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26. Auflage: Werbegemeinschaft Höxter verlegt beliebtes Märchen-Event in der Innenstadt auf einen Samstag

Zauberhaft bunte Märchenwelt

Höxter

Die Werbegemeinschaft Höxter geht auf Nummer sicher: Bevor die Gewerkschaft Verdi wie so oft kurzfristig den verkaufsoffenen Sonntag kippt, verlegt die Kaufmannschaft den traditionellen Märchentag auf einen Samstag. Das Event noch einmal ausfallen zu lassen, war für die Händler keine Option: „Es ist uns wichtig, für die Menschen wieder etwas zu tun“, betont Karin Remmert, Schatzmeisterin der Werbegemeinschaft. Daher haben Vorstand und Aktionsausschuss in all ihrer Entschlusskraft binnen zweieinhalb Wochen ein Programm auf die Beine gestellt, das Höxters Charme als Märchenstadt wieder alle Ehre macht.

Von Sabine Robrecht

Nicht aus dem Dechaneifenster, aber auf der Marktplatzbühne lässt Frau Holle alias Marianne Fien (Aktionsausschuss) es am Märchentag ein wenig schneien. Karin Remmert (Schatzmeisterin, von links), Katharina Vötter (hauptamtliche Mitarbeiterin der Werbegemeinschaft), Annelie Holländer (zweite Vorsitzende) und Ursula Pauly (Aktionsausschuss) freuen sich mit ihr auf den Tag. Die teilnehmenden Geschäfte sind bis 18 Uhr geöffnet. Foto: Sabine Robrecht

Am Samstag, 16. Oktober, ist es soweit: Die Innenstadt verwandelt sich von 13 bis 18 Uhr in eine farbenfröhliche Märchenwelt. Der Tag erlebt in diesem Jahr seine inzwischen 26. Auflage. Das können die, die ihn begründet haben, kaum glauben.

Zu den Mitgestaltern der ersten Stunde gehört Marianne Fien vom Aktionsausschuss. Sie wird wegen der Baustellen in der Marktstraße nicht wie gewohnt als Frau Holle am Dechaneifenster anzutreffen sein, sondern auf der Bühne am Marktplatz. Dorthin verlegen die Organisatoren das beliebte Märchenspiel Frau Holle. Kinder der Musikschule Höxter unter der Leitung von Doris Winkler erfüllen den Klassiker von 16.30 Uhr an gemeinsam mit Kathrin Polzin als Sing- und Vorlesemärchen mit Leben. Natürlich lässt Frau Holle es auch ein wenig schneien.

Der Startschuss des Tages fällt um 12.15 Uhr auf der Marktplatzbühne fulminant mit der ansteckend fröhlichen Kinderliedersängerin Isa Glücklich. Sie ist ebenso wie die Band „Krawallo“ neu im Kreis der Interpreten und lädt die Kinder zum Mitsingen und Tanzen ein. Die Grußworte der Werbegemeinschaft und des Bürgermeisters Daniel Hartmann schließen sich um 13 Uhr an. 15 Minuten später gehört die Bühne der leidenschaftlichen Märchenerzählerin Eva Greipel-Werbeck: Sie trägt die von Uwe Frenzel geschriebene Geschichte über Holli aus Höxter vor. Die Zuhörer erfahren, wie die Elfe in die Weserstadt kam.

Karin Remmert

Nahtlos geht das Programm auf der Marktplatzbühne um 13.45 Uhr mit dem Märchen-Medley der Kindertagesstätte „Rappelkiste“ weiter. Die Theater-AG des Petri-Ganztags präsentiert um 14.15 Uhr „Hänsel und Gretel“. Um auch größere Kinder anzusprechen, hat die Werbegemeinschaft die Band „Krawallo“ verpflichtet. Mit ihrem „Familien-Rock‘n‘Roll“ heizen der Musiker ihren Gästen um 15 Uhr ein.

