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Eishockey

Immer noch Luft nach oben für Deutschland bei der WM

Helsinki (dpa)

Im letzten Vorrundenspiel gegen die Schweiz winkt ein deutscher WM-Rekord und der Gruppensieg. Nach fünf Siegen aus sechs Spielen ist das Selbstbewusstsein groß. Zufrieden ist man aber noch nicht.

Von dpa

Trainer Toni Söderholm hofft, dass das Team aus den Siegen Selbstvertrauen zieht. Foto: Matthias Balk/dpa

Trotz des möglichen WM-Rekords sieht das deutsche Eishockey-Team auch nach dem fünften Sieg in Serie noch Luft nach oben.

Führende Nationalspieler forderten nach dem 5:4-Zittersieg gegen den Abstiegskandidaten Kasachstan in Helsinki eine Leistungssteigerung für die nun anstehenden entscheidenden Partien. «Natürlich müssen wir jetzt gut analysieren und gegen die Schweiz viel, viel besser auftreten», sagte Abwehrspieler Leon Gawanke vom nordamerikanischen AHL-Team Manitoba Moose, und NHL-Verteidiger Moritz Seider (Detroit Red Wings) forderte: «Wir müssen konsequenter werden.»

Doch in einem sind sich die nach fünf Siegen aus sechs Spielen extrem selbstbewussten deutschen Spieler einig: Das Zeug zur Steigerung und zu Siegen gegen die WM-Favoriten haben sie allemal. «Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Dafür sind wir hier», sagte Seider.

Deutschland stellt WM-Vorrundenergebnis von 2019 ein

Mit 15 Punkten aus sechs Spielen hat Deutschland das bislang beste WM-Vorrundenergebnis von 2019 vorzeitig eingestellt. Gegen den Erzrivalen Schweiz am Dienstag (11.20 Uhr/Sport1 und MagentaSport) zum Vorrundenende winkt somit ein Rekord und ganz nebenbei auch die Chance auf den Gruppensieg, was die Chancen im Viertelfinale am Donnerstag auf einen erneuten Einzug ins Halbfinale deutlich verbessern würde. «Wir sollten uns jetzt einfach auf das Wesentliche konzentrieren. Die Tabelle entwickelt sich von alleine», sagte Bundestrainer Toni Söderholm, der aus seinen Fehlern gelernt hat.

Vor dem Olympia-Fiasko im Februar hatte er freimütig über die Medaillenchance seines Teams gesprochen und war selbst vor dem Ziel der Goldmedaille nicht zurückgeschreckt. Umso heftiger war der Fall nach dem letztendlich kläglich verpassten Viertelfinale und umso lauter die Kritik. Entsprechend zurückhaltend tritt der Bundestrainer nun auf. Der Druck soll möglichst nicht noch einmal so erschlagen.

«Lasst uns einfach auf unser Spiel konzentrieren», sagte Söderholm nun. Und das klappt derzeit hervorragend. Auch die weniger guten oder knappen Spiele gewinnt sein Team wieder. «Wichtig ist, dass wir aus den Siegen Selbstvertrauen ziehen», sagte Söderholm nicht grundlos.

Schweiz noch unbesiegt

Denn die Schweiz ist bislang als souveräner noch unbesiegter Tabellenführer der deutschen Gruppe A mit das beste Team im Turnier. «Das ist die stärkste Schweizer Mannschaft seit Jahren», sagte etwa Seider nach dem beeindruckenden 6:3 der Eidgenossen gegen Rekord-Weltmeister Kanada. «Das sieht man schon, dass die auf einem Top-Niveau spielen und sehr gute Leute haben», sagte Gawanke.

Aber in entscheidenden Spielen bei großen Turnieren triumphierten zuletzt auf die Deutschen, so auch im Viertelfinale der vergangenen WM 2021. «Wir haben schon gezeigt, dass wir die Schweiz schlagen können. Letztes Jahr hat auch jeder gedacht, die fegen uns aus der Halle. Das Spiel haben wir aber auch gewonnen», meinte Gawanke.

In diesem Jahr fehlen vor allem in der Offensive aber wichtige Spieler. Leon Draisaitl ist in den NHL-Playoffs mit den Edmonton Oilers gebunden. Ex-NHL-Stürmer Dominik Kahun verletzte sich kurz vor und NHL-Top-Talent Tim Stützle während der WM. Für den 20 Jahre alten Stützle ist das Turnier trotz einer wohl nur leichten Knie-Blessur beendet. Dies trifft das deutsche Team gerade in den nun anstehenden Partien gegen die starken Nationen hart. «Das ist bitter. Das ist ein sehr, sehr essenzieller Spieler für uns», klagte Seider.

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