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Ligue 1

PSG-Heilsbringer: König Messi hält im Prinzenpark Hof

Paris (dpa)

Die Begegnung gegen Racing Straßburg war für Paris Saint-Germain das erste Spiel seit der Verpflichtung von Lionel Messi. Beim Auftritt des Superstars war das Spiel dann auch nur Beiwerk.

Von Tom Bachmann, dpa

Lionel Messi läuft vor dem Spiel gegen Straßburg über den Platz. Foto: Francois Mori/AP/dpa

Als Lionel Messi an diesem warmen Sommerabend um 20.13 Uhr in Jeans und weißem T-Shirt den Rasen des Pariser Prinzenparks betrat, erschütterte eine Urgewalt an Emotionen das neue Wohnzimmer des Superstars.

Minutenlang sangen, brüllten, sprangen und tanzten die Fans von Paris Saint-Germain im erstmals seit Februar 2020 ausverkauften Stadion vor Glückseligkeit. Die gewaltige Kulisse verschluckte fast die wenigen Worte des Heilsbringers. «Es ist ein unglaublicher Empfang. Ich kann es nicht erwarten, hier endlich zu spielen», sagte Messi.

Der 34-Jährige stellte sich auf eine Bühne neben den teilweise kaum weniger prominenten Neuzugängen Sergio Ramos, Gianluigi Donnarumma, Achraf Hakimi und Georginio Wijnaldum, ehe ein veritables Feuerwerk die Inszenierung beendete. Messi nahm auf einem der teureren Plätze des Prinzenparks neben Neymar Platz und schaute seinen Teamkollegen beim problemlosen 4:2-Erfolg über Racing Straßburg zu, bei dem Weltmeister Kylian Mbappé mit zwei Vorlagen und einem Treffer glänzte.

Spiel nur Beiwerk

Doch das Spiel war allenfalls Beiwerk an diesem Samstagabend. Seit dem 19. Februar 2020 war die einstige Radrennbahn an der Rue du Commandant Guilbaud nicht mehr ausverkauft. Bereits acht Stunden vor Beginn des Spiels füllten sich die Straßen um das Stadion. In der 50 Meter langen Schlange vor dem Fanshop musste man eine Wartezeit von gut 30 Minuten einkalkulieren, um bis zu 165 Euro für ein Trikot von Messi ausgeben zu dürfen. Tickets für das Spiel gingen unter der Hand für bis zu 4000 Euro weg.

Im Innenraum lief der Stadionsprecher schließlich zu der Form auf, die man sich künftig vom Neuzugang vom FC Barcelona erhofft. Dreimal brüllte er ein langgezogenes «Leo Messiiiii» ins Mikrofon, peitschte die Menge an. Schließlich betrat der argentinische Fußball-Gott lächelnd den Rasen, applaudierte jenen, die ihn so lautstark feierten und ließ die Worte auf seinem T-Shirt für sich sprechen: «Wir sind Paris.» Auf der Tribüne verfolgten Sportdirektor Leonardo und der mit dem für das Messi-Gehalt nötigen Sparbuch ausgestattete Club-Boss Nasser Al-Khelaifi zufrieden das von ihnen angerichtete Spektakel.

Hohes Investment

Und dieses führte auch Tage danach noch zu Diskussionen in Deutschland. Dabei ist die ablösefreie Messi-Verpflichtung nur der Aufhänger für das Kernthema. Man fühlt sich ein wenig abgehängt. «Wir müssen doch nur schauen, wer in diesem Sommer viel investiert hat: Paris und Manchester City. Beide Clubs gehören quasi Staaten. Da kann nicht mal ein einzelner Milliardär mithalten, der einen Club besitzt», sagte Hertha-Manager Fredi Bobic der «Bild am Sonntag» und rief zur Besonnenheit auf. Man solle zu 50+1 stehen und den soliden Weg fortsetzen. «Auch wenn wir aus dem Ausland belächelt werden.»

Fußball gespielt wurde in Paris dann auch noch. Von Nationalspieler Julian Draxler auch recht gut. Der 27-Jährige bereitete den Treffer von Mbappé mit einem starken Zweikampf vor, erzielte das 3:0 nach Vorlage des französischen Stars selbst. Mbappé hatte trotz seiner starken Leistung nicht unbedingt einen perfekten Abend. Weil der 22-Jährige PSG aufgrund der Messi-Verpflichtung angeblich verlassen will, ertönten im Parc des Princes Pfiffe, als sein Name auf der Anzeigetafel erschien. Aber auch das war an diesem Abend nur ein Nebengeräusch.

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