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Nach neun Jahren beim VfL Osnabrück hat Paderborns Neuzugang den Wechsel herbeigesehnt

Klaas: Zeit war reif für den Wechsel zum SCP

Paderborn

Egal ob Jugendfußball, Profidebüt, Aufstieg oder Abstieg – wenn Sebastian Klaas auf seine bisherige Laufbahn zurückblickt, steht für alles der VfL Osnabrück. Deshalb reifte bei dem 23-Jährigen bereits ím Winter der Entschluss, den Verein nach neun Jahren zu verlassen: „Da hatte ich kein anderes Angebot. Aber ich habe gespürt, dass die Zeit für einen Wechsel reif war.“

Von Matthias Reichstein

Er will vorwärts kommen: Sebastian Klaas gibt im Trainingslager Gas Foto: Michael Bieckmann/SCP

Der ursprüngliche Plan war, sich zumindest für eine gewisse Zeit aus der Heimat zurückzuziehen. Die Entfernung spielte keine Rolle, am Ende blieb Klaas dann doch eher in der Nachbarschaft hängen. „Ich ziehe aber trotzdem nach Paderborn“, bekräftigt er. Denn der Wechsel steht auch für eine Zäsur: Neuer Verein, neue Liga, neue Mannschaft und mal wieder ein neuer Trainer – Klaas will diesen Neuanfang, um weiterzukommen. Die vergangene Saison war ein wichtiger Schritt, unter dem Ex-Paderborner Daniel Scherning an der Seitenlinie gelang ihm mit 39 Pflichtspielen (zehn Tore, neun Vorlagen) beim Zweitligaabsteiger der Drittliga-Durchbruch. „Ich habe viele Trainer erlebt, aber die beiden Daniels haben mir den größten Schub gegeben“, sagt Klaas und meint damit neben Scherning auch Daniel Thioune (jetzt Fortuna Düsseldorf), der den VfL erst 2019 in die 2. Liga geführt hatte.

Scherning hätte zwar seinen Schützling gerne behalten, war am Ende aber auch so ehrlich, Klaas Mut zuzusprechen: „Er war sich sicher, dass Verein, Spielphilosophie, höhere Spielklasse und das ganze Drumherum gut zu mir passen würden. Das war für mich auch noch mal ein wichtiges Puzzlestück, das für Paderborn gesprochen hat.“

Beide Seiten einigten sich sogar auf eine längere Zusammenarbeit: Klaas unterschrieb einen Vertrag bis 2025. Warum so lange? „Weil er einer meiner absoluten Wunschspieler war“, sagt Trainer Lukas Kwasniok und nennt die Vorzüge des Neuen: „Die meisten Mittelfeldspieler hören mit dem Fußball an der Strafraumgrenze auf, Sebastian marschiert immer bis zur Torlinie. Neben seiner Spielintelligenz ist das seine größte Gabe.“ Klaas selbst wollte wieder in der 2. Liga auflaufen, konkrete Ziele nennt er aber noch nicht: „Das Niveau unserer Mannschaft ist top, so viel kann ich schon mal sagen. Aber ich muss mich hier erst einmal etablieren.“

Schlau genug war Klaas auch, den angebotenen Dreijahresvertrag nicht auszuschlagen. Denn der Schlaks könnte noch Zeit brauchen, bis er endgültig in der 2. Liga angekommen ist. In den vergangenen Jahren brachten ihn immer wieder Verletzungen aus dem Rhythmus, auch Folgen eines Badeunfalls vor vier Jahren in Spanien. „Ich hatte mir einen Halswirbel gebrochen. Danach geriet mein Körper total aus dem Gleichgewicht und musste sich erst wieder finden.“ Gar nicht in Fahrt kam Klaas in der Zweitliga-Spielzeit 202o/ 2021: An Spieltag zwei zog er sich eine Knochenabsplitterung im rechten Knie zu und verpasste nahezu die komplette Saison.

Sebastian Klaas noch im Trikot des VfL Osnabrück Foto: osnapix / Titgemeyer via www.imago-images.de

Das war zuletzt anders: Guter Abschluss, variabel und ein starkes Gegenpressing – mit diesen Qualitäten drückte er der VfL-Serie 2021/2022 seinen Stempel auf. Das gilt es eine Liga höher zu bestätigen. „Ich muss in allen Bereichen etwas draufpacken, wenn ich dauerhaft dort spielen will“, sagt er selbst. Kwasniok traut ihm den Sprung zu, ohne Wenn und Aber: „Das war kein Transfer, der aus der Not geboren wurde. Das war einer aus voller Überzeugung.“ Das gibt Rückenwind und Klaas die endgültige Gewissheit: Die Zeit für einen Wechsel war reif.

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