Mit dem Comeback des Stürmers kehrt der SC Paderborn 07 in die Erfolgsspur zurück

Michel macht den Unterschied

Paderborn (WB)

Manchmal braucht es Spieler in der Mannschaft, die einfach mal vorangehen. Mehr laufen als andere. Zweikämpfe annehmen und auch gewinnen. Sven Michel ist so einer. Der 30-jährige Stürmer des Zweitligisten SC Paderborn 07 liebt den Vollgas-Fußball.

Matthias Reichstein

In Berlin traf er doppelt: Torschütze Sven Michel. Foto: imago

Paderborns Rückkehr in die Erfolgsspur ist deshalb auch mit dem Namen Michel verbunden. Beim 1:0-Erfolg zum Zweitligaabschluss 2020 war er mit seinem Tor der Punktegarant, beim 3:2-Pokalsieg bei Union Berlin als Doppeltorschütze sogar „Man of the Match“. Für Trainer Steffen Baumgart gehört Michel zu den Typen, die mit Qualität, aber noch mehr Mentalität ausgestattet sind und ein ganzes Team mitreißen können. Michel selbst zieht einen eher ungewöhnlichen Vergleich: „Ein Team ist wie ein Teller Suppe. Manchmal fehlt nur eine winzige Kleinigkeit, bis alles perfekt ist.“

Die „Kleinigkeit“ war zuletzt Michel. Gegen Osnabrück stand er nach längerer Verletzungspause (Teilriss des Innenbandes am linken Knie) zum ersten Mal seit Spieltag eins wieder in der Startelf. Er kam, traf und feierte damit einen perfekten Neubeginn. Sein Doppelpack in Berlin war die glänzende Fortsetzung und damit ein gelungenes Ende eines Jahres, dass ganz viele lieber streichen würden.

„Die vergangenen Monate waren sehr speziell“, sagt Michel. Erst wurde die Corona-Epidemie zur Pandemie, dann stieg Paderborn aus der 1. Liga ab. Und auch mit Beginn der neuen Spielzeit wurde zunächst nichts besser. Der SCP stolperte mit zwei Niederlagen in die Saison, Michel verletzte sich in der Vorbereitung auf das zweite Punktspiel und drohte für den Rest des Jahres auszufallen.

Das vorzeitige Comeback war das Resultat harter Arbeit, guter Physios und vielleicht auch das Ergebnis eines für einen Fußball-Profi eher ungewöhnlichen Hobbys: Sven Michel sammelt Kräuter. Weidenröschen, Kamille oder Johanniskraut – auch da kennt sich der Naturmensch Michel aus. „Ich will fit bleiben und noch lange Fußball spielen“, sagt er. Sein Vertrag läuft noch bis 2022, eine Fortsetzung ist ausdrücklich erwünscht. Zunächst mal in Liga zwei. „Da sollten wir uns schnell absichern. Je früher wir das schaffen, je eher können wir nach oben schauen“, sagt Michel.

Oder wieder nach Berlin reisen. „Ich hätte nichts gegen ein zweites Pflichtspiel in der Hauptstadt“, sagt er und lacht. Die Chancen sind in dieser Saison aber eher gering. Union sowie Hertha spielen bekanntlich erstklassig und bis zum Einzug ins Pokalfinale fehlen noch einige Siege.

Das wären weitere Sonderschichten in einem ohnehin vollen Terminkalender der SCP-Profis. „Unser Programm ist mit mindestens 22 Einsätzen bis Mai der Hammer“, rechnet er hoch. Dafür braucht es Typen, die anpacken. So, wie Sven Michel.

Startseite