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Letztes WM-Ticket: Costa Rica oder Neuseeland

Ar-Rayyan (dpa)

Neuseeland oder Costa Rica? Wer wird letzter deutscher Gruppengegner bei der WM? Für manche gibt es einen Favoriten. Einen amüsiert das. Und aus Deutschland geht der Blick auch schon nach Katar.

Von Jens Marx und Arne Richter, dpa

Torwart Keylor Navas soll Costa Rica zur WM führen. Foto: Sebastien Muylaert/dpa

Hansi Flick gönnt es beiden. Die Frage nach dem größeren Druck und dem vermeintlichen Favoriten auf den noch freien Platz in der deutschen WM-Gruppe spaltete indes seine Kollegen.

«Die Medien in der Welt haben uns ja schon abgeschrieben», sagte Neuseelands Coach Danny Hay. Der 1,91 Meter große Hüne wirkte dabei einen Tag vor dem Alles-oder-Nichts-Spiel im glühend-heißen WM-Gastgeberland Katar eher amüsiert statt verärgert. Für ihn ist aber klar: Auf Costa Rica lastet der deutlich größere Druck.

Dort verlängerte der Präsident eigens die Mittagspause für Beamte, damit möglichst viele in der Heimat vor dem Fernseher am Dienstag (20.00 Uhr/MESZ) mitfiebern können. «Der Druck ist enorm, allein weil wir unser Land repräsentieren», betonte Hays Kollege Trainer Luis Fernando Suárez. Nach einem kurzen Zucken mit den Augenbrauen betonte er aber auch: «Wir haben alle denselben Druck. Wir haben beide dasselbe Ziel: die WM-Endrunde.»

Dort wird entweder der 31. der Weltrangliste, Costa Rica, oder die Nummer 101, Neuseeland, am 1. Dezember im letzten Gruppenspiel auf die DFB-Mannschaft treffen. «Jeder, der sich qualifiziert, kann als Gegner potenziell gefährlich sein», sagte Flick auf eine entsprechende Frage der Deutschen Presse-Agentur. «Das haben wir in der Nations League gesehen, dass Ergebnisse vom Papier her nicht immer vorherzusehen sind.» Vor Ort sei keiner, sie würden die Gegner aber genau analysieren, «wie wir es immer tun», versicherte Flick.

Costa Rica spielte beim Sommermärchen schon mal gegen Deutschland und hielt sich wacker beim 2:4 zum Auftakt der WM 2006. Auch mit Neuseeland gab es ein Duell: 1999 gewann die DFB-Elf 2:0 beim Confederations Cup in Mexiko.

Beides sind Mannschaften mit Routiniers, aber auch jungen vielversprechenden Spielern. Die Unterstützung in der Heimat ist auch beiden gewiss. «Mehr als 13.000 Kilometer entfernt werden elf Krieger auf dem Feld stehen, um eine historische Qualifikation zu schaffen», sagte Costa Ricas Präsident Rodrigo Chaves Chaves.

WM-Held Navas soll Costa Rica helfen

«Wir gehen raus und werden alles geben», versprach Keylor Navas. Vor acht Jahren stand der mittlerweile 35-Jährige auch schon im Auswahltor, Costa Rica kam damals in der Gruppe mit Italien, England und Uruguay als Spitzenreiter weiter und scheiterte erst in der Runde der besten Acht im Elfmeterschießen an den Niederlanden. Es mache sich Nostalgie breit, meinte Mitspieler Bryan Ruiz, ebenfalls bei den beiden vorhergehenden WM-Teilnahmen schon dabei: «Aber wir sind auch aufgeregt, dass wir noch mal die Möglichkeit haben.» Schaffen sie es nicht, ist die Karriere des 36-Jährigen bereits am Dienstag im Ahmad Bin Ali Stadium beendet.

Von einem 33-Jährigen, der seit rund einem Jahr ohne Verein ist, werden die «All Whites» auf den Rasen der klimatisierten WM-Arena angeführt. «Ob ich Druck spüre? Natürlich spüre ich Druck. Aber wir wollen es gut machen für unser Land. Wir haben eine Verantwortung als Nationalspieler», sagte der rechtzeitig wieder fitte Winston Reid.

«Wir können nicht in die Zukunft schauen, nicht mal mit den jungen Spielern. Wir wissen nicht, was mit ihnen passiert. Deswegen zählt der Moment», betonte Coach Hay. Und dabei werden sie auch wieder von einem unterstützt, der einst in der Bundesliga spielte und zum Liebling beim SV Werder Bremen wurde. Drei Legenden des neuseeländischen Fußballs - einer davon Wynton Rufer - zieren ein Banner, dass die Neuseeländer nach Angaben ihres Trainers immer dabei haben. Es soll auch im November wieder mit auf die Reise gehen.

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