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0:1, 2:1 und am Ende 2:3 – SC Paderborn erlebt gegen den SV Darmstadt 98 eine Achterbahn der Gefühle

Erst Spiel gedreht und dann noch verloren

Paderborn

Zweitligist SC Paderborn hat sich am Freitagabend selbst geschlagen. Nach einer 2:1-Führung unterlag der SCP dem SV Darmstadt 98 völlig unnötig mit 2:3 (1:1).

Peter Klute 

Sein elftes Saisontor und sein sechster Treffer vom Punkt: In der 24. Minute glich Foto: Wilfried Hiegemann

In den zurückliegenden Englischen Wochen hatte Paderborns Trainer Steffen Baumgart auf große Rotationen verzichtet, diesmal tauschte er gleich dreimal und stellte das System von 4-2-3-1 auf 4-3-3 um. Chima Okoroji anstelle des gesperrten Jamilu Collins links in der Viererkette: Dieser Wechsel der Gastgeber war schon im Vorfeld klar. Auch der Rücktausch von Kai Pröger zu Chris Führich hatte sich angedeutet. Dass aber Julian Justvan nach längerer Zeit (zuletzt am 23. Januar beim 1:0 gegen Würzburg) mal wieder beginnen durfte und Sven Michel dafür auf die Bank musste, überraschte dagegen ein wenig. Winter-Zugang Nicolas Bürgy musste krankheitsbedingt kurzfristig aus dem Kader gestrichen werden. Bei den Lilien verzichtete Coach Markus Anfang zunächst auf seinen Standardexperten und Ex-Paderborner Tobias Kempe.

Dessen Teamkameraden waren zunächst nur aufs Verteidigen aus und überließen Paderborn den Ball. In der elften Minute hätte Sebastian Vasiliadis das hessische Bollwerk fast schon geknackt, doch die Kugel flog knapp am rechten Eck vorbei. Keeper Marcel Schuhen wäre geschlagen gewesen. Nur drei Minuten später dann beinahe das 0:1, als Serdar Dursun per Fallrückzieher den rechten Pfosten traf. In der 19. Minute machte es Darmstadts Top-Torjäger besser und verwandelte einen von Johannes Dörfler an Mathias Honsak verursachten Elfmeter unhaltbar für Leopold Zingerle. Doch bis zur Paderborner Antwort dauerte es nur fünf Minuten und auch der Ausgleich fiel vom Punkt. Foul von Patrick Herrmann an Führich und Srbeny erzielte mit seinem sechsten Strafstoß sein elftes Saisontor. Beide Elfmeter waren übrigens unstrittig. Kurz vor der Pause musste der Kapitän mit einer Augenverletzung nach Zusammenprall mit Patric Pfeiffer von Bord. Für Sebastian Schonlau kam Maxi Thalhammer, Ron Schallenberg rückte in die Innenverteidigung.

Zehn Minuten nach dem Wechsel war es Führich, der die Partie mit einem Schlenzer ins lange Eck endgültig drehte. In der 65. Minute hatte Honsak das 2:2 auf dem Kopf, zielte aber genau auf Zingerle. Die Gäste waren jetzt am Drücker und belohnten sich Sekunden später mit dem verdienten Ausgleich durch Tim Skarke. Schiedsrichter Daniel Schlager zeigte erst zur Mitte, nahm die Entscheidung aufgrund eines Fouls an Dörfler dann aber per Videobeweis zurück. Der SCP im Glück, aber kurz danach im kollektiven Tiefschlaf: Marvin Mehlem überwand Zingerle und diesmal zählte es (68.). Paderborn war jetzt völlig von der Rolle und hatte erneut Fortuna auf seiner Seite, dass das 2:3 von Dursun wegen Abseits aberkannt wurde (70.). Doch Dursun hatte noch einen im Schuh (76.) und das Spiel war erneut gekippt.

In einem Testspiel trifft der SCP an diesem Samstag auf die U23 des VfL Wolfsburg, die nächste Paderborner Punktpartie steigt am 15. März, auf St. Pauli.

Nichts geht mehr: Paderborns Kapitän Sebastian Schonlau musste in der 37. Minute ausgewechselt werden. Foto: Wilfried Hiegemann

Statistik

Paderborn: Zingerle - Dörfler (83. Owusu), Hünemeier, Schonlau (37. Thalhammer), Okoroji - Schallenberg, Vasiliadis (83. Pröger) - Führich, Justvan (74. S. Michel), Antwi-Adjej (74. Ingelsson) - Srbeny

Darmstadt: Schuhen - P. Herrmann, Höhn, Pfeiffer, Holland - Pálsson, Rapp - Skarke (76. Berko), Marvin Mehlem (85. Schnellhardt), Honsak (76. T. Kempe) - Dursun (85. Platte)

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Rastatt)

Tore: 0:1 Dursun (20./Foulelfmeter), 1:1 Srbeny (24./Foulelfmeter), 2:1 Führich (55.), 2:2 Marvin Mehlem (68.), 2:3 Dursun (75.)

Gelbe Karten: Schonlau (4), Okoroji (3), Pröger (1) / Pfeiffer (2), Honsak (1), Holland (5), T. Kempe (3), Berko (1)

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