1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Scp
  4. >
  5. Przondziono stand erst am Anfang

  6. >

Kommentar zum Manager-Wechsel beim SC Paderborn

Przondziono stand erst am Anfang

Über die Gründe für die Trennung darf weiter munter spekuliert werden. Offenkundig ist, dass die Führungsspitze des Bundesliga-Schlusslichts SC Paderborn das Vertrauen in die Arbeit von Manager Martin Przondziono verloren hatte.

Matthias Reichstein

Die Führungsspitze des SC Paderborn hat das Vertrauen in die Arbeit von Manager Martin Przondziono verloren. Foto: Jörn Hannemann

Die Wertschätzung schwand bei den Ostwestfalen allerdings, bevor der 50-Jährige überhaupt zeigen konnte, was er kann. Der Name Martin Przondziono steht zwar auch für den erneuten Erstliga-Aufstieg, doch als Kaderplaner stand er in der zweiten Reihe und damit im Schatten von Manager Markus Krösche.

Aus dem trat er erst Schritt für Schritt heraus, als es das SCP-Urgestein nach Leipzig zog. Präsident Elmar Volkmann beförderte mit seiner Führungsspitze die „profilierte Persönlichkeit“ und den „absoluten Fußball-Fachmann“ Przondziono zum Geschäftsführer Sport und machte ihn damit zum wichtigsten Mann im operativen sportlichen Geschäft. Das ist erst zehn Monate her. Seitdem kämpft Paderborn um den Klassenerhalt. Der SCP ist zwar Letzter, hat aber mit teilweise begeisterndem Offensiv-Fußball das Image des Vereins, der Stadt und der Region erneut kräftig aufpoliert.

Nagelprobe stand erst noch bevor

Doch auch das Liga-Schlusslicht trägt noch zu sehr Krösches Handschrift. Przondzionos Nagelprobe mit der Kaderplanung für 2020/21 stand daher erst noch bevor. Wer geht? Wie hoch sind die Erlöse? Wer kommt? Wie hält man bei allen wirtschaftlichen Zwängen das sportliche Risiko in Grenzen? Auf diese Fragen kann Przondziono zumindest beim SCP keine Antworten mehr geben. Diese Chance wurde ihm genommen. Deshalb hat die Vereinsführung selbst viel Vertrauen verspielt.

Personelle Wechsel gehören zur Bundesliga wie der Ball zum Spiel. Warum aber die Paderborner Bosse ausgerechnet die Corona-Krise für sich als „gute Gelegenheit für den angestrebten Wechsel“ entdeckten , bleibt aber ihr Geheimnis. Diese Zwangspause ist vielmehr eine riesige Herausforderung. Niemand weiß, wie und wann es weitergeht. Niemand weiß, mit welchem Budget und in welcher Liga Paderborn künftig spielt. Deshalb bleibt die Trennung nicht nur rätselhaft, der Zeitpunkt ist auch noch denkbar schlecht.

Startseite