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Sportpolitik

Schwimm-Verband darf weiter mit Fördergeldern rechnen

Berlin (dpa)

Nach einer TV-Dokumentation mit Vorwürfen sexualisierter Gewalt überprüft das Bundesinnenministerium die Förderung des Deutschen Schwimm-Verbands. Nun liegt ein Bericht vor.

Von dpa

Ein Aufsteller mit dem Logo des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). Foto: Peter Endig/dpa

Das Bundesinnenministerium wird den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) auch zukünftig fördern. Das geht aus einem Untersuchungsbericht des BMI zur Situation im DSV «im Hinblick auf die Vorwürfe sexualisierter Gewalt» hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es gibt in dem Bericht aber auch Kritik am Verband. Zuerst hatte «Sportschau.de» am Samstag darüber berichtet. Der DSV war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Ausgangspunkt der Initiative des BMI war die ARD-Dokumentation «Missbraucht – Sexualisierte Gewalt im deutschen Schwimmsport» im August vergangenen Jahres. Darin hatte unter anderem der ehemalige Weltklasse-Wasserspringer Jan Hempel DSV-Funktionären vorgeworfen, von jahrelangen sexuellen Übergriffen durch seinen damaligen Trainer gewusst zu haben, ohne sie später aufzuarbeiten.

Der DSV konnte im Zuge der Überprüfung seiner Förderwürdigkeit dem Ministerium nachweisen, alle Formalien erfüllt zu haben. Demnach hat der Verband dem Ministerium mitgeteilt, dass alle Forderungen der Eigenerklärung vollumfänglich umgesetzt worden seien. Der DSV hatte als Belege seine Satzung sowie sein Konzept zur Prävention sexualisierter Gewalt vorgelegt, heißt es in dem BMI-Bericht: «Die Prüfung dieses Konzepts durch BMI hat ergeben, dass alle in der Eigenerklärung geforderten Maßnahmen enthalten sind.»

Konsequenzen für die aktuelle Förderung des DSV haben die Vorfälle demnach zunächst nicht. «Er erfüllt auch alle sonstigen Fördervoraussetzungen, so dass nach derzeit geltenden Förderrichtlinien einer Förderung nach den gleichen Maßstäben wie für alle Bundessportfachverbände nichts entgegensteht», heißt es in dem Bericht an die Mitglieder des Sportausschusses des Bundestages. Dieses Gremium wird am Mittwoch in Anwesenheit der neuen DSV-Doppelspitze Wolfgang Rupieper und Kai Morgenroth zu diesem Thema tagen.

Das Ministerium kritisiert den Verband bezüglich der Aufarbeitung aber weiter. «Nach Auffassung des BMI sollte der DSV seine Aufklärungsarbeit zügig forcieren und sehr viel stärker vorantreiben», heißt es in dem Bericht. Bis heute gibt es noch immer keine unabhängige Kommission, die der DSV im Zuge des Falles Hempel als «Leuchtturmprojekt» in Sachen Aufarbeitung angekündigt hatte.

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