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Winterspiele in Peking

Corona prägt Olympia-Start der Kombinierer

Zhangjiakou (dpa)

Vier aus sieben: Wenn die Nordischen Kombinierer am Mittwoch in ihre Olympischen Winterspiele starten, sind einige der Allerbesten nicht dabei. Gleich zwei deutsche Sportler sind betroffen. Einer von ihnen hofft nun auf das chinesische TV-Programm.

Von Thomas Eßer und Patrick Reichardt, dpa

Kombinierer Eric Frenzel hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

Hauptsache kein positiver Corona-Test, dann wird das schon was mit der Medaille. So oder so ähnlich hätte das Motto der weltbesten Nordischen Kombinierer in den vergangenen Tagen überspitzt formuliert lauten können.

Der Dauersieger: nicht dabei. Der zweifache Pyeongchang-Champion Eric Frenzel: im Quarantäne-Hotel. Und die coronabedingte Ausfall-Liste vor dem Olympia-Auftakt der Allrounder im Skispringen und Langlauf am Mittwoch in Zhangjiakou geht noch weiter. Die Winterspiele als Glücksspiel? So weit will Frenzel nicht gehen.

«Ich will es jetzt nicht als Lotterie bezeichnen», sagt der beim Wettkampf von der Normalschanze zum Zuschauen verdammte 33-Jährige. Frenzel weiß aber auch: «Es steigen sicherlich die Sieg- oder Medaillenchancen für andere sehr.»

Auch Norwegens Star Riiber nicht am Start

Neben dem Erfolgsgaranten, der schon sechs Olympia-Medaillen gewann, sind der dreimalige Gesamtweltcupsieger Jarl Magnus Riiber aus Norwegen, der zuletzt starke Este Kristjan Ilves und in Terence Weber ein weiterer Deutscher mit Edelmetall-Chancen coronabedingt nicht dabei.

«Von den besten Sieben fehlen vier, das ist natürlich schon schade», sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch mit Blick auf das aktuelle Gesamtranking. «Von der sportlichen Wertigkeit ist es schon ein Verlust.» Der 61-Jährige ist jedoch lange genug dabei, um zu wissen, wie es läuft: «Letztendlich wirst du Olympiasieger, und dann fragt keiner mehr nach, ob der eine oder andere gefehlt hat.»

Beim wegen der Ausfälle besonders schwer zu prognostizierenden Rennen ist nun der Österreicher Johannes Lamparter der Topfavorit. Dahinter haben viele Athleten ähnlich gute Medaillenchancen. Zu ihnen gehören auch die verbliebenen drei Deutschen, die zunächst beim Springen (9.00 Uhr/ZDF und Eurosport) und dann in der Loipe (12.00 Uhr/ZDF und Eurosport) angreifen wollen.

Was können die Deutschen reißen?

Die Oberstdorfer Vinzenz Geiger, Johannes Rydzek und Julian Schmid standen in dieser Weltcup-Saison bereits auf dem Podest. Geiger siegte sogar zweimal. Dem laufstarken 24-Jährigen sowie Doppel-Olympiasieger Rydzek sollte die schwere Langlauf-Strecke entgegenkommen. Die Stärken von Youngster Schmid liegen dagegen auf der Schanze. Der 22-Jährige kommt mit der gigantischen und protzigen neuen Anlage in Zhangjiakou bestens zurecht und gewann vier von sechs Trainingsdurchgängen, an denen er teilnahm.

Während seine Teamkollegen dem Start entgegenfiebern, wartet Frenzel auf zwei negative Corona-Tests und damit auf das Ende der Isolation, die für ihn wie ein Alptraum begonnen hatte. «Der erste Tag war schon sehr speziell, zumal das Zimmer überhaupt keinen Ansprüchen standgehalten hat», sagte er nun mit etwas Abstand in einer Medienrunde des Deutschen Skiverbands. Mittlerweile habe sich die Situation deutlich verbessert. Der Rekordweltmeister war wie Weber bei der Einreise positiv getestet worden und vertreibt sich nun die Zeit unter anderem mit Joggingrunden neben Bett und Badezimmer.

Für das Rennen seiner gesunden Teamkollegen setzt er auf die einheimischen Programmmacher. «Ich habe hier chinesisches Fernsehen. Ich hoffe sehr, dass der Wettkampf übertragen wird», sagt er.

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