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Winterspiele in Peking

DOSB-Vize Bentele: Debatte um Olympia-Boykott zu spät

Peking (dpa)

Die Diskussion um einen diplomatischen Boykott der Winterspiele in Peking hält DOSB-Vizepräsidentin Verena Bentele für viel zu spät.

Von dpa

Verena Bentele, Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbunds. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

«Ob Olympische Spiele in einem Land politisch unterstützenswert wären, sollte doch eher im Vorfeld der Vergaben solcher Spiele besprochen werden. Da können die Staaten mit dem Internationalen Olympischen Komitee in ernsthafte Gespräche gehen», sagte die frühere Paralympics-Siegerin dem «Weser-Kurier».

Die Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbunds, die auch Chefin des Sozialverbands VdK ist, findet es «schwierig, dass wir stattdessen alle paar Jahre kurz vor der Eröffnungsfeier vor diesen Fragen stehen». China steht wegen Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Uiguren und Tibetern, der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong und Drohungen gegen Taiwan in der Kritik.

«Es ist jetzt einfach der falsche Zeitpunkt»

Die USA, Australien, Kanada, Großbritannien und andere Länder hatten bereits einen diplomatischen Boykott der Spiele angekündigt. Die EU ringt kurz vor der Eröffnungsfeier am Freitag noch um eine grundsätzliche Haltung. «Es ist jetzt einfach der falsche Zeitpunkt. Direkt nach den Spielen sollte es ernsthafte Gespräche mit dem IOC geben, die Europäische Union könnte eine gemeinsame Haltung dabei haben, vielleicht auch gemeinsam mit den USA und Kanada», sagte Bentele.

Es brauche «Lösungen dafür, wie Olympische Spiele in Zukunft wieder die Werte des Sports vertreten», mahnte die 39-Jährige. Der Sport könne aber nicht die Menschenrechtssituation in einem Gastgeberland verbessern. «Die Weltöffentlichkeit schaut nur wenige Wochen dorthin. Da wäre es viel verlangt, das zu erreichen, was viele Jahre vorher politisch nicht gelungen ist», sagte Bentele.

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