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Vier-Nationen-Turnier

Erinnerungen an Wembley: DFB-Frauen fordern England

Wolverhampton (dpa)

An England hat nicht nur Torhüterin Merle Frohms im DFB-Team ganz besondere Erinnerungen. Knapp 80 .00 Fans kommen dieses Mal nicht, aber ein stimmungsvoller Abschuss des Testturniers winkt.

Von Ulrike John, dpa

Stammkeeperin Merle Frohms will die englischen Fans mit ihrem Team «ein bisschen zum Schweigen bringen». Foto: Hasan Bratic/dpa

Erinnerungen an ein - für den Frauenfußball - legendäres Wembley-Spiel und schon einmal ein Vorgeschmack auf eine stimmungsvolle EM auf der Insel: Die DFB-Frauen fiebern dem Duell mit England zum Abschluss des Arnold Clark Cups in Wolverhampton entgegen.

Nach dem 1:1 gegen die starken Spanierinnen und dem 0:1 gegen die Olympiasiegerinnen aus Kanada hofft die verjüngte Auswahl von Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf einen Erfolg gegen die Gastgeberinnen am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF-Livestream) und eine dieses Mal prickelnde Atmosphäre.

Vorfreude auf ein stimmungsvolles Spiel

Der 9. November 2019 ist und bleibt vor allem für Merle Frohms und Klara Bühl aus dem aktuellen Kader etwas ganz besonderes. Beim 2:1-Sieg damals in London parierte die Frankfurter Torhüterin einen Elfmeter von Nikita Parris mit dem Fuß, das Bayern-Sturmtalent Bühl traf in der 90. Minute zur Führung. Das Spezielle dieses Spiels war die Kulisse - 77.768 Zuschauer!

So viele werden in der Arena der Wolverhampton Wanderers nicht annähernd erwartet, etwa 13.000 Fans sollen kommen. Und dennoch: Auch Voss-Tecklenburg ist «voller Vorfreude auf ein stimmungsvolles Spiel, auf einen Gegner, der hier in knapp fünf Monaten Europameister werden möchte.» Sie prophezeite am Dienstag: «So werden sie auch auftreten.»

Frohms will die englischen Fans mit ihrer Mannschaft «ein bisschen zum Schweigen bringen», wie sie sagte. Die 27 Jahre alte Frankfurterin, die zur neuen Saison zum VfL Wolfsburg zurückkehrt, denkt nur zu gerne an Wembley 2019. «Das war für uns alle eine einmalige Kulisse - vor so vielen Zuschauern in dem Stadion zu spielen. Ich denke, das wurde vielen von uns erst im Nachhinein bewusst, dass man sich noch lange daran erinnern wird», sagte die Stammkeeperin, die für Ann-Katrin Berger (FC Chelsea) zurück ins Tor kehren wird.

Turnier auf sehr hohem Niveau

Nachdem die ersten beiden Spiele der Deutschen praktisch vor leeren Rängen stattfanden, dürfen Frohms und Co. dieses Mal mit Stimmung rechnen. «Da kann sich jede Spielerin drauf freuen. Ob vor 12.000 oder 14.000 Zuschauern zu spielen - das ist schon mal ein Appetizer darauf, was bei der Euro auf uns zukommt», sagte Joti Chatzialexiou, Leiter Nationalmannschaften beim Deutschen Fußball-Bund und Begleiter der DFB-Auswahl bei dem Testturnier. Das Interesse an den Tickets für die EM im Juli ebenfalls in England ist jedenfalls groß, Gastgeber und UEFA hoffen auf volle Stadien.

Chatzialexiou hat sich alle Spiele beim Arnold Clark Cup angeschaut. «Wir treffen hier auf die Benchmark im internationalen Fußball», urteilte er. Technisch und taktisch sei das Turnier auf sehr hohem Niveau. «Das zeigt, dass der Frauenfußball eine enorme Entwicklung genommen hat.» Die WM-Vierten aus England spielten 1:1 gegen Kanada und dann 0:0 gegen Spanien. «Vor allem die zweite Halbzeit war ein Geschenk für jeden, der gerne Frauenfußball sieht», so der DFB-Verantwortliche.

Die eine oder andere Nation habe Deutschland «teilweise eingeholt, vielleicht in dem einen oder anderen Bereich sogar überholt», sagte Chatzialexiou. «Da ist es für uns ganz, ganz wichtig, wieder an den Themen zu arbeiten und alles dranzusetzen, dass wir weiterhin Mitfavorit bei Turnieren sein wollen - egal ob es eine Europameisterschaft, Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele sind», mahnte er.

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