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1:3 beim Hamburger SV – der SC Paderborn hat in dieser Saison noch gegen kein Spitzenteam in der 2. Liga gewonnen

Für die Oberen reicht es nicht

Hamburg

Gut gespielt, nie aufgegeben, aber am Ende stand der SC Paderborn mit leeren Händen da. Die 1:3 (1:2)-Niederlage beim Hamburger SV war durchaus vermeidbar, aber unterm Strich auch verdient.

Peter Klute

Freude und Frust: HSV-Kapitän Tim Leibold, Doppelpacker Sonny Kittel und David Kinsombi (von links) jubeln, Paderborns Maxi Thalhammer (hinten) ist bedient. Foto: Christian Charisius/dpa

„Heute hat man wieder den Unterschied zwischen einer Spitzenmannschaft und uns gesehen“, sagte Steffen Baumgart. Eine Analyse, die dem heimischen Zweitligisten und seinem Trainer irgendwie bekannt vorkommen muss.

So ähnlich hatte sich Baumgart auch nach dem 1:1 vor zwei Wochen in Fürth geäußert. „Heute hat man gesehen, was uns noch fehlt“, hatte es damals geheißen. Fakt ist: Von den bisherigen acht Duellen gegen die ersten sechs Mannschaften der Tabelle (Hamburg, Bochum, Kiel, Fürth, Karlsruhe, Düsseldorf) haben die Ostwestfalen keines gewonnen. Sechs Niederlagen stehen zwei Unentschieden gegenüber.

Die Ursachen für die erste Schlappe nach vier Partien ohne Niederlage waren schnell gefunden: Die Paderborner verschliefen die Anfangsphase und lagen nach zwei Standardtoren von Moritz Heyer (Kopfball nach Ecke, achte Minute) und Sonny Kittel (Freistoß, 22.) schnell mit 0:2 zurück. Vor allem der zweite Treffer war mehr als ärgerlich. Kittels Schuss war zwar außergewöhnlich, er landete aber nur deshalb genau im Eck, weil die Zwei-Mann-Mauer Chris Führich und Christopher Antwi-Adjei die Lücke öffnete. Leopold Zingerle sah im ersten Moment auch nicht gut aus, aber sein Trainer nahm den Torwart in Schutz. „Für Leo ist das schwierig, einer von den Jungs davor darf da ruhig den Kopf hinhalten. Das war nicht okay, passiert aber“, sagte Steffen Baumgart.

Übrigens: Auch bei den zwei Gastspielen zuvor, in Fürth und Düsseldorf, stand es früh 1:0 für den Gegner. Im Gegensatz dazu aber legte der Tabellenführer am Samstag sofort nach. „Du wachst spät auf, gerätst 0:2 in Rückstand und läufst hinterher. In den ersten Minuten war bei uns einiges im Argen“, ärgerte sich Baumgart. Mit dieser Meinung stand Paderborns Coach nicht alleine da. „In den nächsten Spielen müssen wir wieder von Anfang an da sein“, sagte Führich, „Wir haben zu lange gebraucht, um in das Spiel reinzukommen“, stellte such Sven Michel fest, der mit seinem Anschlusstor (Vorarbeit Führich) in der 41. Minute wieder für Hoffnung sorgte. „Danach musste der HSV noch einiges überstehen und ich hätte mir gewünscht, dass noch nicht Pause ist“, sagte Baumgart.

Auch das 3:1 durch den zweiten Kittel-Treffer (53.) war noch nicht die Entscheidung, denn Paderborn zeigte auch beim Primus sein hübsches Gesicht. Die Mannschaft macht immer weiter und glaubt an sich. „Der Wille des Teams war nicht gebrochen“, sagte Manager Fabian Wohlgemuth. Dennis Srbeny hatte gleich zweimal das 3:2 auf dem Fuß. „Die Reaktion war gut, es hätte noch interessanter werden können“, bedauerte Baumgart und bekam ein Kompliment seines Gegenübers. HSV-Trainer Daniel Thioune meinte: „Wo Paderborn draufsteht, ist auch Paderborn drin. Gerade unter Steffen. Siege gegen Paderborn sind immer mit viel Aufwand verbunden. Das war ein Spitzenspiel, zu dem der SCP viel beigetragen hat.“ Gereicht hat es nicht.

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