Zweitligist SC Paderborn bezieht am Mittwoch sein Quarantäne-Trainingslager in Bad Lippspringe

Zehn Tage im Hotel

Paderborn

Seit dem 3. Mai befinden sich Trainer, Spieler und Betreuer des SC Paderborn in häuslicher Isolation, an diesem Mittwoch beginnt die zweite Phase. Dann bezieht der SCP ein sogenanntes Quarantäne-Trainingslager, dem voraus gingen drei trainingsfreie Tage. „In unserer Situation kann man das Training auch mal runterfahren, bevor wir wieder zehn Tage Vollgas geben“, sagt Steffen Baumgart.

Peter Klute

Jannik Huth fehlt dem SC Paderborn 07 auch in den letzten beiden Saisonspielen verletzungsbedingt und fährt daher nicht mit in das sogenannte Quarantäne-Trainingslager. Foto: Thomas F. Starke

Nach einem PCR-Test am Dienstagnachmittag belegen Mannschaft und Staff 24 Stunden später ihre Einzelzimmer im Best Western Premier Park Hotel & Spa in Bad Lippspringe, in dem sonst niemand zu Gast ist. Der SCP-Tross wird das Hotel allein für die Fahrten zu den Übungseinheiten in Paderborn verlassen. Die elf Kilometer lange und 15 Autominuten in Anspruch nehmende Strecke zum Training an der Lise-Meitner-Straße (erstmals am Donnerstag) legen die Profis in Privatwagen zurück. Sitzt mehr als eine Person im Auto, ist das Tragen der Mund- und Nasenschutzmasken Pflicht. Bei den Mahlzeiten sitzen die Beteiligten mindestens eineinhalb Meter ausein­ander. Mehrmals pro Woche stehen Corona-Tests auf dem Programm, Schnelltests werden täglich durchgeführt. Neben den verletzten Sebastian Vasiliadis und Jannik Huth fehlen der frischgebackene Vater Marcel Heller und Rekonvaleszent Nicolas Bürgy.

Baumgart hält die Maßnahmen der DFL für absolut richtig

Mit der dreiwöchigen Quarantäne-Phase, die von der Deutschen Fußball Liga entwickelt worden ist, soll der reguläre Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga an den finalen Spieltagen sichergestellt werden. Eine Abschottung im Hotel hatte es auch schon vor dem Re-Start in der vergangenen Saison gegeben. Da war der SCP noch als Erstligist ebenfalls zu Gast in Bad Lippspringe. Von dort aus geht es am Sonntag zum letzten Heimspiel der laufenden Spielzeit in der Benteler-Arena gegen die SpVgg Greuther Fürth, das Saisonfinale steigt am Pfingstsonntag bei den Würzburger Kickers. Nach Unterfranken reisen die Paderborner, wie nun schon seit einem Jahr bei Auswärtsspielen, in zwei Bussen an. An den letzten beiden Spieltagen werden alle Partien zeitgleich um 15.30 Uhr angepfiffen.

Baumgart hält die Maßnahmen der DFL für absolut richtig. „Es gibt gute Konzepte und nichts Wichtigeres, als die Saison mit aller Macht zu Ende zu spielen. Corona betrifft uns alle, nicht nur den Fußball, und es ist sehr anstrengend. Doch um die Liga und den Sport zu erhalten, ist es das alles wert. Wir testen regelmäßig, aber da alle von uns am Leben beteiligt sind, gibt es keine 100-prozentige Garantie. Daher ist es wichtig, schnell reagieren und handeln zu können“, sagte er vor kurzem bei seinem Auftritt im Aktuellen Sportstudio.

Steffen Baumgart

Das ist nun geschehen und der Trainer befürwortet das: „Wir können uns darüber ärgern und aufregen. Aber wenn ich an den Amateurfußball denke, genießen wir Profis ein großes Privileg, dass wir unsere Saison fortsetzen können. Daher sollten wir sehr demütig sein und alles umsetzen, was verlangt wird. Auch wenn uns die Situation genauso nervt wie die Menschen draußen. Wir alle wollen diese Zeit überstehen.“

Langeweile in den nächsten Tagen befürchtet er nicht: „Wir werden die Zeit für Gespräche und Auswertungen sinnvoll nutzen.“

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