1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Zwischen Choral und Kettensäge

  6. >

Kammeroper „All days for future“ des Theaters Bielefeld verwebt Bewegtbild, Bühne, Gesang und Klang zu einer berührend-dramatischen Performance

Zwischen Choral und Kettensäge

Bielefeld

Erstochen, vergiftet, tödlich erkrankt oder aufs Schafott geschickt: Dass in der Oper viel und häutig gestorben wird, ist keine Binsenwahrheit. Insofern liegt die Neue-Musiktheater-Produktion „All days for future – Klima und Klang“ ganz im Trend: Erst stirbt die Umwelt, dann der Mensch. Manchmal ist es auch umgekehrt, zum Beispiel wenn unbequeme Aktivisten wie der brasilianische Umweltschützer Chico Mendes für ein Kopfgeld von umgerechnet 230 Euro ermordet werden. So geschehen im Jahr 1988.

Von Uta Jostwerner

Susanne Schieffer (links) und Charlotte de Montcassin sind junge Umweltaktivistinnen. Pate für das Stück und die Rolle stand die Schwedin Greta Tunberg.Tom Scherer als angeklagter Industriebonze in „Happily ever after“ und Mitglieder des Opernchores. Foto: Theater Bielefeld/Sarah Jonek

Nicht zuletzt erhebt Theater in all seinen Darstellungsformen immer auch den Anspruch, aktuelle, gesellschaftspolitische Fragen aufzugreifen und zu reflektieren. Was lag da näher, als den Klimawandel zum Thema einer musiktheatralen Performance zu machen. So geschehen am Theater Bielefeld, das im Rahmen einer mehrjährigen Landesförderung (Neue Wege) ungewöhnliche Formate und Projekte erkundet, die zudem geeignet sein sollen, ein junges Publikum ans vermeintlich angestaubte Opern-Genre heranzuführen.

Jetzt Angebot wählen und direkt weiterlesen!