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Tennis

Haas: Verständnis für Zverevs schweren Stand in Deutschland

Indian Wells (dpa)

Der ehemalige deutsche Tennis-Profi Tommy Haas hat Verständnis für das durchwachsene öffentliche Bild von Olympiasieger Alexander Zverev.

Von dpa

Tommy Haas ist jetzt Turnierdirektor in Indian Wells. Foto: Andreas Gora/dpa

«Ich will das nicht immer alles verteidigen, aber wenn man jung ist und schon so früh Erfolg hat und alle irgendwie einem einen roten Teppich hinlegen, ist es auch verdammt schwer», sagte der 43-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Rande des Master-Turniers in Indian Wells. Haas ist dort Turnierdirektor.

Zverev habe es zuletzt nicht leicht gehabt mit den Gewaltvorwürfen seiner Ex-Freundin und Querelen mit seinem Management. «Obwohl all diese Sachen passieren, macht er das ja noch immer phänomenal. Man hat das Gefühl, auf dem Tennisplatz fühlt er sich fast am wohlsten», sagte Haas. Er sei «auf jeden Fall Sascha-Zverev-Tennis-Fan».

Die Beurteilung einer Person aus der Ferne sei zudem oft schwer. «Es ist immer leicht, wenn man jemandem im Fernsehen sieht, ob das jetzt im Sport ist oder im Entertainment-Business und sagt: das ist komisch, das gefällt mir gar nicht, ich verstehe nicht, warum er das macht», sagte Haas. Er selbst habe diesen Fehler auch oft gemacht. «Und dann lernt man den Menschen kennen und fragt sich: Was habe ich mir denn da für Gedanken gemacht? Weil es komplett anders ist.»

Zverev habe im Alter von 24 Jahren schon eine herausragende Karriere. «Wenn er jetzt aufhören würde, könnte man schon sagen: Was für eine Karriere. Und das kann nicht jeder sagen», sagte Haas. «Der Bursche ist gerade 24. Das ist schon wirklich phänomenal.»

Ganz nebenbei kann sich Haas noch immer vorstellen, auf hohem Niveau Tennis zu spielen - allerdings nur unter ganz bestimmten Umständen. «Wenn es hier ein Turnier geben würde, in dem man nur einen Satz spielen muss und hat am nächsten Tag Pause, dann könnte ich mir vorstellen, mich sechs Wochen vorher vorzubereiten und meinen Namen da reinzuwerfen», sagte der 43-Jährige der Deutschen Presse-Agentur drei Jahre nach seinem Karriereende. «Aber nur dann.»

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