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Paderborns Steffen Baumgart findet auf die 2:3-Pleite gegen Darmstadt keine Antworten

„Lieber Journalist als Trainer“

Paderborn (WB)

Stolz und Glückseligkeit auf der einen, Frust und Ratlosigkeit auf der anderen Seite. Die 2:3 (1:1)-Niederlage des SC Paderborn am Freitagabend im Zweitligaduell gegen den SV Darmstadt 98 war den Gesichtern und Kommentaren der beiden Trainer in der anschließenden Pressekonferenz bestens zu entnehmen.

Peter Klute 

Paderborns Trainer Steffen Baumgart ist maßlos enttäuscht. Foto: Friso Gentsch/dpa

„Kompliment an meine Mannschaft, die in dieser Woche gegen alle Widerstände angekämpft hat. Eigentlich haben wir hier fünf Tore geschossen, hinten ganz wenig zugelassen und alles wegverteidigt“, sagte Lilien-Coach Markus Anfang. Mit diesen Komplimenten („Paderborn hat eine richtig gute Mannschaft, mit viel Potenzial und großer individueller Qualität“) konnte Anfangs Gegenüber wenig anfangen. „Ich bin immer sauer, wenn wir verloren haben“, sagte Steffen Baumgart. Diesmal aber bezog sich die „leichte Angesäuertheit“, wie er sich zunächst gnädig ausdrückte, nicht nur auf das Ergebnis, sondern vor allem auf seine Mannschaft. „Wir hatten nach dem 2:1 alles im Griff. Der Sieg lag auf dem Tablett wir haben ihn verschenkt. Das war ärgerlich und 20 Minuten mehr als dumm. Ich habe noch nie ein Spiel gesehen, in dem wir dermaßen die Ordnung und Struktur verloren haben. Ich lasse es jetzt lieber weiterzusprechen, aber dieses Spiel wird mich sicher noch den einen oder anderen Tag kosten. Wir dürfen das nicht hergeben und hatten es daher heute einfach nicht verdient zu gewinnen“, sagte Baumgart.

„20 Minuten mehr als dumm“

Warum gab der SCP die Partie aus der Hand? Was lief schief? Diese Fragen an Baumgart blieben ohne Antworten. „Da wäre ich jetzt lieber Journalist als Trainer. Auch die Einwechslungen haben diesmal nicht gegriffen. Ich würde die Niederlage gerne auf meine Kappe nehmen, aber das bringt ja nichts, weil es nichts ändern würde“, sagte er. Statt des von ihm gewünschten Kletterns in der Tabelle sieht er sein Team im Abstiegskampf angekommen: „Wir sind mit dabei. Wer geglaubt hat, mit 31 Punkten sind wir durch, der hat heute gesehen, was Abstiegskampf ist. Da geht es nicht darum, schön, sondern klar zu spielen. Wir haben die meisten Zweikämpfe gewonnen, aber die wichtigen verloren. Wir müssen den Jungs jetzt schnellstmöglich wieder Selbstvertrauen geben, damit wir nicht in eine schwierige Situation kommen.“

Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich am Montag, 15. März. Dann geht es zum FC St. Pauli. Die Kiezkicker sind aber nicht erst seit dem Gewinn des Stadtderbys gegen den HSV so etwas wie die Mannschaft der Stunde in Liga zwei.

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