Vor dem letzten Heimspiel bedankt sich Paderborns Trainer mit einem besonderen T-Shirt

Baumgarts Botschaft

Paderborn

 „Danke für alles“. Diese Aufschrift für ein ganz besonderes Shirt wählte Trainer Steffen Baumgart zur virtuellen Pressekonferenz vor der Partie am Sonntag (15.30 Uhr, Sky) gegen die SpVgg Greuther Fürth.

Matthias Reichstein

Sein Abschied rückt näher, Verein und Stadt will er trotzdem nah bleiben: Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Foto:

Eine gewisse Abschiedsstimmung macht sich damit auch bei dem 49-Jährigen so langsam breit, wobei er bemüht ist, den Fokus auf das Ligaspiel zu richten.

Dieser Spagat im letzten Heimspiel ist nicht einfach. „Es war eine schöne und erfolgreiche Zeit. Nicht nur, was das Sportliche, sondern auch was das Persönliche betrifft“, sagte Baumgart. Bei seiner Botschaft schwang viel Wehmut mit, auch wenn die Trennung nach vier Jahren nur von ihm ausging. Der Verein hätte den Fußballlehrer gerne behalten, ein sehr großer Teil der Fans auch. Genau die vermisst der scheidende Trainer seit Monaten ganz besonders. Dass sich daran auch bei seinem finalen Auftritt in der Benteler-Arena nichts ändert – auch das beschäftigt ihn: „Wenn es in unserem kleinen Stadion abgeht, war das ein besonderes Erlebnis. Deshalb wäre es schön, wenn alle noch mal da wären. Aber das geht leider nicht.“

Mit den Anhängern im Rücken würde es ihm allerdings noch schwerer fallen, sich nur auf das Spiel zu konzentrieren. Auch das deutete Baumgart an, gegenüber dem WESTFALEN-BLATT wurde er vor ein paar Tagen noch deutlicher: „Wenn die Hütte voll wäre und irgendwann der Moment da wäre, wo eigentlich alles vorbei ist, würde ich bestimmt heulen wie ein Schlosshund.“

Diese Bilder wird es Sonntag zumindest öffentlich eher nicht geben. Zumal Baumgart bei aller Abschiedsstimmung auch noch einen klaren Plan verfolgt. Der künftige Kölner Coach möchte mit zwei Dreiern aus den beiden letzten Spielen die Stadt und den Verein verlassen. Von einer „Verpflichtung“, gegenüber den Teams, die neben den Gästen noch im Aufstiegskampf sind, will er aber nichts hören: „Das ist kompletter Blödsinn. Hätten die Mannschaften hinter Fürth ihre Hausaufgaben gemacht, würden sie ganz woanders stehen. Wir werden alles dransetzen, unser letztes Heimspiel zu gewinnen. Alles andere interessiert mich nicht.“

Ein Erfolg gegen den Aufstiegskandidaten SpVgg Greuther Fürth, ein weiterer eine Woche später bei den abgestiegenen Würzburger Kickers – das wären nicht nur Baumgarts Zweitligasiege Nummer 29 und 30. Er würde damit auch noch einmal die 50-Punkte-Marke knacken. Wobei Baumgart mit sich und seiner Mannschaft ohnehin längst im Reinen ist: „Ich bin mit der Entwicklung des Teams komplett zufrieden. Die Leistung hat fast immer gestimmt. Wir hätten nur ein paar andere Ergebnisse einfahren können.“ Viel wichtiger sei aber, dass er die Mannschaft nach dem Abstieg stabil gehalten habe.

Auch das gelang nicht immer. Deshalb gibt es noch einen Grund, erhobenen Hauptes an den Rhein zu wechseln. Zum Gepäck wird dann auch sein Abschieds-Shirt gehören. Die Idee dazu hatte er selbst. Wichtig war Baumgart aber auch die Rückseite. Hier hat er sich alle Namen der Personen drauf drucken lassen, die ihn über die vergangenen vier Jahren begleitet haben: „Ich wollte auch allen Danke sagen, die im Hintergrund gearbeitet haben.“ Vom Greenkeeper über die Busfahrer bis zu den Köchen stehen da alle drauf. Selbst ehemalige Mitarbeiter wie Manager Markus Krösche wurden dort noch verewigt. Dabei vergaß Baumgart mit Martin Przondziono auch den ehemaligen Geschäftsführer nicht, mit dem sich der SCP seit mehr als einem Jahr juristisch auseinandersetzt. Eine nette Geste, die erneut zeigt, dass dieser Trainer eben besonders ist.

So könnte der SCP spielen

Zingerle - Dörfler, Nkaka, Schonlau, Collins - Schallenberg, Justvan, Ingelsson - Führich, Srbeny, Michel

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