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SC Paderborn hält an seiner offensiven Spielidee fest

Verschärfte Konkurrenz sorgt für Härtefälle

Paderborn (WB). Sie sind wieder da. Nach einem beispiellosen Absturz von Liga eins bis in Liga vier haben die Paderborner die Kurve bekommen. Gemeinsam mit dem 1. FC Magdeburg hat der SCP den Aufstieg in die 2. Liga geschafft. Und die Aussichten, dort zu bleiben, sind nicht die schlechtesten.

Peter Klute

In der Vorsaison gesetzt, muss Kapitän Christian Strohdiek jetzt um seinen Stammplatz bangen. Foto: Besim Mazhiqi

Mit neun externen Neuzugängen (inklusive des von Fortuna Düsseldorf erst geliehenen und nun fest verpflichteten Marlon Ritter) wurde der Kader verstärkt und das nicht nur in der Breite. »Wir haben deutlich an Qualität dazugewonnen«, stellt Trainer Steffen Baumgart fest. Das bedeutet auch: Der Konkurrenzkampf auf allen Positionen hat zugenommen, das Ringen um die Stammplätze hat es in sich.

Wenige Tage vor dem Saisonstart ist das Personalbild klarer geworden, es gibt aber auch noch einige Fragezeichen. Fest steht, dass es bei der Besetzung der ersten Elf einige Härtefälle geben wird. Zum Beispiel in der Innenverteidigung. Das Pärchen Christian Strohdiek/Sebastian Schonlau hat, wie alle Aufstiegshelden, vielleicht einen kleinen Bonus, ist aber keineswegs gesetzt. Zumal der Herausforderer Nummer eins nicht irgendwer ist: Der ehemalige SCP-Kapitän Uwe Hünemeier ist nach drei Jahren bei Brighton & Hove Albion in England zurückgekehrt und möchte natürlich nicht auf der Bank sitzen. Doch einen aus diesem Trio wird es naturgemäß erwischen. Im Moment deutet vieles auf Hünemeier hin.

Personelle Fragen vorm Zweitligastart in Darmstadt

Auf der linken Abwehrseite liefern sich Felix Herzenbruch und Jamilu Collins, wie schon in der Vorsaison, ein Duell auf Augenhöhe, das Letztgenannter in der Endphase für sich entschied. Collins’ großes Plus gegenüber Herzenbruch ist sein Offensivdrang. Rechts in der Viererkette war der umgeschulte Lukas Boeder bislang gesetzt, der für zwei Jahre vom SC Freiburg ausgeliehene Mohamed Dräger scheint aber deutlich mehr zu sein als eine brauchbare Alternative. In der Vorbereitung überzeugte der Deutsch-Tunesier vor allem durch seine hohe Geschwindigkeit.

Zittern heißt es nicht nur für Schonlau, Strohdiek und Boeder, auch für Robin Krauße könnte es eng werden. Helmträger Klaus Gjasula, gekommen vom Drittligisten Hallescher FC, macht einen äußerst präsenten Eindruck. Und wenn Baumgart an seinem System mit nur einem Sechser und zwei Spitzen festhält, und danach sieht es aus, kann nur einer spielen.

In der offensiven Zentrale kam in den Testspielen Philipp Klement zum Einsatz, und der im Winter aus Mainz gekommene Techniker überzeugte vollends. In der Rückrunde der abgelaufenen Saison kam Klement meist über rechts, doch Baumgart sagt: »Philipp ist kein Außenbahnspieler, er gehört in die Mitte.« Dort glänzte in der Vorsaison Ritter, doch einen Freifahrtschein hat er nicht. »Marlon ist erst während der Vorbereitung zu uns gestoßen und war danach verletzt. Er hat Rückstand«, sagt Baumgart.

Zwei Verletzte

Rechts streiten sich Ben Zolinski und der aus Magdeburg an die Pader gewechselte Tobias Schwede, der auch auf dem linken Flügel spielen kann. Vorteil Schwede. Links führt am Shootingstar der Vorsaison, Christopher Antwi-Adjei, kein Weg vorbei.

Gleiches gilt im Angriff für Sven Michel, mit 19 Treffern Paderborns bester Torschütze der abgelaufenen Serie und ein Garant dafür, dass der SCP mit 90 Toren so oft traf wie noch nie ein Drittligist zuvor. Michels Partner ermitteln der erst vergangene Woche verpflichtete Schalker Bernard Tekpetey, Phillip Tietz und der mit Schwede aus Magdeburg gekommene Julius Düker. Entscheidet sich Baumgart hinter den Spitzen für Klement, könnte auch Ritter nach vorne rücken.

Der vom VfR Aalen transferierte Sebastian Vasiliadis ist erst mal ebenso hinten dran wie Leon Fesser. Einen Sonderstatus besitzt Routinier Thomas Bertels in seinem letzten Profijahr. Er ist in den Stand-by-Modus gewechselt und nebenbei Co-Trainer der U 19-Bundesliga-Mannschaft. Nach seiner Karriere wechselt Bertels 2019 endgültig ins Nachwuchsleistungszen­trum. Matthias Stingl und Sebastian Wimmer gehören zwar wie die Perspektivspieler Olivér Schindler, Philippos Selkos und Sergio Gucciardo zum Kader, haben aber die Freigabe für einen Wechsel. Die verletzten Massih Wassey (Rücken) und Sascha Heil (Schambein) fallen auf unbestimmte Zeit aus.

Keine Torwartdiskussion

Bleibt die Torwartfrage, die eigentlich keine ist. Denn es wäre eine große Überraschung, wenn Leopold Zingerle seinen Posten zwischen den Pfosten verlieren würde. So dürfte Routinier Michael Ratajczak wieder nur im Pokal zum Einsatz kommen. Zugang Leon Brüggemeier soll Spielpraxis in der U 21 sammeln. Aber egal, wie der SC Paderborn im ersten Spiel am Sonntag beim SV Darmstadt 98 aufläuft, an einem wird sich nichts ändern: »Wir wollen unsere Spielidee, zu pressen und den Gegner früh unter Druck zu setzen, auch in der 2. Liga fortführen«, kündigte Baumgart vor dem ersten Training in diesem Sommer an.

Und obwohl es in der Vorbereitung das eine oder andere vermeidbare Gegentor zu viel gab, stellt er zufrieden fest: »Es klappt, auch die neuen Jungs wissen und setzen um, was wir wollen.« Er sagt aber auch: »Es gibt immer etwas zu tun.«

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