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Formel 1

Verstappen nicht zu schlagen - Unfall-Schock für Norris

Spa-Francorchamps (dpa)

Regen und schwierigste Bedingungen können Max Verstappen nicht stoppen. Der Niederländer rast in Spa-Francorchamps auf die Pole Position. Lando Norris leistet sich einen schweren Unfall.

Von Thomas Wolfer, dpa

Red-Bull-Pilot Max Verstappen feiert seine Pole-Position mit ausgestreckter Faust. Foto: John Thys/Pool AFP/AP/dpa

Im strömenden Regen von Spa-Francorchamps hat Herausforderer Max Verstappen den Druck auf Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton mit seiner nächsten Pole Position erhöht.

Unter dem Jubel tausender niederländischer Fans raste der Red-Bull-Fahrer in der dramatischen Qualifikation auf den ersten Startplatz. Mit einer Wahnsinnsfahrt wurde der Brite George Russell im Williams sensationell Zweiter und verdrängte Titelverteidiger Hamilton im Mercedes mit 0,013 Sekunden Vorsprung auf den dritten Platz.

Norris übersteht Unfall unbeschadet

Überschattet wurde die Zeitenjagd in Belgien von einem schweren Unfall des Briten Lando Norris. Das Qualifying musste für mehr als 40 Minuten unterbrochen werden, nachdem der McLaren-Fahrer die Kontrolle über sein Auto verloren hatte und nach der legendären Kurve Eau Rouge in die Streckenbegrenzung gekracht war. Sein Wagen wurde schwer beschädigt. Der 21-Jährige stieg - auf den ersten Blick unverletzt - aus seinem Auto und wurde danach genauer untersucht. Am Abend erhielt er nach Untersuchungen vom Streckenarzt und der medizinischen Delegation des Weltverbandes FIA grünes Licht für das Rennen am Sonntag (15.00 Uhr/Sky).

«Lando ist okay. Er hat sich den Ellbogen leicht angestoßen. Er wird noch im Krankenhaus gecheckt und geröntgt», sagte McLarens deutscher Teamchef Andreas Seidl. «Sorry, Jungs. Das war mein Fehler», funkte Norris selbst an die Box. Wenige Momente zuvor hatte er noch bemerkt, dass es Aquaplaning auf der Piste gibt. Trotzdem ging Norris im dritten Abschnitt der Qualifikation volles Risiko und wollte eine schnelle Runde fahren.

Ex-Weltmeister Sebastian Vettel hielt das für unmöglich und sagte seinem Aston-Martin-Team, dass eine normale Fahrt nicht mehr machbar sei. Der Hesse forderte am Funk noch die Rote Flagge, die eine Unterbrechung der Einheit zur Folge gehabt hätte.

Doch die Rennleitung hielt die Bedingungen offenbar für beherrschbar und griff nicht ein. «Was zum Teufel habe ich gesagt? Was habe ich gesagt? Rote Flagge!», funkte Vettel, nachdem er von dem Unfall erfuhr an sein Team und ergänzte: «Das war unnötig.» Da sich der viermalige Weltmeister selbst gerade auf der Strecke befand, hielt er kurz neben dem demolierten Auto von Norris an und erkundigte sich nach dem Wohlbefinden des Youngsters. Kurz darauf fuhr er weiter.

Qualifikation ein Strategiespiel

Selbst sicherte sich der 34-Jährige später den starken fünften Platz und hat gute Chancen auf weitere WM-Punkte, nachdem er vor der mehr als dreiwöchigen Sommerpause in Budapest nach Rang zwei disqualifiziert worden war. Mick Schumacher schied in seinem unterlegenen Haas-Rennwagen erneut in der ersten K.o.-Runde aus. Als 18. konnte er aber immerhin Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen und seinen Teamkollegen Nikita Masepin hinter sich lassen.

Die Qualifikation war ein wahres Strategiespiel. Regen und trockene Phasen wechselten sich zu Beginn noch ab, auf einigen Streckenabschnitten des mehr als sieben Kilometer langen Kursen gab es phasenweise weniger Nässe als auf anderen. Es kam auf das richtige Timing und die richtigen Reifen an, nachdem der Start wegen zu starken Niederschlags um zwölf Minuten verschoben werden musste. «Es ist sehr fordernd, hier im Regen zu fahren, deswegen bin ich sehr happy, dass es zur Pole Position gereicht hat», sagte Verstappen.

Vor dem zwölften von 22 WM-Läufen führt Hamilton (195 Punkte) in der Gesamtwertung knapp vor Verstappen (187) und Norris (113). Verstappen hatte die WM-Führung erst vor der Sommerpause an den Titelverteidiger verloren. Vettel (30) ist Gesamt-Zwölfter, Schumacher wartet noch auf seine ersten Punkte.

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