Als Märchenerzählerin zieht Eva Greipel-Werbeck die Gäste des Märchentags immer wieder in ihren Bann. Sie ist auch jetzt wieder dabei. Foto: WB-Archiv/Sabine Robrecht

Nicht wegzudenken – und deshalb auch wieder dabei – sind Castellos Puppentheater, anzutreffen je nach Baustellensituation auf der Marktstraße oder vor der Dechanei, und der Kiepenkasper. Er zieht durch die Stadt und macht an mehreren Stellen Halt. Vor dem Mode- und Sporthaus Klingemann können die Kinder mit dem Petri-Ganztag basteln und unter kundiger Anleitung von Seifenbläsern märchenhaft große Seifenblasen zaubern. In der Stummrigestraße lädt eine Künstlerin die Mädchen und Jungen zum Malen für einen guten Zweck ein. Die Kitas Löwenzahn, St. Nikolai und Regenbogen zeigen in einer Ausstellung auf der oberen Marktstraße Bastelarbeiten ihrer Schützlinge. „Wir freuen uns sehr, dass die Schulen und Kitas dabei sind“, betont Karin Remmert. „Gemeinsam können wir etwas für Höxter erreichen.“ Ihren Dank richtet die Werbegemeinschaft auch an die Verbundvolksbank OWL, die Sparkasse Höxter und die Firmen Reitz und Klingemann. „Ohne sie als Sponsoren wäre das Programm so nicht möglich gewesen.“

Der Kiepenkasper zieht auch bei der 26. Auflage des Märchentages wieder durch die Stadt.Der Kiepenkasper zieht auch bei der 26. Auflage des Märchentages wieder durch die Stadt. Foto: WB-Archiv/Sabine Robrecht

Von dem Sonntags-Termin hat die Werbegemeinschaft Abstand genommen, nachdem Verdi in einzelnen Städten wieder verkaufsoffene Sonntage gekippt hatte, blickt Karin Remmert auf die Entscheidungsfindung zurück. Die Gewerkschaft klage oft so kurzfristig, dass man nicht mehr reagieren könne. Das habe die Werbegemeinschaft 2020 bei der Klage gegen den verkaufsoffenen Märchensonntag erlebt. „Wir sind auf 12.000 Euro Kosten hängengeblieben. Das können wir uns nicht zwei oder dreimal erlauben.“

Also sind die Aktiven auf den Samstag umgestiegen und freuen sich nun auf einen fröhlichen Tag bei hoffentlich gutem Wetter. Entfallen muss leider die Ausstellung „Träume im Märchen“ im Historischen Rathaus. Wegen der Corona-Richtlinien müsste die Werbegemeinschaft wie in Museen eine Aufsicht stellen. „Das können wir organisatorisch nicht leisten“, erläutert Ursula Pauly vom Aktionsausschuss.

Einkaufen im Lichterglanz

Die Werbegemeinschaft bereitet für Samstag, 30. Oktober, das beliebte Late-Night-Shopping „Einkaufen im Lichterglanz“ vor. Die Innenstadt verwandelt sich wie immer in ein buntes Lichtermeer. Bis 23 Uhr sind die teilnehmenden Geschäfte geöffnet. Eine Streetwalker-Band macht Musik. Auf dem Marktplatz sorgt eine Feuershow der Gruppe „Feuerflut“ für magische 30 Minuten. Die Kaufmannschaft dankt den Haupt- und Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde St. Nikolai dafür, dass sie zum „Lichterglanz“ immer die Nikolaikirche illuminieren und den Abend mit Musik und Impulsen mitgestalten. „Wir freuen uns über dieses Miteinander“, so Karin Remmert.

Weihnachtsmarkt in Planung

Für den Weihnachtsmarkt haben Vorstand und Aktionsausschuss auch bereits erste Planungen aufgenommen. Stattfinden soll der Markt. Ob wie gewohnt oder in verkleinerter Form, lässt sich angesichts der Corona-Situation und der Baustellen noch nicht abschätzen.

In dem Zusammenhang brachte Karin Remmert die große Bestürzung über den Tod des langjährigen Weihnachtsmarkt-Beschickers Franz-Josef Meyer aus Horn-Bad Meinberg, bekannt und geschätzt als „Reibekuchen-Franz, zum Ausdruck. Seit den Anfängen war sein Reibekuchen-Stand magischer Anziehungspunkt. „Franz-Josef Meyer hat den Weihnachtsmarkt mitbegründet. Ohne ihn ist der Markt nicht vorstellbar.“ Auch den Besuchern wird der sympathische „Reibekuchen-Franz“ fehlen.

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