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Noventi Open: Roger Federer und der Versuch, vielleicht doch den elften Einzeltitel in Halle zu gewinnen

Grün bleibt die Hoffnung

Halle

Zehn Mal hat Roger Federer das Rasenturnier in Halle gewonnen. Die kleine Straße, die zum Court-Hotel führt, trägt seinen Namen. Und noch immer schneidet der Schweizer mit einem Lächeln die obligatorische Torte an, wenn er von Turnierdirektor Ralf Weber bei der Ankunft begrüßt wird.

Von Oliver Kreth

Der Maestro beherrscht auch den Tortenschieber: Roger Federer und Turnierdirektor Ralf Weber Foto: Noventi Open/HalleWestfalen

Der 39-Jährige fühlt sich bei diesem Turnier einfach wohl. Und wenn Federer in einer Video-Pressekonferenz sagt: „Ich liebe es immer wieder, hierhin zurückzukommen. Es ist ein vertrauer Schauplatz mit so vielen schönen Erinnerungen“, ist das keine Plattitüde.

Natürlich ist da auch die Erinnerung an den ersten Doppelerfolg. 2003 gewann er die Gerry Weber Open – und danach auch erstmals Wimbledon. So sagte Federer am Freitag erneut: „Halle ist ein Schlüsselturnier in meiner Tenniskarriere gewesen. Es hat mir auch den Weg aufgezeigt, um in Wimbledon erfolgreich zu sein.“

Am Donnerstag war er in Halle angereist, trainierte dann am selben Tag erstmals, am Freitag zwei Mal; und auch am Samstag wird sich der Familienvater auf seinem Lieblingsbelag auf die „wichtigste Zeit des Jahres“ vorbereiten.

Eine lange Eingewöhnungsphase braucht der Schweizer nicht. „Auf Rasen fühle ich mich immer sofort wohl. Da habe ich automatisch ein gutes Gefühl, brauche keine lange Eingewöhnungszeit.“ Return, Slice, Aufschlag, den Ball früh nehmen, gute Abwägung zwischen Geduld und Risiko: Diese Elemente des Tennisspiels sieht er als den wesentlichen Bestandteil eines Erfolges auf dem grünen Belag an.

Eine lange Eingewöhnung auf Rasen ist nicht möglich, die „Saison“ ist kurz. Erst Halle, dann Wimbledon. Das war es dann auch schon. Deshalb sagt Federer vor der Auslosung der Noventi Open: „Ich muss gleich explosiv auf dem Platz sein, frisch im Kopf. Insgesamt geht es darum, einfach befreit aufzuspielen.“

Natürlich liebäugelt er mit dem elften Titel in Halle. Federer weiß aber auch, dass „vieles auf Rasen möglich ist. Ein Break im ersten Spiel und du bist schnell draußen. Du kannst ganz schnell zwei Mal hintereinander bei den Turnieren verlieren. Oder um den Titel mitspielen.“

Der 39-Jährige ist deshalb „selber gespannt, was rauskommt. Ich habe ein gutes Gefühl. Ich weiß nicht, ob es das Ziel Nummer eins ist, das Turnier zu gewinnen“, sagt der zehnmalige Halle-Sieger. „Das Hauptziel ist, gesund nach Wimbledon zu kommen. Ich habe zu wenig gespielt, dass ich mich aus dem Fenster lehnen könnte und sagen kann, der Sieg geht nur über mich.“

Für etwas Aufregung hatte der 20-fache Grand-Slam-Turnier-Sieger in Paris gesorgt. Nach dem Sieg über Dominik Koepfer stieg Federer aus. Schon vor dem Spiel habe es Fragezeichen gegeben, ob er das Turnier überhaupt fortsetzen solle, erklärte Federer am Freitag in Halle. „Ich bin überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. Ich möchte nicht näher auf die Gründe eingehen. Das müssen meine Gegner nicht wissen.“ Federer ergänzt: „Ich weiß, wie mein Körper reagiert und muss auf ihn hören. Ich habe das Gefühl, ich muss mich nicht noch erklären und hoffe, dass die Menschen mir vertrauen, dass ich weiß, was für mich und meinen Körper am besten ist.“

Für das ATP500er-Turnier, das am Montag beginnt und am 20. Juni in der OWL-Arena den neuen Gewinner kürt, ist der Titelverteidiger (2020 fiel die Veranstaltung aus) zuversichtlich, dass sein Körper mitspielt: „Ich bin optimistisch, dass ich mich in den nächsten Tagen okay fühlen werde.“

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