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Paderborn verbucht mit dem 0:0 in Heidenheim den ersten Punkt in dieser Saison

„Ein kleiner Schritt“

Heidenheim/Paderborn (WB). Es war wie ein Schockmoment für alle Anhänger des SC Paderborn, die den Zweitliga-Auftritt ihrer Mannschaft beim 1. FC Heidenheim vor dem Fernseher verfolgten. Als Sebastian Vasiliadis in der 79. Minute vom Platz humpelte, werden sich viele gedacht haben: „Nicht auch das noch.“ Kurz zuvor hatte bereits Kapitän Sebastian Schonlau ausgewechselt werden müssen und die ohnehin schon lange Ausfallliste weiter verlängert. Doch der SCP hielt durch und rettete das 0:0 über die Zeit. Die Serie der sieglosen Spiele erhöhte sich auf 18, doch immerhin war es der erste Punkt der Saison.

Peter Klute

Zweikämpfe waren Trumpf beim Paderborner 0:0 in Heidenheim: Hier behauptet sich Uwe Hünemeier (links) gegen Patrick Schmidt. Foto: dpa

Die Erleichterung war spürbar. „Wir sollten uns darüber freuen, bei einer sehr starken Mannschaft einen Punkt geholt zu haben. Wir müssen und können damit leben. Das war ein kleiner Schritt, so fängt man“, sagte Trainer Steffen Baumgart, der zugleich keinen Hehl daraus machte, dass in den nächsten Partien noch mehr kommen muss. Das betrifft die Leistung und das Ergebnis. „Wir werden in Ruhe weiterarbeiten und uns verbessern“, sagte er.

Fabian Wohlgemuth

Aber erst mal nahmen die Paderborner das mit, was sie bekamen. „Das Trainerteam hat sich aufgrund der Verletztensituation sehr viele Gedanken gemacht und die Mannschaft mit einer neuen taktischen Ausrichtung sehr gut eingestellt. Der Punkt war aufgrund einer sehr starken kämpferischen Leistung hochverdient“, bilanzierte Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth. Nach den langfristigen Ausfällen von Streli Mamba, Sven Michel, Maxi Thalhammer und Chima Okoroji hatte sich auch noch Jamilu Collins mit einer Erkältung abgemeldet. Ohne gelernten Linksverteidiger stellte Baumgart auf eine Dreierkette um. Uwe Hünemeier und Ron Schallenberg (erstes Zweitligaspiel von Beginn an) rückten neu in die Startelf. Der Trainer selbst ging – wie immer – voran und handelte sich wegen Reklamierens seine erste Gelbe Karte in dieser Saison ein, in der Bundesliga waren es drei. Timo Gerach hatte ein Foul an Svante Ingelsson nicht geahndet, Baumgart zeigte dem Unparteiischen daraufhin den aufgerissenen Schuh des Schweden, bevor er ihn wegschmiss.

„Bascho“ mit letzter Kraft

Derweil ist Wohlgemuth in diesen Tagen sichtlich bemüht, das Positive herauszustellen und nach siebenjähriger Achterbahnfahrt mit Auf- und Abstiegen Souveränität auszustrahlen. „Der SC Paderborn ist in dieser Zeit entweder 18. oder Zweiter geworden. Ich wünsche mir ein bisschen weniger Schluckauf und mehr Stabilität.“

Auf dem Platz sind dafür auch Schonlau und Vasiliadis verantwortlich. Bei beiden gab es am Samstag schnell Entwarnung. „Bascho fühlte sich nicht wohl, wollte aber unbedingt spielen. Irgendwann kam das Zeichen, dass es nicht mehr geht. Vasi hat schon länger Probleme mit dem Sprunggelenk. Wenn er sich vertritt, umknickt oder falsch aufkommt, kann es sein, dass es nicht mehr geht. Aber er erholt sich wieder.“

Frank Schmidt

Ohne Kapitän und Taktgeber im Mittelfeld ging es nur noch darum, das Resultat zu halten. Heidenheim hatte zwar mehr Torchancen, der sichere SCP-Keeper Leopold Zingerle hielt seinen Kasten aber sauber. Die 100-prozentige und beste Gelegenheit in 94 Minuten auf der Ostalb hatten die Gäste. In der 37. Minute tauchte Ingelsson nach einem wunderschönen Doppelpass mit Dennis Srbeny frei vor Heidenheims Schlussmann Kevin Müller auf, traf aber nur das Außennetz und nicht ins Tor (37.). Ansonsten vermisste Baumgart „die Leichtigkeit, Ruhe und Klarheit nach Ballgewinnen“, während sein Gegenüber Frank Schmidt urteilte: „In der zweiten Hälfte hat nur noch eine Mannschaft gespielt. Wir haben alles dafür getan, die drei Punkte zu holen, allein die Belohnung hat gefehlt.“ Dem SCP war es recht.

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