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Paderborn wollte »Mo« Dräger schon im Winter, jetzt hat’s geklappt – mit Video

Im zweiten Anlauf

Paderborn (WB). Ginge es nach Manager Markus Krösche, wäre Mohamed Dräger schon im Winter vom SC Freiburg zum SC Paderborn gewechselt. Doch damals legten die Breisgauer ihr Veto ein. Im zweiten Anlauf hat es jetzt geklappt, Dräger wurde für zwei Jahre an den SCP ausgeliehen.

Peter Klute

Tempomacher: Mohamed Dräger (links) ist seinen Gegnern, wie hier gegen AS Monaco, meist einen Schritt voraus. Foto: Thomas F. Starke

Zuvor hatte der Rechtsfuß seinen Vertrag in Freiburg bis 2021 verlängert. »Wir sind sehr glücklich, das ist eine super Situation für alle Seiten. Ich bin kein Freund von einjährigen Leihen, da ist der Spieler nach einem halben Jahr schon wieder auf der Abreise«, sagt Krösche. Dräger pflichtet ihm bei: »Ich war gerade erst in Freiburg umgezogen und habe nun meine neue Wohnung in der Paderborner Innenstadt eingerichtet. Jetzt bin ich fertig und froh, dass ich nicht schon im Februar anfangen muss, meine Sachen zu packen.«

Sehnsucht nach Spielpraxis auf höchstem Niveau

Dass Krösche und Dräger bei ihrer Entscheidung richtig gelegen haben, hat sich bisher bestätigt. »Mo macht das sehr gut und hilft uns extrem weiter. Er gibt der Mannschaft als Spieler und als Mensch viel und passt zu 100 Prozent in unsere Systematik. Er ist mutig, sucht das Eins-gegen-Eins und ist variabel. Außerdem merkt man ihm jeden Tag die Freude darüber an, zum Training zu kommen«, sagt Krösche.

Wer »Mo« Dräger im Gespräch erlebt, kann Krösches Einschätzung teilen. »Ich freue mich auf die Einheiten, die Testspiele, den Saisonstart. Ich habe Spaß an meinem Beruf, auch wenn jeder Lauf noch so anstrengend ist. Es ist hier genau so, wie ich es mir vorgestellt habe«, sagt er.

Das nimmt man ihm ab. Er sehnt sich danach, auf höchstem Niveau zu spielen, zwei Erstligaeinsätze in Freiburg waren ihm zu wenig. Aber es gab auch noch einen anderen Grund, seine Geburtsstadt und den Sport-Club zu verlassen. »Zehn Jahre sind eine lange Zeit, vielleicht eine zu lange. Ich brauchte einen neuen Input. Auch für den Kopf.«

Dabei hilft, dass es zwischen Freiburg und Paderborn nach seiner Aufgfassung gar keine großen Unterschiede gibt. »Wenn ich die Stadt, die Mannschaft, den Fußball und die Trainer vergleiche, ist das kein Kulturschock. Und ich hatte hier noch keinen einzigen Regentag. Das passt«, sagt Dräger.

Er wurde ausgebildet, um Fußball zu spielen und nicht, um sich hinten reinzustellen. Die Trainer Christian Streich und Steffen Baumgart seien sich ebenfalls ähnlich. »Ich finde es geil, wenn ein Trainer mitfiebert und Emotionen zeigt«, sagt er.

Verständnis für Özil

So dürfte es Dräger nicht schwerfallen, als Schwarzwälder in Ostwestfalen heimisch zu werden. Bisher hat er immer in Freiburg gelebt, den Sommerurlaub verbringt der Sohn eines Deutschen und einer Tunesierin stets in der Heimat seiner Mutter.

Als doppelter Staatsbürger hat er die Causa Özil genau verfolgt: »Ich verstehe ihn irgendwo. Man kann dieses Foto mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan so oder so sehen. Ich denke nicht, dass Mesut Özil damit ein politisches Statement abgeben wollte und er muss sich auch nicht alles gefallen lassen. Aber das ist zum Glück nicht meine Baustelle.«

Sein Thema ist der SCP und die 2. Liga: »Auch wenn wir ein Aufsteiger sind, reicht es mir nicht zu sagen, wir wollen nicht absteigen. Ich möchte möglichst viele Spiele machen und mit der Mannschaft so viele Punkte holen, wie es geht. Egal wie. Dann ist nach oben alles offen.«

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