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Online-Petition gegen Kooperation mit Leipzig – SCP-Klubchefs genervt

Fans wehren sich weiter

Paderborn (WB). Die Kooperation mit RB Leipzig sorgt unter den Fans des Fußball-Bundesligaaufsteigers SC Paderborn weiter für große Unruhe und stößt auf viel Unverständnis. Nach Boykott-Aufruf und Protest-Plakat sowie der Formierung einer Gegenbewegung haben SCP-Anhänger nun auch eine Online-Petition gestartet.

Peter Klute

Viele Anhänger des SC Paderborn wehren sich gegen die Kooperation mit RB Leipzig. Foto: Schwabe

In einem »Offenen Brief zur Kooperation SC Paderborn mit RB Leipzig« richtet sich der Verfasser Dr. Jan Fischer, Zahnarzt aus Arnsberg, stellvertretend für viele seiner »Freunde aus Block P« an die Klubführung des SCP. Er fordert, dass die geplante Zusammenarbeit beider Vereine »SOFORT gestoppt werden« müsse. Ansonsten »droht die tiefe Spaltung des Vereins und ein kaum wieder zu korrigierender gravierender Imageverlust«.

SCP-Führung reagiert genervt

Die Führung des SCP reagierte darauf genervt . »Ich habe davon gehört, aber es noch nicht gelesen. Das wollte ich mir an Pfingsten nicht antun. Ich werde das am Dienstag nachholen und danach mit unseren Gremien besprechen, wie wir vorgehen«, sagte am Montag Elmar Volkmann, Präsident und Vorsitzender des Wirtschaftsrates. Geschäftsführer Martin Hornberger, der erklärte, den genauen Wortlaut des Briefes ebenfalls nicht zu kennen, verwies auf die geplante Gesprächsrunde mit den SCP-Fans, die für Ende Juni angesetzt ist und nicht öffentlich stattfindet: »Wir beziehen uns lieber auf unsere eigenen Anhänger und lassen uns nicht von den Fans anderer Vereine die Meinung sagen.« Was Hornberger meint: Die Petition ist öffentlich und kann demnach nicht nur von SCP-Anhängern unterstützt werden.

Die Fangruppe, die die Petition erstellt hat, sei ihm nicht bekannt, sagte Hornberger und stellte wiederholt klar: »Bei der Kooperation geht es um einen reinen sportlichen Austausch. Aber RB Leipzig erregt anscheinend die Gemüter.« Das sieht auch Volkmann so: »Wenn wir diesen Vertrag mit einem anderen Verein geschlossen hätten, wäre keiner auf die Idee gekommen, sich aufzuregen. Das wird alles viel zu hoch gehangen.« Volkmann wird bei dem Treffen mit den Fans nicht dabei sein, ist aber sicher: »Unsere Vertreter werden für Aufklärung sorgen und die Emotionalität herausnehmen. Wir haben diesen Vertrag unterschrieben und wenn es keine ganz neuen Erkenntnisse gibt, bleibt es auch dabei.« Allerdings scheint der Fan­aufstand seine Wirkung nicht zu verfehlen, denn nach Information dieser Zeitung soll es in der nächsten Saison erst einmal keine Leihgeschäfte zwischen beiden Vereinen geben.

Ein »folgenschwerer großer Irrtum«

Das könnte auch die Verfasser der Petition freuen. In dem Brief heißt es weiter: »Wir sind Architekten, Lehrer, Sozialarbeiter, Musiker, Ingenieure, Ärzte... und bilden somit einen breiten Querschnitt durch die bundesdeutsche Mittelschicht. Die meisten von uns sind schon langjährige Mitglieder des Vereins.« Sie seien der festen Überzeugung, dass ihr SC Paderborn »einem folgenschweren großen Irrtum mit der Kooperation mit dem von Red Bull dominierten Verein aus Leipzig unterliegen wird.« Sie befürchten eine wachsende wirtschaftliche Nähe zum Red-Bull-Netzwerk, verweisen auf einen negativen »Imagewechsel«. Das würde Sponsoren abschrecken und »still und heimlich Abhängigkeiten auch nackter wirtschaftlicher Art« mit sich bringen.

In Sachen Ansehen gehen die Fans noch einen Schritt weiter: Sie behaupten, »dass unser SCP über Nacht von einem sympathischen Underdog, dem viele in Deutschland den Aufstieg gegönnt haben, zu einem der drei unbeliebtesten Vereine des Landes geworden ist«. Das ergebe sich aus Internetforen und Pressespiegeln und könne auch der SCP-Spitze nicht verborgen geblieben sein. Ihre Forderung: Die »irrige Entscheidung mit enormer Tragweite« soll die Klubführung so schnell wie möglich zurücknehmen, damit der Schaden für den SCP so gering wie möglich gehalten werde.

Bis Montag (20 Uhr) wurde die Petition (Sammelziel 2000) bereits von mehr als 1960 Usern unterzeichnet.

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