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Paderborns Außenstürmer liegen lukrative Drei-Jahres-Verträge aus der Major League Soccer vor

Zieht es Pröger in die USA?

Paderborn

Die lukrativen Angebote kommen aus den USA und liegen nach WESTFALEN-BLATT-Informationen seit einigen Tagen fix und fertig vor: Klubs aus der Major League Soccer (MLS) wollen Kai Pröger vom Fußball-Zweitligisten SC Paderborn 07 verpflichten und sollen bereits entsprechende Häuser für den Außenstürmer aus Deutschland angemietet haben. Doch der zögert noch.

Matthias Reichstein

Da war Kai Pröger noch am Ball: Paderborns Außenstürmer (links) und St. Paulis Waliser James Lawrence im Duell Foto: dpa

Dabei sind nach Recherchen dieser Zeitung die Adressen exzellent: Vancouver Whitecaps, Seattle Sounders und Real Salt Lake zählen zu den Interessenten. Pröger, der vor zwei Jahren vom Regionalligisten Rot-Weiss Essen zum SC Paderborn kam, steckt allerdings in einem Dilemma. Der Shooting-Star der Zweitliga-Rückrunde 2019 (vier Tore, sieben Vorbereitungen) spielt sportlich bei den Ostwestfalen im Moment überhaupt keine Rolle: Pröger stand in diesem Jahr noch keine Minute auf dem Rasen, das am Sonntag ausgefallene Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim wäre die siebte Partie in Folge ohne Platz im Kader gewesen. Viel Geld verdient der ehemalige Viertliga-Spieler damit nicht. Schon gar nicht, weil er es im Sommer abgelehnt haben soll, sein noch bis zum 30. Juni 2022 laufendes Arbeitspapier zu besseren Bezügen vorzeitig zu verlängern.

Das trifft den gebürtigen Wilhelmshavener, der in den nächsten Wochen zum ersten Mal Vater wird, nun doppelt hart. Dazu kommt das Alter. Pröger, dessen Wert das Portal transfermarkt.de auf 1,4 Millionen Euro einstuft, ist ein sportlicher Spätstarter. Er wird am 15. Mai bereits 29 Jahre alt und dürfte damit in seiner Laufbahn und auf der Position als Außenbahnspieler wahrscheinlich nur noch diesen einen lukrativen Drei-Jahres-Vertrag unterschreiben können.

Sein aktueller Arbeitgeber SC Paderborn hält sich bei dem Thema sehr bedeckt. Der Neunte der 2. Liga scheint sich aber bereits auf einen vorzeitigen Abgang vorbereitet zu haben. Nicht anders ist der Transfer von Rechtsaußen Chadrac Akolo zu werten. Der Offensiv-Allrounder, der von 2017 bis 2019 für den VfB Stuttgart in der 1. Liga spielte (38 Einsätze, fünf Tore), wechselte noch kurz vor Transferschluss auf Leihbasis vom SC Amiens (zweite französischen Liga) an die Pader. Die Zusammenarbeit wurde zunächst bis auf den 30. Juni begrenzt, für den 25-jährigen Kongolesen besitzt der SCP aber eine – wenn auch kostspielige – Kaufoption.

Pröger spielt nicht, Pröger wechselt nicht – mit einer ganz ähnlichen Situation ging Streli Mamba anders um. Auch der Vertrag des 26-Jährigen lief beim SCP noch bis 2022 und auch er spieltein den Überlegungen von Trainer Steffen Baumgart keine Rolle mehr. Mamba, der im Oktober 2020 zum zweiten Mal Vater wurde, ging im vergangenen Monat für eine Ablösesumme von etwa 700.000 Euro (plus Boni) nach Kasachstan und schloss sich dort Meister Kairat Almaty an. Der Verein wird von Aliaksei Shpilevski trainiert, der als Nachwuchscoach bei Klubs wie SG Sonnenhof Großaspach, VfB Stuttgart und RB Leipzig arbeitete.

Allerdings hat Pröger im Moment noch ein wenig Zeit. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der geplante Saisonstart in den USA von Ende Februar oder Anfang März auf den 3. April verlegt. Die reguläre Spielzeit mit 27 Teams endet in der höchsten Spielklasse im US-amerikanischen und kanadischen Fußball am 7. November, knapp 14 Tage später beginnen die Playoffs. Am 11. Dezember soll dann der neue Meister feststehen. Titelverteidiger ist Columbus Crew SC.

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