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Der Paderborn 07 nahm in der Hinrunde einen Punkt aus Sandhausen mit

Defensiv stabil, aber wenig Kreativität in der Offensive

Paderborn

Der Bundesliga-Absteiger SC Paderborn 07 kommt auch ergebnistechnisch immer besser in der 2. Liga an. So konnte man das 1:1 (1:1) beim SV Sandhausen am 25. Oktober 2020 deuten

Matthias Reichstein

Den Ball im Blick: Paderborns Dennis Srbeny (vorne) und Sandhausens Gerrit Nauber Foto: dpa

. Die Ostwestfalen bauten ihre kleine Erfolgsserie in einer intensiven, aber auch höhepunktarmen Partie aus und blieben zum dritten Mal in Folge ungeschlagen. Am Samstag (Anstoß: 13 Uhr, Sky) treffen sich beide Teams mit unterschiedlichen Vorzeichen wieder: Der SCP spielt relativ stressfrei um eine gute Platzierung, die Gäste kämpfen um den Ligaerhalt.

Dennis Srbeny (27.) hatte die Paderborner am 5. Spieltag der Hinrundemit einem Handelfmeter in Führung geschossen. Für die Hausherren konnte Robin Scheu (38.) noch vor der Pause ausgleichen. „Wir wussten, was uns hier erwartet. Sandhausen ist sehr zweikampfstark und gibt nie auf. Aber meine Jungs haben sich gewehrt. Es war ein gutes und kampfbetontes Spiel, mit dem Punkt bin ich zufrieden“, kommentierte Trainer Steffen Baumgart im Herbst des vergangenen Jahres das Remis. Der hatte seine Startelf im Vergleich zum 1:0-Heimsieg über Hannover 96 gar nicht verändert. Auch, weil sich Sebastian Vasiliadis erneut abgemeldet hatte. Die Rückenprobleme des Mittelfeldspielers, die eigentlich schon auskuriert waren, hatten sich 24 Stunden vor dem Anpfiff wieder verschärft. Er stand daher auch nicht im Kader.

Das Spiel begann damals sehr ruppig. Nach nur fünf Minuten trat Aleksandr Zhirov Paderborns Schweden Svante Ingelsson mit gestrecktem Bein in den Rücken und sah dafür Gelb. Da hatte er Glück, diese Karte hätte eine andere Farbe haben müssen. Die erste Hälfte bestimmte lange der SC Paderborn. Mehr Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe – die Gäste waren gut im Spiel, machten aber zu wenig daraus und erspielten sich keine zwingende Torchance.

Paderborns 1:0-Führung passte deshalb im Herbst 2020 irgendwie zur Partie: Nach einem feinen Zuspiel von Ron Schallenberg spitzelte Kai Pröger seinem Gegenspieler Denis Linsmayer den Ball an die Hand. Schiri Benjamin Cortus (Röthenbach) pfiff sofort, den zumindest diskutablen Strafstoß verwandelte Dennis Srbeny (28.) sicher. Mit der ersten eigenen Möglichkeit glich der SV Sandhausen aus. Nach einem weiten Einwurf von Gerrit Nauber (37.) faustete Leopold Zingerle den Ball genau vor die Füße von Robin Scheu, der fackelte nicht lange und traf zum 1:1. Da sah Zingerle, obwohl von Daniel Keita-Ruel bedrängt, gar nicht gut aus.

Gute Möglichkeiten blieben auch in der zweiten Hälfte Mangelware. Torschütze Scheu (51.) verlud erst Jamilu Collins und prüfte dann Zingerle, auf der Gegenseite hatte Kapitän Sebastian Schonlau nach Zuspiel von Chris Führich eine noch viel bessere Position, verfehlte aber das Gehäuse der Gastgeber. So richtig Fahrt nahm das Spiel nicht auf, in beiden Strafräumen passierte herzlich wenig. Baumgart brachte später noch die Nachverpflichtungen Marco Terrazzino, Marcel Heller und Prince Owusu, gefährlicher wurde die SCP-Offensive dadurch aber auch nicht.

Das bemängelte später Uwe Hünemeier: „Wir haben sehr gut verteidigt und kaum Chancen zugelassen. Aber das war kein gutes Spiel. Nach vorne hätten wir unsere Kreativität besser ausspielen können.“

Am Ende blieb es beim gerechten Remis. Wobei Sandhausens damaliger Trainer Uwe Koschinat, der vier Wochen später und nur noch einem weiteren Zähler durch Michael Schiele ersetzt wurde, doch einen Punktsieger sah: „Wir dürfen uns nicht beklagen. Dieser eine Zähler ist ein Gewinn. Deshalb haben wir heute nicht zwei Punkte verloren. Das müssen wir anerkennen.“

Schiele ist übrigens seit Montag auch schon wieder Geschichte. Nach nicht einmal 180 Tagen Amtszeit, aber zehn Niederlagen in 14 Spielen, wurde er zunächst durch den langjährigen Sandhausen-Profi Stefan Kulovits und Trainer-Routinier Gerhard Kleppinger ersetzt. Beide sitzen zumindest am Samstag in Paderborn auf der SV-Bank.

Kleiner Nachschlag: In der Nachspielzeit sah Steffen Baumgart noch seine zweite Gelbe Kartein dieser Saison. „Die hatte ich mir redlich verdient“, gab der Coach später zu.

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