Außenstürmer des Zweitligisten ist nur noch dritte Wahl – Trainer Baumgart ist der Punkt gegen Kiel zu wenig

Verlässt auch Pröger den SC Paderborn?

Paderborn (WB)

Von einem halben Dutzend Spielern hat sich der SC Paderborn 07 im Winter bereits getrennt. Mit Kai Pröger könnte bis zum Transferschluss noch Nummer sieben folgen.

Matthias Reichstein

Kai Pröger will den SCP verlassen. Foto: Oliver Schwabe

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen hat der Berater des Außenstürmers beim SCP eine entsprechende Anfrage gestellt.

Dass Pröger unzufrieden ist, liegt auf der Hand. Der 28-Jährige kam vor zwei Jahren vom Regionalligisten RW Essen und stieg mit dem SCP als einer der Leistungsträger in die Bundesliga auf. Paderborn zahlte damals eine Ablösesumme in Höhe von 50.000 Euro an den Regionalligisten, Prögers Marktwert (Vertrag bis 30. Juni 2022) liegt im Moment bei etwa 1,4 Millionen Euro. Wobei der sinkt, seitdem er beim SCP nur noch dritte Wahl ist.

Der Rechtsaußen hat in diesem Jahr noch keine Minute gespielt, seit vier Spieltagen wurde er von Trainer Steffen Baumgart auch nicht mehr für den Kader nominiert. „Es laufen im Hintergrund Gespräche“, sagte Baumgart zu den Transfergerüchten, er wollte aber keinen Namen nennen. Auch Wohlgemuth hielt sich bedeckt: „Wir prüfen noch einige Optionen. Es kann in beide Richtungen noch etwas passieren.“

Bisher hat der SCP seinen Kader auf 21 Feldspieler reduziert. Auch mit Blick auf die coronabedingt schwierige finanzielle Lage des Vereins. Mit Streli Mamba (Kairat Almaty), Christian Strohdiek (Würzburger Kickers) und Dennis Jastrzembski (Waldhof Mannheim) wurden die Verträge aufgelöst, Antony Evans (Crewe Alexandra), Jesse Tugbenyo (SF Lotte) und Adrian Oeynhausen (RW Ahlen) wurden ausgeliehen. Sollte nun auch Pröger gehen, will der SCP noch einen „wettkampferfahrenen“ Stürmer holen. In der Innenverteidigung sucht der Klub nach einem talentierten Nachwuchsspieler.

Diese Personalien muss der SCP bis Montag regeln, dann schließt das Transferfenster. Sollte der Neunte der 2. Liga nicht mehr fündig werden, könnte Baumgart damit auch leben: „Wir machen jetzt keine Schnellschüsse. Schon gar nicht in diesen Zeiten.“ Zumal es sportlich auch ganz gut läuft. Mit der Leistung seiner Mannschaft war der Coach nach dem 1:1 am Mittwochabend erneut zufrieden, mit dem Ergebnis nicht: Der Punkt gegen Holstein Kiel war ihm im Rückblick viel zu wenig: „Wenn man gegen eine gute Mannschaft viele große Chancen hat, dann muss man durch diese offene Tür auch gehen. Das haben wir nicht gemacht.“ Torschütze Chris Führich hatte vor der Pause noch eine weitere klare Möglichkeit, Christopher Antwi-Adjei (57.) und Johannes Dörfler (84.) im zweiten Abschnitt. Sie hatten den möglichen Sieg auf dem Fuß, belohnten den SCP aber nicht für die lauf- wie zweikampfstarke Leistung.

Vor dem Rückrundenstart hatte Baumgart mit einer Umstellung überrascht. Sven Michel spielte in der Spitze, auf den Flügeln Chris Führich und erstmals nach fünf Pflichtspielen auch wieder Christopher Antwi-Adjei von Beginn an. Erst dahinter agierte Dennis Srbeny. Dafür nahm der Coach Julian Justvan zunächst aus der Startelf. „So hatten wir im Angriff noch mehr Tempo“, begründete Baumgart und bewertete die Umstellung als Erfolg: „Mit seiner Erfahrung und seiner Körperlichkeit hat Dennis die Räume eng gemacht und vertikal auch noch gute Bälle gespielt.“ Wobei der Torjäger in seiner Rolle keinen einzigen Torabschluss hatte.

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