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Kommentar zum langersehnten Sieg des SC Paderborn

Das sollte nur der Anfang sein

Das Programm zum Auftakt war happig, die Gesamtleistung der ersten 270 Minuten entsprach aber dem einen Punkt. Auch wenn es Trainer Steffen Baumgart anders sieht: Mehr hatte sich der SC Paderborn 07 nicht verdient. Denn anders als am Sonntag zeigte das SCP-Team zuvor nur in Ansätzen, welches Potenzial vorhanden ist, nie über die gesamten 90 Minuten. Mit dem 1:0 gegen Hannover 96 hat der SCP nun aber die Kurve bekommen. Zumindest fürs Erste.

Matthias Reichstein

Jamilu Collins (links), Uwe Hünemeier (Mitte) und Sebastian Schonlau (rechts) feiern den Sieg bei Spielende. Foto: dpa

Die vier Punkte nach vier Spieltagen sind zwar nicht der Einstieg, den sich Trainer, Spieler, Fans oder Vorstand vor Serienbeginn gewünscht hatten, angesichts der Kategorie der Gegner aber akzeptabel.

Aggressiv, bissig, zweikampfstark und mit frühem Pressing den Gegner von Beginn an unter Druck setzen – auch wenn in allen Bereichen noch Luft nach oben ist und gerade die Chancenverwertung zwingend besser werden muss, könnte Paderborns Leistung über die gesamte Spielzeit ein Signal in Richtung Konkurrenz und Kritiker sein: Die Mannschaft ist in der 2. Liga nicht nur angekommen, sie hat die Klasse auch angenommen.

Baumgart hinterlässt Spuren für die Ewigkeit

Holstein Kiel, Hamburger SV, 1. FC Heidenheim und jetzt Hannover waren gehobene Zweitliga-Qualität – und Paderborns Verletzungspech machte die Aufgaben in den vergangenen Wochen nicht leichter. Richtig ist aber auch, dass der SCP seinen Erstliga-Kader zu einem Großteil gehalten und sowohl mit talentierten Spielern aus unteren Ligen wie auch mit Routiniers noch etwas breiter aufgestellt hat. Daran muss sich Steffen Baumgart in den kommenden Monaten ebenfalls messen lassen.

Paderborns doppelter Aufstiegstrainer hat SCP-Geschichte geschrieben und damit schon jetzt Spuren für die Ewigkeit hinterlassen. Bis gestern standen in seiner Bilanz aber auch saisonübergreifend 18 Spiele in Folge ohne Dreier. Es gibt nur ganz wenige Profiklubs, die bei einer Sieglos-Serie dieser Größenordnung ihren Trainer zu keiner Zeit infrage stellen würden. Dieses Vertrauen hatte sich der Coach zwar in den vergangenen Jahren hart erarbeitet, aber nirgendwo sonst ist Erfolg so schnell vergänglich wie im Ergebnissport Profifußball. Deshalb sollte der Sieg gegen Hannover 96 nur der Anfang gewesen sein.

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