfungen, 83.489 vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen), 89 Auffrischungsimpfungen/Booster-Impfungen

Zudem impfen Krankenhäuser und Betriebsärzte. Seit Juni werden mobil durchgeführte Impfungen zum Großteil im Impfzentrum dokumentiert.

www.corona-kvwl.de/impfbericht

Dashboard des Kreises Paderborn zu Corona-Impfungen

Wie berichtet, werden bei der Bewertung der Corona-Lage in Nordrhein-Westfalen jetzt auch die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus und die Auslastung der Intensivbetten berücksichtigt. Der bisher als Grenzwert für bestimmte Maßnahmen festgeschriebene Wert von 35 bei der Sieben-Tage-Inzidenz an Neuinfektionen ist gestrichen (aktualisierte Coronaschutzverordnung als PDF, gültig ab 11. September). Konkret ändern wird sich vorerst aber nichts. Die 3G-Regelung (Geimpft, getestet oder genesen) für den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen bleibe aufgrund des Infektionsgeschehens bis auf weiteres bestehen, betonte das Gesundheitsministerium. Konkrete Grenzwerte für die neuen Indikatoren legt die Schutzverordnung nicht fest. Neben den Krankenhausdaten und der Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) fließen beispielsweise auch die Anzahl der gegen Covid-19 geimpften Personen, die Zahl der Todesfälle und die Altersstruktur der Infizierten in die Beurteilung ein. www.lzg.nrw.de/inf_schutz/corona_meldelage

Hintergrund

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie im Newsblog des WESTFALEN-BLATTES.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert die Bundesregierung zum Coronavirus und zur Corona-Schutzimpfung.

Und hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona, aktuelle Fassung der Coronaschutzverordnung als PDF, darin: § 1 Zielsetzung, Schutzmaßstab: „(3) Das Maß der mit dieser Verordnung angeordneten Schutzmaßnahmen orientiert sich insbesondere an der Anzahl der in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) in ein Krankenhaus aufgenommenen Personen je 100000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Weitere Indikatoren sind die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 je 100000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten, der Anteil der intensivpflichtigen COVID-19-Fälle an der ITS-Kapazität, die Anzahl der gegen COVID-19 geimpften Personen, die Zahl der Todesfälle, die Altersstruktur der Infizierten sowie die Entwicklung des R-Wertes“. Die neue Fassung der Coronaschutzverordnung gilt zunächst bis zum 8. Oktober. Damit könne rechtzeitig vor den Herbstferien das Infektionsgeschehen neu bewertet werden, hieß es.

Mitteilung des NRW-Gesundheitsministerium vom 10. September 2021:

„Die (neuen) drei Leitindikatoren sind:

1. Leitindikator: 7-Tage-Hospitalisierung

Die Zahl misst, wie viele infizierte Personen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Sie ist damit ein Indikator für die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und kann einen frühen Hinweis auf eine drohende Überlastung des Gesundheits- und Krankenhaussystems geben.

Für den Hospitalisierungsindikator werden in Nordrhein-Westfalen zwei Werte ausgewiesen: Erstens der anhand der Vorgaben des RKIs berechnete Wert. Dieser beruht auf den Meldungen der Gesundheitsämter, die den bereits von ihnen gemeldeten Infektionsfällen nachträglich die namentlichen Einweisungsmeldungen aus den Krankenhäusern zuordnen. Dieser Wert ist vor allem bedeutsam, weil er bundesweit einheitlich errechnet wird und damit eine bundeseinheitliche Bewertung des Infektionsgeschehens ermöglicht. Allerdings erfordert der Wert eine Einzelfallbearbeitung jedes Infektionsfalles durch die Gesundheitsämter, die gerade in der aktuellen Belastungssituation manchmal erst nach einigen Arbeitstagen abgeschlossen ist.

Um zusätzlich einen aktuelleren Hinweis auf die Hospitalisierungen zu ermöglichen, wird zweitens zusätzlich der Hospitalisierungsindikator ausgewiesen, der sich unmittelbar aus den täglichen (nicht namentlichen) Gesamtmeldungen der Krankenhäuser über die Aufnahme von Covid-19-Patienten im Informationssystem Gefahrenabwehr NRW (IG NRW) ergibt. Dieser Wert ermöglicht eine sehr aktuelle Einschätzung, weicht aber naturgemäß von dem RKI-basierten Wert ab und wird am gleichen Meldetag jedenfalls in Perioden eines ansteigenden Infektionsgeschehens in der Regel höher liegen.

2. Leitindikator: COVID-Anteil an der Intensivkapazität

Dieser Indikator bildet die Belastung der Intensivstationen ab und steht damit unmittelbar für das Risiko einer Überlastung dieser medizinischen Versorgungsstrukturen. Der Anteil, mit dem Covid-19-Patientinnen und -Patienten die intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten auslasten, wird durch die Zahl der neu aufgenommenen Patienten bestimmt, sie ist aber auch abhängig von der Dauer der notwendigen Hospitalisierung (Liegezeit) und der (personellen) Aufwände bei der Behandlung.

Anhand des Grades der Auslastung der Intensivstationen können Schutzmaßnahmen vor allem so ausgerichtet werden, dass andere erforderliche medizinische Behandlungen (schwere Operationen etc.) nicht aufgrund einer Überlastung der Bettenkapazitäten verschoben werden müssen.

Die Berechnung erfolgt auf Basis der Daten aus dem Register der Fachgesellschaft der Intensivmediziner (DIVI) als Prozentanteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen an den betreibbaren Erwachsenen-Intensivbetten. Auch hier ist durch den Rückgriff auf das DIVI-Register eine Vergleichbarkeit mit den Bundeswerten gegeben.

3. Leitindikator: 7-Tage-Inzidenz

Auch die bereits bekannte 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bleibt ein wichtiger Indikator. Steigt dieser Wert, bedeutet das, dass sich die Infektion schneller und breiter in der Bevölkerung ausbreitet. Insbesondere die altersbezogenen Inzidenzen sind nach wie vor ein guter Maßstab dafür, in welchem Ausmaß vulnerable Bevölkerungsgruppen betroffen sind. Anhand der Inzidenz kann die Wirksamkeit von Corona-Schutzmaßnahmen relativ zeitnah abgelesen werden. Zudem bleibt die 7-Tage-Inzidenz ein guter Indikator dafür, in welchem Maß eine Kontaktpersonennachverfolgung noch möglich ist. Die 7-Tage-Inzidenz ist darüber hinaus ein wichtiger Frühindikator für das Geschehen in den Krankenhäusern.“

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.“

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“ Das schreibt das RKI zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website

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