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Wetterexperte Hermann-Josef Sander aus Beverungen hat den Monat November ausgewertet

Ziemlich mild, zu trocken und wenig Sonne

Beverungen

Zum Ende des vergangenen Jahres hat der heimische Wetterexperte Hermann-Josef Sander von der HVV-Wetterstation Beverungen-Drenke einen eher milden und trockenen Monat November registriert. Es gab einige Überraschungen.

Die Sonnscheinstunden betrugen im November 2021 insgesamt nur 38,2 – im Jahr zuvor waren es noch 80,1 Stunden. Foto: Harald Iding

„Ziemlich mild, zu trocken und eher sonnenscheinarm – so lässt sich die Witterung des Novembers, früher auch Nebelmond oder Nebelung genannt, in aller Kürze beschreiben“, betonte Sander. Die mittlere Monatstemperatur von +5,1 Grad Celisus (°C) überschritt den langjährigen Referenzwert um +1,1 °C. Zweistellige Maximaltemperaturen zwischen +10,3 °C und +13 °C gab es aber nur noch an insgesamt sechs Tagen – obendrein weit entfernt von den Höchstwerten im November 2020.

So hatte nämlich am 2. November 2020 die Maximaltemperatur noch +20,1 °C erreicht. Gab es im November in fünf Nächten zweistellige Werte zwischen +10,1 °C und +12,8 °C, betrug die höchste nächtliche Tiefsttemperatur in 2021 lediglich +8,6 °C. Leichter Luftfrost wurde siebenmal verzeichnet – und zwar zwischen -0,9 °C und -2,6 °C, sowie achtmal Bodenfrost zwischen -0,1 °C und -4,1 °C, davon sechsmal in der letzten Monatsdekade. Vom sogenannten Martini-Sommer – eine sehr milde Witterungsphase, die zu weilen um den Martinstag kurzfristig auftreten und für verhältnismäßig hohe Temperaturen sorgen kann – war dieses Mal allerdings nichts zu spüren.

Anders als beispielsweise im November 2013 und 2018, als diese für die Jahreszeit eher untypische Witterungsphase (auch als Singularität bezeichnet) sich jeweils über die gesamte erste Monatshälfte erstreckt hatte. „Dank polarer Kaltluft tanzten dann am 29. November die ersten Schneeflocken und kündigten den Winter an“. An 15 Tagen gab es im November 2021 insgesamt 29 Millimeter Niederschlag, wobei ein Drittel dieser Menge am letzten Novembertag fiel. Das vieljährige Soll wurde somit um etwa 30 Prozent unterschritten.

Nebel und Hochnebel sorgten dafür, dass die Sonne (typisch für den November) sich rar machte und oft überhaupt keine Chance hatte, denn an 14 Tagen war sie überhaupt nicht zu sehen. Mit 38,2 Sonnenscheinstunden wurde der langjährige Referenzwert von Nordrhein-Westfalen um etwa 30 Prozent unterschritten. 2002 hatte die Sonne im November sogar nur 16,2 Stunden geschienen – 2011 hingegen 102 Stunden. Die vergangenen drei Herbstmonate (September bis November) waren insgesamt um etwa +1,0 °C zu warm, um knapp 35 Prozent zu nass und unterschritten – wenn auch nur geringfügig – das vieljährige Sonnenschein-Soll um rund acht Prozent.

„Wetterfrosch“ Sander: „Lässt man die vergangenen 22 Jahre Revue passieren, ist der vorletzte Monat des letzten Jahres 21 Male zu warm gewesen!“ Nur ein einziges Mal unterschritt die mittlere Temperatur den langjährigen Durchschnittswert von +4,0 °C, aber auch nur um +0,2 °C. Zwischen +3,8 °C (2016) und +8,0 °C (2009) bewegte sich die Spanne der Durchschnittstemperaturen – statistisch fiel also jeder Novembermonat mit +5,7 °C um +1,7 °C deutlich zu warm aus. Der Rückblick auf die Niederschlagsmengen in den jeweiligen Novembermonaten von 2000 bis 2021 zeigt 13 Mal einen zu nassen und neun Mal einen zu trockenen Monat – die Spanne der Niederschlagsmenge reichte in diesem Zeitraum von 1,2 mm (2011) bis 108,3 mm (2002). Statistisch kam jeder dieser Monate somit auf ein Mittel von 54,5 mm und war somit um 36 Prozent zu nass. Nachfolgend die Monatsübersicht im Vergleich (November in den Jahren 2021, 2020 und 2019).

Niedrigste Temperatur in °C: -2,6 (2021), -5,2 (2020) und -2,7 (2019); höchste Temperatur in °C (+13.0, +20,1 und +14,6); mittlere Temperatur in °C (+5,1, +6,3 und +5,1); Minimum-Bodentemperatur in °C (-4,1, -7,0 und -3,8); mittlere Windgeschwindigkeit in km/h (11,0, 11,0 und 11,0); maximale Windböe in km/h (61,0, 65,0 und 54,0); Gesamtregenmenge in mm (29,0, 20,1 und 46,9); Zahl der Tage mit Niederschlag (15, 10 und 19); Zahl der Tage mit Frost (7, 4 und 4). Die Sonnscheinstunden betrugen im November 2021 insgesamt 38,2. Im Jahr zuvor waren es 80,1 Stunden und in 2019 genau 39,3 Stunden.

Die Wetterstation Drenke besteht übrigens seit mehr als zwei Jahrzehnten. Sander vom Heimat- und Verkehrsverein hatte seinerzeit die Idee, eine Wetterstation im Stadtgebiet Beverungen zu installieren.

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