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Pferdesport

Schock am Abend bei Heim-EM: Tebbel fällt aus

Riesenbeck (dpa)

Die Heim-EM hat noch nicht begonnen, da gibt es bei den deutschen Springreitern schon einen Schreck. Ein wichtiges Paar fällt aus. Dabei hat das Team große Ambitionen und will nach der Tokio-Enttäuschung etwas gut machen.

Von Michael Rossmann und Claas Hennig, dpa

Maurice Tebbel fällt mit seinem Pferd Don Diarado für die Heim-EM aus. Foto: Friso Gentsch/dpa

Die Chance zur Revanche begann mit einem Schock am Abend: Die deutschen Springreiter müssen bei der Heim-Europameisterschaft einen schweren Ausfall verkraften. Maurice Tebbel fällt mit seinem Pferd Don Diarado aus.

Der Hengst lahmte am Dienstag und kann wegen eines Hufgeschwürs nicht eingesetzt werden. Für Tebbel und Don Diarado rücken Marcus Ehning und Stargold ins deutsche Team nach.

«Das ist extrem bitter für Maurice. Er hatte sich für die EM viel vorgenommen und sowohl das Pferd als auch Maurice waren super drauf», sagte Bundestrainer Otto Becker am Abend. Zur Mannschaft gehören außerdem André Thieme (Plau am See) mit Chakaria, David Will (Marburg) mit C-Vier und Christian Kukuk (Riesenbeck) mit Mumbai.

Das Problem deutete sich bereits am Vormittag an. Während die anderen Springreiter ihre Pferde in Riesenbeck beim Vet-Check den Tierärzten präsentierten, kam Tebbel zu Fuß. Kurz danach sagte der Reiter aus Emsbüren noch: «Die Chancen sind minimal.» Recht hatte er, nach acht Uhr stand das Aus fest. «So schwer uns diese Entscheidung gefallen ist, es ist die richtige», sagte Tebbel am Abend. «Nun werde ich meinen Kollegen von der Tribüne aus die Daumen drücken.»

Ehning rückt für Tebbel nach

Der Bundestrainer sagte zu dem Ausfall weiter: «Wir haben mit Marcus Ehning einen sehr erfahrenen Ersatzreiter. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir trotz des Ausfalls eine starke Team-Leistung bringen können.»

Profiteur ist nun Ehning, der das Schicksal kennt und bei Olympia in Rio kurzfristig ausgefallen war. «Natürlich will ich reiten», hatte der dreimalige Weltcupsieger am Nachmittag noch gesagt: «Aber so wäre es nicht schön.» Nun kommt der Routinier wider Willen zum Einsatz.

Der Ausfall ist ein Rückschlag beim Versuch, sich im idyllischen Tecklenburger Land nach dem Olympia-Debakel zu rehabilitieren. Der Frust ist noch immer zu spüren und herauszuhören, wenn von Tokio die Rede ist, wo es den vorletzten Platz im Finale des Teamwettbewerbs gab. «Wir haben Lehrgeld gezahlt», gab der Bundestrainer vier Wochen nach dem Desaster im Baji Koen Equestrian Park zu. Die erhoffte olympische Medaille verpasste sein Team nach Bronze in Rio ziemlich deutlich.

Nationalmannschaft im Umbruch

Der Vergleich zum Rio-Team mit «fünf gestandenen Weltklasse-Reitern», wie Becker es nennt, zeigt die Veränderungen. Vor allem, weil jahrelange Leistungsträger nicht mehr dabei sind: Meredith Michaels-Beerbaum hat ihre Karriere beendet, und ihr Schwager Ludger Beerbaum reitet nicht mehr in der Nationalmannschaft und ist nun auf seiner Anlage am Rande des Teutoburger Waldes Gastgeber und Organisator. «Es ist wieder ein kleiner Umbruch», sagt Becker.

Sein Team für Riesenbeck besteht aus drei EM-Neulingen sowie Ehning, dessen Stargold im Gegensatz zum Reiter aus Borken noch unerfahren ist. Der Weltranglisten-Erste Daniel Deußer hatte nach der Olympia-Enttäuschung mit Platz 18 im Einzel überraschend auf einen EM-Start verzichtet.

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