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Europa League

Leipziger Lehren aus der spanischen Abwehr-Überraschung

Leipzig (dpa)

Sonntag in der Bundesliga in Berlin, Donnerstag in der Europa League in San Sebastian. Leipzig schöpft trotz Remis-Frust Optimismus aus dem Spielverlauf gegen Real Sociedad für die kommenden Aufgaben.

Von Jens Marx, dpa

Leipzigs Trainer Domenico Tedesco kam mit seinem Team nicht über ein 2:2 gegen San Sebastian hinaus. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Nicht mal einer wie Domenico Tedesco war darauf gefasst. Der Fußballlehrer-Einser-Absolvent musste nach dem irgendwie doch mühsamen 2:2 in seinem ersten internationalen Spiel mit RB Leipzig zugeben: «Wir waren überrascht, dass der Gegner so tief verteidigt hat.»

So tief hieß: mit einer Fünfer-Abwehrkette. Und die machte RB das Fußballspielen in der Red Bull Arena recht schwer. Ein Blick auf die Heimbilanz von Real Sociedad in der spanischen Liga lässt aber vermuten, dass dem Tabellenvierten der Bundesliga im Rückspiel der Zwischenrunde in der Europa League am kommenden Donnerstag in San Sebastian erst recht ein erneut zermürbender Gegner droht.

Die Bilanz, die einiges aussagt:

Nicht mal der derzeit souveräne Tabellenführer der Primera Division, keine geringere Mannschaft als Real Madrid, verteidigte im eigenen Stadion das eigene Tor dermaßen gut. Acht Gegentore ließ der Spitzenreiter in zwölf Spielen daheim zu, San Sebastian gerade mal sechs. Hoffnungen dürfte den Leipzigern auf dem Weg ins Achtelfinale aber machen, dass das Team von Trainer Imanol Alguacil selbst nur neun Tore im Estadio Anoeta erzielte.

Die Tatsachen, die RB Mut geben:

Dass RB zweimal einen Rückstand aufholte, sich spät das Remis durch den verwandelten Elfmeter des eingewechselten Emil Forsberg sicherte. Dass die Mannschaft 69 Angriffe Richtung Tor von San Sebastian initiierte, 20 Abschlüsse und 64 Prozent Ballbesitz hatte - das statistische Allerlei stimmte die Leipziger am Ende optimistisch für die Reise nach Spanien in der kommenden Woche.

«Die erste Halbzeit ist gespielt und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nächsten Donnerstag weiterkommen», betonte etwa Konrad Laimer. «Wir werden dort alles geben und in die nächste Runde kommen», prophezeite Kevin Kampl. Und Torwart Peter Gulacsi wusste auch schon wie. «Wir haben gesehen, dass wir eine gute Chance haben, wenn wir aggressiv und intensiv spielen», sagte der RB-Kapitän.

Die Schlüsselspieler, die entscheidend sein können:

Eines freute Tedesco ganz besonders. Die eingewechselten Spieler erwiesen sich als Spielaufheller und Teamantreiber. Allen voran Emil Forsberg. Der Schwede wird nach seiner Oberschenkelverletzung immer stärker. «Ich komme langsam wieder besser rein», sagte der 30-Jährige selbst, nachdem er beim wichtigen Elfmeter in der 82. Minute cool geblieben war und sicher verwandelt hatte. Und nicht nur das. «Er treibt an, er treibt die Mannschaft nach vorn, betonte Tedesco.

Die Sache mit der abgeschafften Auswärtstorregel:

Am Sonntag geht es für RB auswärts in der Liga bei Hertha BSC weiter, danach in San Sebastian. Gleich ist, dass die Tore auswärts im Europapokal nun nicht mehr mehr zählen als daheim. Gut für RB bei den beiden Treffern der Spanier in Leipzig. Also formulierte Gulacsi schon mal, worauf RB in San Sebastian gefasst sein sollte: «Ohne diese Auswärtstorregel muss Real zu Hause auch Fußball spielen.»

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