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Er ist der beste Paderborner Torschütze des vergangenen Jahres, hat aber 2021 erst ein Mal getroffen

Srbeny sucht die Leichtigkeit

Paderborn

Das Dutzend ist voll. Kein Spieler des SC Paderborn hat seit Januar 2020 häufiger ins gegnerische Gehäuse getroffen als Dennis Srbeny.

Peter Klute

Trainer Steffen Baumgart tröstet Dennis Srbeny. „Ich bin in einer schwierigen Phase“, sagt der Stürmer des SC Paderborn. Foto: Frank Molte/dpa

Fünf Tore in Liga eins, sieben in der laufenden Zweitliga-Spielzeit: Das kann sich sehen lassen. Kein Wunder, dass Srbeny auch im Heimspiel des SCP diesem Samstag gegen den SV Sandhausen (13 Uhr, Sky) in der ersten Elf zu finden sein wird.

Neben Uwe Hünemeier und Chris Führich ist Srbeny der dritte Feldspieler des SCP, der in dieser Saison in jeder Partie zum Einsatz kam und sogar in der Startelf stand. Als Strahlemann ist der 26-Jährige in diesen Tagen aber nicht unterwegs.

„Ich bin gerade in einer schwierigen Phase“, sagt er über sich. Die vergebene Großchance am Freitag vor einer Woche in Hannover, als Srbeny in der zehnten Minuten nach einer traumhaften Vorarbeit von Sebastian Vasiliadis aus kurzer Distanz übers Tor schoss, hat das noch verstärkt. „Mein Job ist es, die Kugel über die Linie zu bringen. Ich habe in den Wochen zuvor schon einige Chancen vergeben, aber diese Möglichkeit war eine 1000-prozentige. Der muss rein und es tut mir wahnsinnig leid für die Mannschaft, weil wir einen riesigen Aufwand betrieben haben“, gibt er sich selbstkritisch. Das vergangene Spiel war für ihn ein Spiegelbild der bisherigen Saison: „Wir sind spielerisch mittlerweile auf einem richtig guten Niveau, aber wir lassen zu viele Chancen und damit auch Punkte liegen.“

Auch Srbenys Ertrag könnte besser sein. Fünf seiner Treffer resultierten aus Elfmetern (vier direkt verwandelt, einer im Nachschuss), lediglich zweimal (in Darmstadt und gegen Würzburg) traf er aus dem Spiel heraus. Das Tor gegen Würzburg zum Hinrundenabschluss am 23. Januar war sein erstes 2021 und bis dato letztes. „Dennis fehlt momentan die Leichtigkeit, er muss manchmal geweckt werden, dass er den Kopf oben behält“, sagt Trainer Steffen Baumgart. Doch der misst seinen Mittelstürmer, den er auch schon als Zehner ausprobierte, nicht nur an Toren. „Dennis arbeitet sehr viel für die Mannschaft, gerade im Anlaufen gegen den Ball. In der 2. Liga ist er in diesem Punkt einer der besten Spieler im vorderen Bereich. Auch wenn er nicht der Schnellste ist“, sagt Baumgart, der sich um die Quote Srbenys keine Sorgen macht. „Er hatte in den vergangenen drei Spielen sehr gute Möglichkeiten, die sich ihm vorher so nicht geboten haben. Deshalb sehe ich ihn wieder auf einem guten Weg“, sagt der Coach über den gebürtigen Berliner, der 2017 vom BFC Dynamo an die Pader kam und nach zwei Jahren bei Norwich City zur Rückrunde der Vorsaison nach Ostwestfalen zurückkehrte.

Erstligajahr war Bonus

Da spielte Paderborn zwei Klassen höher als bei seinem Abschied. Doch Srbeny ist nicht so vermessen, dass er die 2. Liga für sich als zu niedrig ansieht. „Ich habe gerade mal eine halbe Saison in der Bundesliga gespielt, für den Verein war das ein Bonusjahr. Wir wissen alle, dass wir der SC Paderborn sind und wo wir herkommen. Da wo wir sind, gehören wir auch hin“, sagt er und geht fest davon aus, seinen Vertrag (bis 2022) zu erfüllen: „Ich fühle mich hier sehr wohl, es passt alles.“ Dabei hat er den direkten Wiederaufstieg trotz eines stattlichen Rückstands auf die Aufstiegsränge immer noch nicht ganz abgeschrieben: „Wir haben jetzt gegen Sandhausen und Heidenheim zwei Heimspiele innerhalb von vier Tagen. Mit zwei Siegen könnten wir noch mal einen Vorstoß wagen. Das wollen wir mit allen Mitteln.“

Gegen die Kurpfälzer soll nicht nur die Leistung, sondern auch das Ergebnis stimmen. Geht es nach Srbeny, sehr gerne mit eigenen Toren. Ob in vorderster Front oder als hängende Spitze, ob aus elf Metern oder nicht: Das ist ihm egal. „Der Trainer weiß, dass es mir gefällt, wenn ich mich mal fallen lassen kann. Das Wochenende zum Durchschnaufen hat mir gut getan, der Kopf ist wieder frei und ich habe viel Zuspruch bekommen. Ich zweifle nicht an mir“, sagt Srbeny. Helfen wird ihm sicher auch, dass sein Spezi Sven Michel nach Verletzung zurückkehrt. „Wir verstehen uns blind, es macht unheimlich Spaß, mit ihm zu wirbeln“, sagt Srbeny. Aber über allem steht: Der Ball muss rein.

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