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Damen-Tennisorganisation

WTA über Peng Shuai: Interview mildert keine Sorgen

Peking (dpa)

Nach einem Interview von Peng Shuai während Olympia fordert die Damen-Tennisorganisation erneut eine Untersuchung des Falls. Vom Verhalten der WTA ist eine Deutsche begeistert.

Von dpa

Peng Shuai bestritt in einem Interview erneut einen sexuellen Übergriff durch einen chinesischen Spitzenpolitiker. Foto: Andy Brownbill/AP/dpa

Die Damen-Tennisorganisation WTA zeigt sich nach einem überwachten Interview von Peng Shuai während Olympia weiter besorgt um die 36-Jährige und fordert erneut eine Untersuchung des Falles.

Die chinesische Tennisspielerin hatte bei den Winterspielen in Peking IOC-Präsident Thomas Bach getroffen und in dem Interview der «L'Équipe» erneut einen sexuellen Übergriff durch einen chinesischen Spitzenpolitiker bestritten.

«Es ist immer gut, Peng Shuai zu sehen, ob es in einem Interview oder beim Besuch der Olympischen Spiele ist. Jedoch mildert ihr jüngstes Interview keine unserer Sorgen über ihren ursprünglichen Post am 2. November», sagte WTA-Chef Steve Simon in einer Mitteilung. Peng Shuai habe durch ihre Vorwürfe einen mutigen Schritt getan. «Wir haben eine formelle Untersuchung ihrer Vorwürfe durch die geeigneten Behörden und eine Möglichkeit für die WTA, sich mich Peng vertraulich zu treffen, um ihre Situation zu diskutieren, gefordert.» Die deutsche Damen-Bundestrainerin Barbara Rittner antwortete darauf via Twitter: «Stolz auf unsere WTA.»

Sorge um Peng Shuais Wohlbefinden

Der Fall bewegt die Welt, seit die frühere Weltranglisten-Erste im Doppel im November im sozialen Netzwerk Weibo Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs durch einen chinesischen Spitzenpolitiker veröffentlicht hatte. Der Post wurde bald danach gelöscht. Seither äußerten Sportler, Politiker und Menschenrechtler Sorge um Peng Shuais Wohlergehen. Sie hatte später bestritten, die Vorwürfe erhoben zu haben. Ihre Aussagen wirkten jedoch gestellt. Der «L'Équipe» sagte sie nun: «Ich habe niemals gesagt, dass irgendwer mich irgendwie sexuell belästigt hat.» Erneut sprach sie von einem «enormen Missverständnis».

Auch das neuerliche Interview wirkte inszeniert. Die französische Zeitung wies selbst darauf hin, welche Bedingungen durch das Nationale Olympische Komitee Chinas (COC) erfüllt werden mussten: Peng würde sich auf chinesisch äußern, die Fragen mussten vorab eingereicht werden, das Interview sollte ohne weiteren Kommentar veröffentlicht werden. Zudem saß bei dem Gespräch ein Vertreter des COC im Raum, der Fragen und Antworten übersetzte.

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