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Frauen-Nationalteam

«Nie ganz weg»: DFB-Kapitänin Popp mit großen Zielen zurück

Bielefeld (dpa)

Knorpelschäden gehören zu den schwierigsten Verletzungen bei Fußballprofis. Die 111-fache Nationalspielerin Alexandra Popp kämpft darum, wieder auf dem Platz zu stehen. Nun will sie unbedingt zur EM.

Von Ulrike John, dpa

Ist in den Kreis der Nationalspielerinnen zurückgekehrt: Alexandra Popp. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Als Alexandra Popp bei ihrem ersten medizinischen Test im Winter mangels Muskelmasse am operierten Bein durchfiel, da hat es ihr erstmal «den Boden unter den Füßen weggezogen».

Als dann Ende Januar ein weiterer Eingriff am Knie fällig war, «da hatte ich keine Geduld mehr. Da war's bei mir bisschen vorbei». Doch auch dieses Mal kämpfte sich die Kapitänin der deutschen Fußballerinen durch. Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Portugal am 9. April (16.10 Uhr/ARD) in Bielefeld ist Popp zurück im Kader von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg - und hat große Ziele fürs EM-Jahr.

«Poppi» war nie ganz weg

«Jetzt am Ende bin ich froh und stolz, dass ich es geschafft habe, gerade nach so einer Verletzung zurück auf den Platz zu kommen», sagt die Olympiasiegerin von 2016. Wegen eines Knorpelabrisses an der Kniescheibe hat Popp seit Mai 2021 kein Spiel mehr für die DFB-Auswahl bestritten. Für den derzeit so erfolgreichen VfL Wolfsburg stand die 111-malige Nationalstürmerin inzwischen wieder auf dem Platz - und köpfte zuletzt beim 6:0-Erfolg im Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern sogar ein Tor.

Bei ihrer Rückkehr in den Kreis des Nationalteams gab's auch gleich etwas zu feiern: Popp wurde am 6. April 31 Jahre alt und schnitt im Mannschaftskreis eine Schokotorte an. Für Voss-Tecklenburg war «Poppi», wie sie alle nennen, «nie ganz weg» und auch mal bei Sitzungen des Spielerinnenrats dabei. «Es steht außer Frage, dass sie außerhalb des Spielfeldes total wichtig ist, innerhalb genauso», sagt die Bundestrainerin.

«Ziel ist, Europameisterin zu werden»

Die Europameisterschaft im Juli in England als «großes Ganzes» motivierte Popp während ihrer langen Reha-Zeit. Es wäre erstaunlicherweise ihre erste EM: Vor dem Turnier 2013 in Schweden riss ihr ein Außenband und eine Kapsel, vor der EM in den Niederlanden 2017 der Außenmeniskus. «Mein Ziel ist, Europameisterin zu werden», sagt die vielseitig einsetzbare Popp ohne Umschweife. Wenn sie spiele und der Rekord-Europameister (acht Titel) auch noch den Pokal holen würde, «dann wäre das das Nonplusultra». Ihre Mitspielerin Svenja Huth meint: «Poppi hat auch schon einige Turniere und Jahre in den Knochen und kann mit ihren Erfahrungen für Stabilität sorgen.»

Theoretisch könnte die sechsmalige deutsche Meisterin in diesem Sommer insgesamt sogar vier Titel holen. «Am besten alles», wie sie grinsend sagt. In der Bundesliga liegt Wolfsburg klar vor dem FC Bayern, im DFB-Pokal-Halbfinale tritt der VfL in München an und in der Champions League kämpft ihr Team gegen den - allerdings favorisierten - FC Barcelona um den Einzug ins Endspiel.

«Ich weiß, dass Poppi eine der prägenden Personen sein möchte bei diesem Turnier», sagt Voss-Tecklenburg zur EM. «Ich glaube, dass sie reifer ist im Umgang mit schwierigen Situationen. Sie weiß auch: Man wird nicht jünger, man muss da sehr, sehr viel investieren.»

Die Spielerin selbst erklärt: «Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber das ist völlig normal und klar.» Eine gewisse Spritzigkeit fehle noch. «Wir sind extrem froh, dass Alex wieder zurück ist, weil sie eine Mentalitätsspielerin ist, die jeder Mannschaft extrem gut tut», sagt ihr Wolfsburger Trainer Tommy Stroot. «Wir müssen aber immer noch haushalten mit ihren Kräften.»

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