Kommentar zum neuen Trainer des SC Paderborn 07

Kwasniok passt zur DNA des SCP

Es sollte ein junger und sehr ehrgeiziger Trainer sein, der zumindest Drittliga-Erfahrung hat.

Matthias Reichstein

Paderborns neuer Trainer Lukas Kwasniok. Foto: imago

Und einer, der den aggressiven Offensiv-Fußball des SC Paderborn nicht nur fortsetzt, sondern idealerweise auch weiterentwickelt. Dass die Wahl auf Lukas Kwasniok fiel, kommt daher nicht überraschend. Er zählte von Beginn an zum engsten Kandidaten-Kreis, auch wenn Manager Fabian Wohlgemuth wochenlang keinen Namen kommentierte.

Kwasniok gilt, ähnlich wie sein Vorgänger Steffen Baumgart, als positiv verrückt. Mit seinem Vollgas-Fußball stieg er mit dem 1. FC Saarbrücken vor einem Jahr in die 3. Liga auf und führte die Saarländer als ersten Viertligisten überhaupt bis ins Halbfinale des DFB-Pokals.

Kwasniok fördert seine Spieler und fordert sein Umfeld. Das machte die Trennung an der Saar deutlich. Dem 39-Jährgen ging die Entwicklung bei dem etwas angestaubten Traditionsverein nicht schnell genug. Er wollte als junger Fußballlehrer viele Strukturen aufbrechen und verändern, der Klub konnte hier nicht Schritt halten.

Kwasniok ist auch selbstbewusst. Er hat die genannten Erfolge gefeiert und verlässt den Neuling Saarbrücken als Fünfter. Bei Carl Zeiss Jena hat er auch gezeigt, dass er Abstiegskampf kann. Und wer im Dezember 2020 für sich entscheidet, den Vertrag nur bei Zweitliga-Aufstieg im Mai 2021 zu verlängern, der ist von sich und seiner Arbeit überzeugt. Aber das Beispiel Saarbrücken zeigt auch: Wenn er den Eindruck hat, dass die Ergebnisse nicht genug wertgeschätzt werden, kann die Zusammenarbeit schnell zuende gehen.

Kwasniok weiß nicht nur, wie der Fußball funktioniert, er passt zur DNA des SC Paderborn. Ob diese Mischung auch erfolgreich ist, wird sich sehr schnell zeigen. Denn eins hat der Mann, der immer auf dem dem Gaspedal steht, auch in der 2. Liga nicht: Zeit.

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