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Das Nein zur Kooperation: Fan-Kritik an der Geschäftsführung des SC Paderborn

»Eine ganz schwache Reaktion«

Paderborn (WB/en). Während sich die Verantwortlichen des SC Paderborn 07 bis zum in der kommenden Woche anstehenden Gespräch mit den Fans auf ein kollektives Schweigen verständigt haben, nimmt der Anhang selbst das Nein zur Kooperation mit RB Leipzig alles andere als wortlos zur Kenntnis. In den Sozialen Medien ist die krasse Kehrtwende weiterhin das ganz große Thema.

Weiterhin kritisieren Teile der SC-Paderborn-Fans die Führung des Erstligaaufsteigers. Foto: Jörn Hannemann

Die Befürworter der im Zusammenhang mit dem Wechsel von Manager Markus Krösche vereinbarten Zusammenarbeit zeigen sich tief enttäuscht bis fassungslos, die Gegner überrascht bis begeistert. »Als uns die Nachricht erreicht hat, haben wir wahre Freudentänze aufgeführt. Mit einer dermaßen spektakulären Wendung haben wir echt nicht mehr gerechnet«, sagt Dr. Jan Fischer.

Ärger über Verhalten der Entscheidungsträger

Der Zahnarzt aus Arnsberg hatte zusammen mit befreundeten Fans aus Block P eine an die Klubführung gerichtete Petition gestartet, die bis Freitag von fast 2600 Unterstützern unterschrieben worden war. Die »Fanszene Paderborn« hatte sogar 32.000 Das-steckt-hinter-RB-Flyer verteilt und darüber hinaus auch über den Blog www.ohne-rb.de zu massiver Gegenwehr aufgerufen. Mit Erfolg, wie Fischer nun hoch erfreut feststellen kann: »Es ist toll, was die aktive Fanszene auf die Beine gestellt hat. Auch die Unterstützung für die Petition war unglaublich und ist für mich ein ganz seltenes Beispiel dafür, dass es sich doch lohnen kann, wenn man sich als Bürger oder Fan nicht alles gefallen lässt.«

In die Freude der Kooperationsgegner mischt sich aber sogleich neuer Ärger über das Verhalten der Entscheidungsträger. Es ist die Pressemitteilung, in der allein von »unterschiedlichen Ansichten« auf Leipziger und Paderborner Seite die Rede ist und die Fanproteste in keinem Wort direkt erwähnt werden, die den 53-Jährigen ärgert: »Was da durch die Blume geäußert wird, ist absolut unglaubwürdig. Der Kooperationsvertrag war doch schon unterschrieben. Zurückgerudert wurde ausschließlich aufgrund der Proteste und das nicht einzuräumen, ist eine ganz schwache Reaktion.«

Eine verpasste Chance

Fischer sieht in dieser Art der Begründung vor allem eine verpasste Chance, die Versöhnung der Pro- und Contra-Lager unter der SCP-Anhängern voranzutreiben: »Hätte die Geschäftsführung gesagt, dass sie einen Fehler gemacht und diesen nun korrigiert habe, wäre das sehr integrativ gewesen. Das hätten ihr die meisten Fans sehr hoch angerechnet. Aber stattdessen geht man so vor, wie man das aus der Politik kennt und versucht einfach nur irgendwie, sein Gesicht zu wahren.« Doch statt nun eine Rücktrittsforderung zu formulieren, übernimmt Fischer den integrativen Part und verfasst einen Aufruf an alle Fans des Erstliga-Rückkehrers: »Wir sollten uns auf keinen Fall in Sieger und Verlierer aufspalten, sondern wieder aufeinander zugehen. Es geht nicht darum, irgendwelche Eitelkeiten zu bedienen, sondern allein darum, gemeinsam unseren Klub zu unterstützen.«

Nicht mehr für diesen Klub spielt Phillip Tietz. Der 21-Jährige, zuletzt an CZ Jena ausgeliehen, hat sich Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden angeschlossen.

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