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Der SC Paderborn 07 brannte gegen Darmstadt beim 4:0-Erfolg in Hinspiel ein Fußball-Feuerwerk ab

Dieser Sieg tat richtig gut

Paderborn

Erst Corona-Stress, dann Fußball-Gala: Der SC Paderborn 07 befand sich am 8. November 2020 auf einer Achterbahn der Gefühle. Ein positiver Corona-Test hatte im Vorfeld des Auswärtsspiels beim SV Darmstadt 98 zunächst noch für viel Unruhe gesorgt. Am Ende stand aber ein souveräner 4:0 (3:0)-Sieg. Zum Auftakt des 24. Zweitliga-Spieltages sind die Südhessen am Freitagabend (18.30 Uhr, Sky) zum Rückspiel zu Gast.

Matthias Reichstein

Paderborner Duell: Der Ex-SCPer Felix Platte (links) im Zweikampf mit Kapitän Sebastian Schonlau. Foto: dpa

Vor dem Hinspiel hatte auch der SCP seinen ersten Corona-Fall in der laufenden Saison: Co-Trainer Maniyel Nergiz hatte sich mit dem Virus infiziert. Die Partie schien zunächst sogar gefährdet, war sie am Ende aber nicht. Der Videoanalyst hatte nur sehr wenig direkten Kontakt zur Mannschaft und daher konnte die Begegnung angepfiffen werden. Das war aus Paderborner Sicht auch gut so, denn der dritte Erfolg der Saison glich über weite Strecken einem Fußball-Fest und das freute besonders Trainer Steffen Baumgart: „Unser Auftritt war richtig gut. Wir konnten zur Pause auch 5:0 führen und haben die Partie im zweiten Abschnitt zu jeder Zeit kontrolliert.“

Die Ostwestfalen begannen sehr stark, hatten von Beginn an die Partie total im Griff, setzten die seit fünf Spieltagen ungeschlagenen Gastgeber unter Dauer-Druck und Dauer-Beschuss. Der Lohn war eine komfortable 3:0-Führung nach nur 25 Minuten. Nach einem Eckball von Justvan köpfte Ron Schallenberg (13.) mit seinem ersten Zweitligator zur 1:0-Führung ein. In Minute 22 stellte Chris Führich auf 2:0. Nur drei Minuten später sorgte Dennis Srbeny mit dem 3:0 für die (Vor-)Entscheidung. „Das war eine enorme Energieleistung unserer Mannschaft. Sie ist früh draufgegangen, hat dem Gegner keine Luft gelassen“, verteilte auch Manager Fabian Wohlgemuth nur Lob.

Im zweiten Abschnitt nahm Paderborn merklich den Fuß vom Gas, ohne aber die Dominanz zu verlieren. Svante Ingelsson (54.) verpasste das 4:0, dafür sorgte dann aber Dennis Srbeny. Nach einem Handspiel von Adrian Stanilewicz verwandelte Paderborns Torjäger den fälligen Strafstoß (61.) sicher. Das war bereits sein viertes Saisontor, entsprechend fiel auch seine Reaktion aus: „Das war heute eine rundum gelungene Leistung. Wir hatten einen guten Matchplan, unser hohes Pressing hat sich von Beginn an bezahlt gemacht und deshalb war es auch in der Höhe ein absolut verdienter Sieg.“

Die „jungen Wilden“ jubeln: Torschütze Chris Führich (links) und Svante Ingelsson feiern das 2:0. Foto: dpa

Der tat auch Baumgart gut. Der Stolper-Start zu Saisonbeginn und die damit verbundene Kritik hatten Paderborns Coach zumindest äußerlich kalt gelassen. Doch dieser Auswärts-Dreier war der erste nach saisonübergreifend neun (!) Monaten. Besonders bemerkenswert war auch noch der Altersschnitt der Sieger: Johannes Dörfler, Ron Schallenberg, Svante Ingelsson, Julian Justvan und Chris Führich, die fünf Neuzugänge in der Startelf, kamen nur auf 22,4 Jahre. Ein Hinweis, dass Baumgart von Saisonstart an an einem Team mit Zukunft bastelte.

Nach dem Schlusspfiff gab es noch eine gute Nachricht: Maniyel Nergiz zeigte auch zwei Tage nach dem positiven Test keine Symptome. Das war im März 2020 noch ganz anders: Innenverteidiger Luca Kilian (jetzt FSV Mainz 05) war als erster positiv auf das Corona-Virus getesteter Profi in die Bundesliga-Geschichte eingegangen. Der 20-Jährige hatte sich später gegenüber dem WESTFALEN-BLATT sehr detailliert über den Krankheitsverlauf geäußert: „Ich bekam Fieber, Schüttelfrost und Zitterattacken. Ich hatte zum ersten Mal richtig Angst.“

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