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Europameisterschaft

Handballerinnen zeigen Nerven: Niederlage gegen Montenegro

Podgorica (dpa)

Die deutschen Handballerinnen zeigen gegen Montenegro viel Kampfgeist, kassieren aber trotzdem ihre erste Niederlage bei der EM. Jetzt geht es gegen Spanien.

Eric Dobias, dpa

Deutschlands Alina Grijseels (l) und Emily Bölk (r) in Aktion gegen Montenegros Ema Alivodic. Foto: Kolektiff Images/dpa

Noch auf dem Parkett sprachen sich Deutschlands tief enttäuschte Handballerinnen nach der ersten Niederlage bei der Europameisterschaft Mut für den weiteren Turnierverlauf zu. Im Hexenkessel von Podgorica zeigte die DHB-Auswahl beim 25:29 (12:15) gegen Co-Gastgeber Montenegro zwar Nerven, kann die Hauptrunde aber weiter aus eigener Kraft erreichen.

«Heute lief einiges nicht optimal. Wir hätten gerne mit einem Sieg den Flow mitgenommen, aber das ist nicht zu ändern. Gegen Spanien müssen wir zwei Punkte holen», forderte Rückraum-Ass Emily Bölk kurz nach dem Abpfiff. Der WM-Vierte ist letzter Vorrundengegner des deutschen Teams, das in der Gruppe D nun 2:2 Zähler auf dem Konto hat. «Schade, dass es nicht gereicht hat. Wir haben bravourös dagegengehalten und alles herausgeholt. Aber Montenegro ist sehr abgezockt und hat die routinierteren Lösungen gefunden», resümierte Bundestrainer Markus Gaugisch.

Vor 4500 Zuschauern waren Bölk und Alina Grijseels mit jeweils sieben Toren beste Werferinnen für die deutsche Mannschaft, die gut begann und schnell mit 3:1 führte. Doch die erste Zeitstrafe im Spiel für Kreisläuferin Meike Schmelzer brachte das DHB-Team frühzeitig aus dem Rhythmus. Im Angriff fehlte die Präzision beim Abschluss, in der Abwehr ging die Kompaktheit verloren. Das nutzten die Gastgeberinnen zu einem 5:0-Lauf.

Zu viele Fehlpässe und Fehlwürfe

Gaugisch reagierte beim 3:6 (11. Minute) mit einer ersten Auszeit, in der er gewohnt ruhig auf die Mängel hinwies. Doch das deutsche Spiel blieb fehlerhaft. Vor allem in der Offensive sündigte die DHB-Auswahl mit zu vielen Fehlpässen und Fehlwürfen. Das spielte den Montenegrinerinnen, die ebenfalls zahlreiche Chancen vergaben, immer wieder in die Karten.

Nach gut 20 Minuten lag das deutsche Team beim 8:12 erstmals mit vier Toren hinten. Anders als beim knappen 25:23-Sieg zum Auftakt gegen Polen, als die Schützlinge von Gaugisch in der ersten Halbzeit ebenfalls schon mit vier Treffern zurücklagen, konnte der Rückstand dieses Mal bis zur Pause kaum verringert werden. Immerhin traf Silje Brons Petersen mit dem letzten Wurf.

Rote Karte für Xenia Smits

Nach dem Wechsel startete Deutschland schwungvoll und kam innerhalb von sieben Minuten zum 16:16-Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt war Xenia Smits schon nicht mehr dabei: Die Rückraumspielerin vom deutschen Meister SG BBM Bietigheim sah kurz zuvor wegen ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Das schwächte die deutsche Mannschaft insbesondere in der Defensive. «Xenia ist eine weltbesten Abwehrspielerinnen. Wir haben versucht, das zu kompensieren, aber wir haben das natürlich gemerkt», sagte Bölk.

Zwar kämpften die DHB-Frauen aufopferungsvoll, taten sich gegen die robusten Gastgeberinnen aber auch im Angriff weiter schwer. Mitte der zweiten Halbzeit lief man erneut einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. «Wir haben das nicht fortsetzen können und das Spiel aus der Hand gegeben», sagte Bölk.

Die 24-Jährige übernahm in der heißen Schlussphase aus dem Rückraum immer wieder Verantwortung und ließ das DHB-Team mit ihren Toren auf eine Wende hoffen. Doch in der Abwehr konnten die Lücken nicht mehr geschlossen werden, sodass Montenegro immer wieder zurückschlagen konnte. «Wir sind bis zum Ende selbstbewusst geblieben, das nehmen wir mit», sagte Gaugisch.

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