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Formel 1

Mit Zauberrunde auf die Pole: Verstappen vor Hamilton

Abu Dhabi (dpa)

Max Verstappen liefert. Er rast auf die Pole. Und wie! Taktisch klug, fahrerisch famos. Ein erste Startreihe wie aus dem Saisondrehbuch des Titel-Thrillers: Lewis Hamilton steht neben Verstappen.

Von Jens Marx, dpa

Max Verstappen fuhr eine famose Runde in der Qualifikation. Foto: Hasan Bratic/dpa

Max Verstappen hat sich mit einer famosen Runde und einem Windschatten-Trick für die Krönung im knallharten WM-Duell mit Titelverteidiger Lewis Hamilton in Position gebracht.

Der 24 Jahre alte Niederländer überraschte viele auf dem Yas Marina Circuit, als er dem bis dahin dominierenden Hamilton keine Chance ließ und mit über drei Zehntelsekunden Vorsprung auf den zweiten Platz verwies. «Das ist ein fantastisches Gefühl», sagte der Red-Bull-Star: «Das ist das, was wir wollten.»

Das ist auch das, was sich die Fans für das Finale einer denkwürdigen Saison mit einem knallharten Zweikampf manchmal auch über der Grenze des Erlaubten gewünscht hatten. Die beiden mit Abstand besten Piloten nebeneinander, wenn in der Dämmerung von Abu Dhabi die roten Ampeln ausgehen. «Ich kann ihn sehen», betonte Hamilton, der von einigen Fans allerdings nach der Qualifikation lautstark ausgebuht wurde. Dass er am Sonntag beim Start direkt attackieren wird und kann, scheint eher zweifelhaft. Zumal ein Crash der beiden und ein vorzeitiges Aus Verstappen zum Weltmeister machen würde.

Punktgleich vor dem Finale

Auf dem hell erleuchteten Yas Marina Cicuit nährte Verstappen mit seiner insgesamt 13. Pole die Hoffnungen auf seinen Premieren-Titel. Er startet punktgleich mit Hamilton in den 22. und letzten Grand Prix einer mitreißenden Saison. «Eine großartige Runde», lobte auch der geschlagene Hamilton die Leistung seines erbitterten Widersachers. «Wir hatten einfach keine Antwort darauf.»

Hinter dem Duo, das diese WM bereits so geprägt hat, raste Lando Norris im McLaren auf den dritten Platz, Vierter wurde Verstappens Red-Bull-Geleitschutz Sergio Perez. Hamilton potenzieller Renn-Bodyguard enttäuschte. Valtteri Bottas kam in seinem letzten Qualifying im Mercedes mit fast einer Sekunde Rückstand auf Verstappen nur auf den sechsten Platz.

Als Bestzeit-Beschleuniger beorderte Red Bull Perez vor Verstappen auf der schnellen Runde. «Es war der einzige Weg, vor sie zu kommen», erklärte Teamchef Christian Horner. «Das war schon fein beim ersten Versuch», gab Verstappen zu. «1:0 für Red Bull», konstatierte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Aber die Strategie erscheine ihm suboptimal.

Vettel enttäuschte

Denn starten werden Verstappen und Perez mit dem schnelleren rot markierten Reifen. Unbedingt geplant war das wohl nicht, nach einem sogenannten Bremsplatten aber notwendig. Die Piloten aus den Top Ten müssen mit den Reifen starten, mit denen sie im zweiten Abschnitt der Qualifikation die schnellste Runde gedreht haben. Im Fall von Verstappen und Perez die weichen. Für das deutsche Duo irrelevant: Sebastian Vettel enttäuschte im Aston Martin auf Platz 15, Mick Schumacher wurde im Haas 19.

Die Start-Reifen an der Spitze könnten aber mitentscheidend sein für die Titelvergabe. «Das wird interessant», befand Hamilton, beunruhigt wirkte der Brite beim besten Willen nicht. Er wird die haltbareren Gummis drauf haben mit der gelben Markierung. «Ich denke, das sind die Richtigen.»

Verstappen wird also früher wechseln müssen. Die Frage ist, ob er sich einen guten Vorsprung herausfahren kann, sollten die beiden WM-Rivalen die hoch heikle Startphase kollisionsfrei überstehen.

Hamilton mit Rekordchance

An eine Windschatten-Variante im Qualifying wie Red Bull hatte Mercedes nicht gedacht, nun muss es Hamilton allein richten. Er muss in die Punkte und vor allem vor Verstappen ins Ziel kommen. Beide haben vor dem Rennen an diesem Sonntag (14.00 Uhr MEZ/Sky) 369,5 Punkte. Verstappen führt das Klassement dank seiner neun Saisonsiege aber an, Hamilton gewann acht Rennen.

Zum achten Mal will er auch Weltmeister werden, Michael Schumacher überholen und alleiniger Rekordchampion werden. Doch Verstappen will genau das verhindern und seinen Premieren-Triumph. Seit 2014 konnte Hamilton nur einmal gestoppt werden: Nico Rosberg gewann 2016 den WM-Titel - in Abu Dhabi.

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