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Kommentar zum SC Paderborn

Dieses Team wurde überschätzt

Wenn SCP-Manager Fabian Wohlgemuth nach den Paderborner Planungen gefragt wird, antwortet er gerne auch mit diesem Satz: „Alles ist möglich. Im Fußball ist nichts in Stein gemeißelt.“

Matthias Reichstein

Frankfurts Bas Dost bejubelt sein 3:0 gegen Paderborn. Foto: dpa

Wer nach 34 Spieltagen nur 20 Punkte geholt hat , der muss auch alles hinterfragen. Angefangen bei der Einkaufspolitik. Der Paderborner Königstransfer war vor einem Jahr Rifet Kapic. Der vermeintliche Klement-Ersatz spielte keine Minute und war ein Flop. Der Versuch, im Winter nachzubessern, verdient höchstens die Note ausreichend. Dennis Srbeny begann stark, ließ aber auch stark nach. Das mag an der langen Phase ohne Einsätze in England gelegen haben, seine fünf Tore nach zehn Spielen lassen für die 2. Liga zumindest hoffen. Zugänge wie Samúel Fridjónsson, Antony Evans oder Dennis Jastrzembski halfen dagegen nicht. Außerdem muss der SCP bei der Wahl seiner Zugänge noch mehr aufpassen, wer überhaupt zum Verein passt. Abdelhamid Sabiri und Streli Mamba vermittelten nach außen nie den Eindruck, dass sie die begrenzten Möglichkeiten in Paderborn so annehmen, wie sie sind.

Und weil die Bedingungen so sind, wie sie sind, ist der SCP an seine Grenzen gestoßen. Auch wenn sich Trainer Steffen Baumgart öffentlich dagegen wehrt, muss er sich am Ende diesen Vorwurf gefallen lassen: Die auch von ihm zusammengestellte Mannschaft wurde überschätzt. Sie war über die gesamte Saison gesehen nie bundesligatauglich.

Dennoch wäre es nicht fair, am Ende dieser auch wegen der Corona-Pandemie sehr speziellen Spielzeit 2019/20 alles schlecht zu reden. Kein Mauern mit zehn Mann vor dem eigenen Tor, sondern frühes Anlaufen des Gegners – Paderborns mutiger Fußball war eine Bereicherung für die Bundesliga. Das bleibt hängen. Paderborns Trumpf war die mannschaftliche Geschlossenheit. Das zeigte sie auch in Frankfurt. Der längst feststehende Absteiger stemmte sich gegen den Abschuss zum Abschluss. Auch das ist ein Zeichen von Charakterstärke. Ein Blick nach Bremen belegt, dass es auch anders geht. Wobei unterm Strich nur das Ergebnis zählt: Mitaufsteiger 1. FC Köln hat trotz des 1:6 an der Weser das Klassenziel erreicht, Paderborn nicht. Das ist sogar in Stein gemeißelt.

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