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SC Paderborn und RB Leipzig nehmen Abstand von einer Kooperation – mit Kommentar

Rolle rückwärts

Paderborn (WB). Das ist ein Paukenschlag. Die zwei Fußball-Bundesligisten SC Paderborn und RB Leipzig haben Abstand von der geschlossenen Kooperation genommen. Das teilte der SCP, wie berichtet , am Mittwochabend mit. Damit reagierten beide Vereine auf die massive Kritik an der vereinbarten Zusammenarbeit.

Peter Klute

Zumindest einige Fans des SC Paderborn haben ihr Ziel erreicht. Die Kooperation mit RB Leipzig gibt es nun doch nicht. Foto: Jörn Hannemann

Zunächst berichtete der »Kicker« am frühen Abend davon, dass die brisante Kooperation vor dem Aus stehe, bevor sie überhaupt begonnen habe. Nach kon­troversen Abwägungen, so das Fachmagazin in seiner Onlineausgabe, soll sich die Führung des Aufsteigers gegen den beabsichtigten Deal mit dem Ligakonkurrenten ausgesprochen haben. In Paderborn stünden intern Befürworter des Deals , die sich nicht von der aufgebrachten Fanszene erpresst sehen wollen, jenen gegenüber, die die geplante Zusammenarbeit ohnehin für unnötig erachteten.

Von Hämmerling angekündigte Stellungnahme kommt früher

Der SCP kündigte in Person des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Ralf Hämmerling auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES zunächst eine Stellungnahme für Donnerstag an, doch dann ging alles ganz schnell. »Ein zielgerichteter fachlicher Austausch im Rahmen der geplanten sportlichen Kooperation« sei »unter den gegebenen inhaltlichen Rahmenbedingungen aufgrund unterschiedlicher Ansichten nicht wie geplant umsetzbar«, heißt es in der Presseerklärung der Paderborner. Darüber hinaus wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart. Der SCP wies darauf hin, es gebe keine weiteren Beweggründe und Details würden nicht kommentiert.

Konsequenz der Unruhen der vergangenen Wochen

Das abrupte Ende der Kooperation ist eine Konsequenz der Unruhen in den vergangenen Wochen . Die Euphorie über den zweiten Aufstieg in die 1. Liga nach 2014 war mit einem Schlag verflogen, die Fans fühlten sich übergangen, befürchteten eine wirtschaftliche Abhängigkeit von Red Bull und probten den Aufstand. Nach Boykott-Aufruf und Protest-Plakat sowie der Formierung einer Gegenbewegung starteten einige Anhänger eine Online-Petition. In zwei Tagen gingen mehr als 2000 Unterschriften ein. Doch die Kooperation wurde zunächst von beiden Klubs verteidigt. Jetzt die Rolle rückwärts.

Geplantes nicht-öffentliches Treffen mit Ultras soll stattfinden

Beschlossen wurde die Zusammenarbeit Anfang Juni im Rahmen des Wechsel von Paderborns Manager Markus Krösche nach Leipzig. »Die ursprünglichen Ansätze basierten auf dem ausdrücklichen Wunsch des SCP und resultierten aus den guten Gesprächen im Rahmen des Wechsels von Markus Krösche«, heißt es in der Mitteilung weiter. Danach sei die bisher nicht mit Leben erfüllte Kooperation mit Gesprächen vertieft worden. Beide Klubs hielten ausdrücklich an der gegenseitigen Wertschätzung fest. Dennoch wird es die Kooperation jetzt nicht geben, das geplante nicht-öffentliche Treffen mit den Ultras in der kommenden Woche soll aber stattfinden, um die Wogen weiter zu glätten. Danach wird der Verein auch über die Kartenpreise für die neue Saison informieren.

Ein Kommentar von Oliver Kreth

Kooperation stand von Anfang an unter keinen guten Vorzeichen. Viele Paderborn-Fans waren stocksauer, bundesweit wurde über das neue Farmteam der Leipziger gelästert. Dann gab es verbale Disharmonien zwischen den Kooperationspartnern, wer, wann, was, wie, zu wem und warum gesagt hat. Detailscharf waren die Gespräche vor der Verkündung offensichtlich nicht. Jetzt hat man sich in gegenseitigem Einvernehmen getrennt – bevor die Kooperation mit Leben erfüllt wurde.

Der SC Paderborn wird sich davon Ruhe erhoffen, Ruhe, die keine Kraft und Konzen­tration kostet in dem sowieso schon schwierigen Bemühen, in der 1. Liga zu bestehen. Andererseits: Natürlich hätte der Aufsteiger von dem Netzwerk des Red-Bull-Klubs profitieren können – nicht nur auf dem Platz.

Es wird spannend zu beobachten sein, wenn der SCP wieder absteigt, wie sich dann seine Fans äußern werden.

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