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Basketball

Erst Double, dann EM-Medaille? Maodo Los spannender Sommer

Berlin (dpa)

Alba eilt von Sieg zu Sieg. Auch in der Finalserie führen die Berliner schon wieder mit 1:0. Großen Anteil daran hat jemand, den zu Beginn seiner Karriere in Deutschland niemand haben wollte.

Von Lars Reinefeld, dpa

Alba Berlins Maodo Lo ist derzeit in einer sehr guten Form. Foto: Andreas Gora/dpa

Es sind spannende Basketball-Zeiten, in denen sich Maodo Lo gerade bewegt.

Mit Alba Berlin kämpft der 29 Jahre alte Aufbauspieler aktuell gegen seinen Ex-Club Bayern München um die deutsche Meisterschaft. Im September geht es dann mit der deutschen Nationalmannschaft bei der EM mit einer Vorrunde in Köln und der Endrunde in Berlin um eine EM-Medaille.

Da trifft es sich gut, dass Lo gerade den besten Basketball seiner Karriere spielt. Schnell, wendig, abgezockt und treffsicher präsentiert sich Lo nun schon seit Wochen - und hat damit riesigen Anteil an der derzeitigen Super-Serie der Berliner.

Alba «spielt wunderschönen Basketball»

Seit 18 Spielen ist Alba nun schon ungeschlagen, führt auch in der Finalserie gegen Bayern München durch das 86:73 am vergangenen Freitag mit 1:0. Am Dienstag (19.00 Uhr/Magentasport) steigt im Münchner Audi Dome die zweite Partie. Meister wird, wer als erstes drei Spiele gewonnen hat.

«Alba spielt seit Wochen einen wunderschönen Basketball», lobte auch Nationaltrainer Gordon Herbert die Spielweise der Berliner. Nach dem Abgang des spanischen Starcoaches Aito hatten einige Zweifel, ob Alba auch unter dem vorherigen Co-Trainer Israel González so schön und erfolgreich spielen würde. Die Antwort: Die Berliner spielen sogar noch schöner und erfolgreicher als in der Vor-Saison.

Was auch viel mit Lo zu tun hat. Vor der Saison entschieden sich die Verantwortlichen beim Titelverteidiger, voll auf Lo zu setzen. Sie verpflichteten keinen neuen Star-Point-Guard, sondern gingen mit dem deutschen Nationalspieler in die Spielzeit. «Wir haben für diese Saison auf ihn gesetzt, ihm die Chance gegeben, ein Schlüsselspieler zu sein», sagte Alba-Sportdirektor Himar Ojeda.

Und der Plan ging auf. Denn Lo ist neben Luke Sikma zum Kopf des Alba-Spiels geworden. Als der Point Guard vor zwei Jahren aus München zurück nach Berlin kam, brauchte er eine gewisse Anlaufzeit. Doch nun fühlt sich Lo in seiner Geburtsstadt so gut wie nie. «Ich fühle mich frei, und es macht Spaß zu spielen», sagte Lo dem Fachmagazin «BIG», das ihm erst vor kurzem eine Cover-Story widmete.

Aufgewachsen in Berlin

Für Lo war es 2020 eine Rückkehr zu den Wurzeln. In Berlin ist er aufgewachsen, hat auf den Freiplätzen das Basketball spielen gelernt. Und hier wurde er auch von seiner Familie um die Künstlerin Elvira Bach sozialisiert. «Das Leben in einem Künstler-Haushalt ist anders. Künstler ticken anders, führen ein anderes Leben. Das Leben ist unkonventioneller», sagte Lo der «BIG».

Ein Leben, das Lo nun auch auf dem Parkett auslebt. Egal ob in der BBL, in der Euroleague oder in der Nationalmannschaft. Mit seinem Freigeist trumpft Lo in dieser Saison überall auf. Im September soll davon auch die Nationalmannschaft profitieren. Zusammen mit NBA-Star Dennis Schröder und Nachwuchshoffnung Justus Hollatz soll Lo das deutsche Spiel lenken und zur ersten Medaille seit EM-Silber vor 17 Jahren führen.

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