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Kommentar zum Rückrundenauftakt des SC Paderborn

Der Paderborner Weg

Neues Jahr, alte Erkenntnis: Das Dasein in der Bundesliga bleibt für den SC Paderborn 07 eine einzige David-gegen-Goliath-Veranstaltung. Nur wenn der Außenseiter ans Limit kommt und der Gegner nicht, hat er im Duell mit Hochkarätern wie der Werkself überhaupt eine Chance. Eine erste Halbzeit wie die am Sonntagabend ist auf diesem Niveau nahezu irreparabel.

Elmar Neumann

Leverkusen jubelt, während SCP-Keeper Leopold Zingerle (im Hintergrund) den Ball aus dem Tor holt. Foto: Oliver Schwabe

Auf die Paderborner Personalplanungen wird der missglückte Start in die Rückrunde keinerlei Einfluss haben. So mutig wie sich die Profis zu Beginn der zweiten Hälfte gegen Leverkusen auf dem Platz präsentierten, so konsequent treibt die sportliche Führung die Gestaltung des Kaders voran. Der ligaunabhängige Zweieinhalbjahresvertrag für den (unbekannten) isländischen Nationalspieler Samuel Fridjonsson passt bestens in Bild.

Da können die Kellerkonkurrenten noch so prominente Lösungen finden, darf Hoffenheims Ex-Kapitän Kevin Vogt nach Bremen, Ex-Weltmeister Benedikt Höwedes (vielleicht) nach Köln wechseln und Mitaufsteiger Union Berlin Wolfsburgs Yunus Malli ausleihen – der SCP muss auf Spieler setzen, deren (Erstliga-)Qualitäten nicht unbedingt jeder sieht.

Auch wenn am Montagabend im Verlauf der Mitgliederversammlung von einem wieder geglätteten Konto die Rede sein sollte, kann es sich der Verein nicht erlauben, für einen eventuellen kurzfristigen Erfolg ins Risiko zu gehen. Dessen scheinen sich alle Entscheidungsträger bewusst. Entsprechend weitsichtig wird der Paderborner Weg beschritten. Der führt vielleicht im Sommer wieder direkt zurück in die 2. Bundesliga, aber bereits die bisher geleistete Arbeit lässt vermuten, dass sich der SCP dort doch viel eher als respektiertes Mitglied etablieren als abermals durchgereicht werden dürfte.

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