Kommentar zum SC Paderborn 07

Baumgart spielt in einer anderen Liga

Steffen Baumgart wollte als Trainer den nächsten Schritt in seiner Karriere machen, jetzt setzt er ihn auch: Egal in welcher Liga der 1. FC Köln künftig spielt, dieser Arbeitsplatz ist eine völlig andere Klasse.

Matthias Reichstein

Von der Pader an den Rhein: SCP-Coach Steffen Baumgart wird neuer Trainer beim 1. FC Köln. Foto: Jörn Hannemann Foto:

Mit dem einstimmigen Beschluss der Führungsgremien beim „Effzeh“ bekommt Baumgart viel Rückendeckung. Er selbst spricht von vertrauensvollen Gesprächen. Das werden aber auch seine unzähligen Vorgänger so gesehen haben. Daher muss er sich jederzeit auf schnellen Gegenwind in Sturmstärke gefasst machen. Auch medial wird auf den 49-Jährigen einiges einprasseln. Ob Print, Online, TV oder Radio – gefühlt wird täglich 24 Stunden lang über den 1. FC Köln berichtet.

Rustikale Rhetorik und immer authentisch – so war Baumgart in Paderborn. Der Trainer ließ nie zu, dass sich irgendeiner über die Mannschaft stellte. Wenn er dieses Gefüge in Gefahr sah, reagierte er wenig zimperlich, da konnte seine Zündschnur auch sehr kurz sein. So gelang es ihm, einen Verein, der nach drei Abstiegen in Folge in Trümmern lag, wieder zur Einheit zu formen.

Klare Kante ist auch in Köln gefordert. Doch anders als in Paderborn ist hier die Erwartungshaltung eine andere. Direkter Wiederaufstieg oder Europapokal-Quali – je nach Saisonabschluss sind das die Ziele. Und viel Zeit gibt es dafür nicht. Im Schnitt bleiben die Kölner Trainer nur ein Jahr.

Aber wer vorwärts kommen will, muss auch steile Wege gehen. Den Mut hat Baumgart. Und der wird schon vor dem ersten Arbeitstag belohnt. Denn eins gehört auch zur Wahrheit: Egal, ob er als Trainer scheitert, oder nicht – finanziell bewegt sich Steffen Baumgart künftig ebenfalls in einer anderen Liga.

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