Landgericht weist Klage des Ex-Managers des SC Paderborn 07 ab

Przondziono verliert Prozess

Paderborn

Das Landgericht Paderborn hat die Klage von Ex-Manager Martin Przondziono gegen den SC Paderborn 07 abgewiesen. Das teilte die Pressestelle des Gerichts auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage mit. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Die Urteilsbegründung soll in den kommenden drei Wochen vorliegen.

Matthias Reichstein 

Paderborns Ex-Manager Martin Przondziono (rechts) und sein Anwalt Dr. André Soldner. Foto: Matthias Reichstein

Unter Vorsitz von Richterin Birgit Hammerschimidt wurde am Mittwoch über knapp drei Stunden verhandelt. Zur Erinnerung: Martin Przondziono war von dem Fußball-Zweitligisten am 20. April 2020 zunächst freigestellt worden, am 4. Mai folgte dann die fristlose Entlassung. Begründet wurde diese mit „vereinsschädigenden Äußerungen bei der Verabschiedung vor der Mannschaft“. Der 51-Jährige soll sich damals auch mit Blick auf die Corona-Krise so geäußert haben: „Ihr mussten auch auf einen Teil des Gehaltes verzichten, um den neuen Manager zu bezahlen.“

Gegen die fristlose Kündigung klagte Przondziono. Die 4. Zivilkammer hatte am Mittwoch zunächst einen Vergleich vorgeschlagen. Przondziono sollte vom SCP noch 225.800 Euro bekommen. Darin enthalten war sein Erstliga-Gehalt (30.000 Euro für den Monat Mai), sein Zweitliga-Gehalt für die laufende Spielzeit (18.000 Euro), plus Prämien (1000 Euro pro Punkt). Die Richterin zog aber 20 Prozent als „Corona-Gehaltsverzicht“ ab. Diesen Vorschlag lehnte Przondziono nach Beratung mit seinem Anwalt Dr. André Soldner ab. Ihr Gegenvorschlag lag bei 365.000 Euro, da sich Przondzionos Vertrag nach Klassenerhalt um weitere zwölf Monate bis zum 30. Juni 2022 verlängern würde. Das Gehalt des ehemaligen Geschäftsführer Sport würde dann sogar auf 20.000 Euro pro Monat steigen. Dazu kämen erneut Prämien von 1000 Euro pro Zweitligapunkt.

Nächste Instanz Oberlandesgericht Hamm?

Dr. Thomas Himmer, der den SCP vertrat, sah sich bereits am Mittwochabend als Punktsieger und nach der Beweisaufnahme und der acht Zeugenaussagen (darunter die Profis Christian Strohdiek, Sven Michel, Sebastian Schonlau, Gerrit Holtmann, Luca Kilian, Klaus Gjasula) bestätigt: „Seine Aussagen haben für Unsicherheit in der Mannschaft geführt und waren vereinsschädigend.“

Damit ist der Rechtsstreit aber wohl noch längst nicht beendet. Es wird erwartetet, dass Przondziono in die Berufung gehen wird. Die nächste Instanz wäre wohl das Oberlandesgericht Hamm.

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