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Offener Brief von Fangruppierungen gegen Zusammenarbeit – Gesprächsrunde Ende Juni

Wegen RB-Kooperation: Fans drohen mit Boykott – SC Paderborn reagiert

Paderborn (WB/MR/paul). Die Kooperation des SC Paderborn mit RB Leipzig stößt bei Fans auf großes Unverständnis. Die »aktive Fanszene Paderborn« ruft in einem offenen Brief zum Boykott auf. Die Verantwortlichen des SCP kündigen derweil eine Gesprächsrunde für Ende Juni an. Update: 20.18 Uhr.

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Am Dienstag  bestätigte der SCP zum einen den Wechsel von Manager Markus Krösche Richtung Leipzig sowie  die Kooperation der beiden Erstligisten. »Wir wollen regelmäßig nicht nur Ideen austauschen. Ich könnte mir auch gut vorstellen, bei Transfers oder der Trainerausbildung zusammenzuarbeiten«, erklärte Paderborns Leiter des Lizenzbereichs Martin Przondziono. »Die Kooperation beziehe sich unter anderem auch auf einen Austausch im Scouting-Bereich. Eine Zusammenarbeit mache auch deshalb Sinn, weil Krösche den SCP gut kenne«, sagte RBL-Vorstandschef Oliver Mintzlaff.

»Ruf bereits stark geschädigt«

»Sollte die Zusammenarbeit mit RB Leipzig umgesetzt werden, wird die aktive Fanszene den Spielen des SC Paderborn 07 bis auf Weiteres fernbleiben. Unsere Vereinsliebe und die jahrzehntelange Unterstützung stirbt mit dem Tag einer RB Leipzig Kooperation«, heißt im offenen Brief der sechs Fangruppen (Supporters Paderborn, Striving Youth Paderborn, Passione Paderborn, Ambiente Paderborn, Black Blue Fighters Paderborn, Ratio Paderborn).

Außerdem sei durch die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins der »in den letzten Jahren wieder aufgebaute Ruf bereits stark geschädigt worden«. In der Nähe der Benteler Arena war am Dienstagabend ein Banner zu sehen:

Gesprächsrunde mit SCP-Fans

SCP-Präsident Elmar Volkmann äußerte sich am Mittwoch: »Alles, was aktuell in unsere Kooperation mit RB Leipzig hineininterpretiert wird, ist Blödsinn. Es wird keine wirtschaftliche Zusammenarbeit geben, wie wir auf sportlicher Ebene künftig zusammenarbeiten werden, muss unser künftiger Geschäftsführer Sport im Austausch mit Markus Krösche erst noch mit Leben füllen.« In der letzten Juni-Woche soll es angesichts der Proteste zu einem Gespräch mit der Fanszene kommen.

Przondziono versucht ebenfalls, den Druck vom Kessel zu nehmen: »Viele unserer Fans sind enttäuscht, dass Markus geht, außerdem findet nicht jeder das Konstrukt RB toll. Aber der SCP wird nie ein Farmteam von RB, nie eine Leipziger Filiale, und wir werden uns auch nie an einen anderen Verein koppeln.«

Termin nicht öffentlich

Wann die Gesprächsrunde mit den Fans stattfinden wird, will der SCP nicht öffentlich machen. »Das haben wir mit der Szene so vereinbart,« sagte Geschäftsführer Martin Hornberger. Die Runde wird aber hochkarätig besetzt sein. Neben Mitgliedern des Präsidiums mit Volkmann an der Spitze werden auch Vertreter des Aufsichtsrates dabei sein.

»Im Rahmen unseres blau-schwarzen Dialogs, den wir seit drei Jahren mit unseren Anhängern pflegen, sind wir der Bitte der Fans nachgekommen und werden jetzt Fakten zur Kooperation liefern,« so Hornberger weiter, der die Zusammenkunft organisiert.

Die »nähere Erläuterung« des SC Paderborn im Wortlaut 

Unterdessen hat der SC Paderborn am Mittwochabend auf seiner Homepage nähere Erläuterungen zur Kooperation mit RB Leipzig veröffentlicht. Hier die Erklärung im Wortlaut.

»Die Idee einer möglichen Kooperation hat sich im Zuge der harten, aber stets fairen Verhandlungen rund um die Personalie Markus Krösche beiderseits ergeben. Inhaltlich zielt die Kooperation auf einen gegenseitigen Austausch über sportliche Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Ausbildung von Spielern und der Fortbildung von Trainern ab. Dadurch soll es zu einem Know-How-Transfer in beide Richtungen kommen, der letztlich beiden Klubs hilft. Die Möglichkeit von Spielerleihen wurde ebenfalls besprochen, steht aber sicherlich nicht im Vordergrund. Ob es tatsächlich dazu kommen wird, ist aktuell auch noch nicht abzusehen, zumal ja der Spieler die Letztentscheidung trifft. Eine konkrete Dauer wurde nicht vereinbart, nach der kommenden Saison wird man sich zusammensetzen und überlegen, wo der Austausch sinnvoll war, wo man diesen vertiefen kann und wo es weniger sinnvoll ist. Unabhängig davon stehen wir natürlich in sportlicher Konkurrenz im Ligaspielbetrieb

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